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Auersperg, Herbard VIII. Freiherr (seit 14.3.1550)
kaiserlicher General, Hofkriegsrat,
* 15.6.1528 Wien, gefallen 22.9.1575 bei Budaschki. (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Trojan von Auersperg (
† 1541);
M Anna Freiin von Egck:
Gvv Pankraz Ritter von Auersperg (
† 1496);
Gmv Anna,
T des Doym Graf von Frankopan, Graf zu Zengg, und der Barbara von Schaunberg;
⚭ Auersperg 16.10.1550 Maria Christina,
T des Ulrich Freiherr von Spaur und Valör, Erbschenk der gefürsteten Grafschaft Tirol.
Leben ↑
Auersperg besuchte die Stadtschule in Wien und wurde später an den Hof zu Cleve geschickt, wo er bis ins Jünglingsalter blieb. 1546 trat er unter Feldhauptmann Lenkovic an der windischen Grenze die militärische Laufbahn an und zeichnete sich bald so aus, daß er 1548 Hauptmann von Zengg wurde. Infolge persönlicher Auszeichnung in der Türkenschlacht vor Novi (1566) wurde er zum Landeshauptmann von Krain (1566–75) ernannt. Als eifriger Anhänger der lutherischen Lehre begünstigte er die reformatorische Lehre in Krain und unterstützte insbesondere den ersten slowenischen Bibelübersetzer Magister Georg Dalmatin von Gurkfeld (Krain) und den Reformator Primus Trüber, der später in Tübingen als eifriger Förderer seiner innerösterreichischen Landsleute wirkte. Auersperg galt als Säule des Protestantismus und trat gegen die gegenreformatorischen Bestrebungen des Grazer Hofes und der meist landfremden katholischen Geistlichkeit mit Festigkeit auf. - 1560-63 Obrister-Leutnant an der kroatischen Grenze und im Meergrenzgebiet, 1565-69 im windischen Grenzland, erhielt er nach dem Tode des Lenkovic (1569) das Gesamtgeneralat und fiel im Kampfe gegen ein überlegenes Türkenheer. Sein abgeschlagenes Haupt wurde beim Triumphzug des Ferrath Beg am 9.11.1575 in Konstantinopel vorgeführt und später von der Familie um 6000 Gulden von den Türken gekauft.
Literatur ↑
ADB I;
G. Khisl zu Kaltenbrunn, H.
Frhr. zu
A. wahrhafftige Thaten, Laibach 1576;
H.
v. A., in: J.
v. Hormayr, Archiv f.
Gesch., Statistik,
Lit. u. Kunst 17, 1826;
Carniola, Vaterländ.
Ztschr. u. Unterhaltungsbl. f. Kunst,
Lit., Theater u. geselliges Leben, Laibach 1839/40,
Nr. 94-97;
Mitt. d.
hist. Ver. f. Krain, 1851, S. 2 f., 1852, S. 43, 66, 1867, S. 56;
P.
v. Radios, H. VIII.
Frhr. zu
A., 1528-75, Wien 1862;
J. Loserth, Die
Ref. u. Gegenref. in d. innerösterr. Ländern im 16.
Jh., Steyr 1897;
ders., Innerösterr. u. d. militär. Maßnahmen gegen d. Türken im 16.
Jh., in:
F z. Verfassungs- u.
Verwaltungsgesch. d. Steiermark,
Bd. 11, Graz 1934, S. 68, 73.
Autor ↑
Gustav Adolf MetnitzEmpfohlene Zitierweise ↑
Metnitz, Gustav Adolf, „Auersperg, Herbard VIII. Freiherr“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
437
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd135828147.html
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Auersperg, Herbard
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Auersperg: Herbard
VIII. (X.)
Freiherr v.
A.
, Sohn des Trojan, geb. 15.
Juni 1528 zu Wien;
studirte an der hiesigen Stadtschule, ward sodann an den Hof zu
Cleve geschickt und blieb hier bis in die Zeit des
Jünglingsalters. 5 Jahre nach dem Tode seines Vaters († 8. Sept. 1541 zu Wien), trat er, in den Waffen geschult,
unter dem obersten Feldhauptmann der windischen Grenze, Hans
Lenkovic, die militärische Laufbahn an, zeichnete sich in
verschiedenen Kämpfen mit den Türken aus und wurde um 1548 schon
zum Hauptmann von Zengg ernannt. Seine wackere Haltung in der
Türkenschlacht vor Novi (1566) förderte die Bestallung zum
Landshauptmann von Krain, in welcher, politisch und confessionell
schwierigen Stellung Herbard 1566—1572 wirkte. Der evangelischen
Lehre zugethan, die insbesondere durch Primus Truber im Krainer
Lande verbreitet wurde, trat Herbard den antiprotestantischen
Maßregeln des katholischen Hochklerus mit Würde und Nachdruck
entgegen und begünstigte den durch seine slovenische
Bibelübersetzung namhaft gewordenen Reformator Mag. Georg Dalmatin von Gurkfeld in U. Krain,
obschon die Regierung mit scharfen Mandaten den protestantischen
Regungen begegnete. — 1560 bis 1563 führte er den Oberbefehl in
den windischen, kroatischen und Meergrenzgebieten, 1565—1569 im
windischen Grenzlande und nach dem Tode des Lenkovic (1569) das
Gesammtgeneralat. 22. Sept. 1575 fiel er, heldenmüthig kämpfend,
in der Türkenschlacht bei Budaschki. Sein Haupt betrachteten die
Türken als kostbares Beutestück, skalpirten es, sandten die
Kopfhaut nach Constantinopel und lieferten es dann gegen ein
bedeutendes Lösegeld der Familie aus. Die ausgestopfte Kopfhaut
bildete ein Prunkstück bei dem Triumphzuge des Siegers von
Budaschki, Ferrath Beg, in Constantinopel (9. Nov.). Das
feierliche Leichenbegängniß hatte den 25. Sept. in Laibach
stattgefunden. Aus seiner Ehe mit Marie Christine Freiin von Spaur
und Valör, Tochter Ulrichs, Erbschenken von Tirol, entsprossen 4
Söhne: Christoph II. († 1592), Johann Thomas († jung), Wolfgang Engelbert
II. († 1590) und
Trojan II., von denen der Erste die
Stammlmie der Krainer Auersperge fortpflanzte.
Literatur ↑
Radics: Herbard VIII. Fh. z.
A.
Wien 1862.
Autor ↑
Krones.
Empfohlene Zitierweise ↑
Krones, Franz von, „Auersperg, Herbard“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
639
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd135828147.html?anchor=adb
Auersperg, Herbard Freiherr von und zu
Name: Auersperg, Herbard Freiherr von und zu
Namensvariante: Auersperg, Herbard VIII. Freiherr von und zu
Namensvariante: Auersperg, Herbard X. Freiherr von und zu
Lebensdaten: 1528 bis 1575
Geburtsort: Wien
Beruf/Lebensstellung: kaiserlicher General; Hofkriegsrat; Landeshauptmann von Krain
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Metnitz, Gustav AdolfAutor ADB:
Krones, Franz vonPND: 135828147