<< Aster, Ernst von
Asthöwer, Fritz >>
Aster, Ernst Ludwig von (seit 1844)
preußischer General,
* 5.10.1778 Dresden,
† 10.2.1855 Berlin. (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Friedrich Ludwig Aster (1732–1804), sächsischer Generalmajor und Chef des Ingenieurkorps (aus Pfarrerfamilie);
M Susanne Ludowike Hennig;
B Karl Heinrich (1782–1855), sächsischer Oberst und Militärschriftsteller;
⚭ 1) Dresden 30.11.1809 Yvette Rudolphine von Raußendorf (1784–1817), 2) Trier 9.1.1821 Marie (1795–1874),
T des Obersten von Brandt; 7
K,
u. a. Ernst Rudolph, preußischer Geheimer Oberregierungsrat, Maria (
⚭ Franz Commer, 1813–87, Musikforscher).
Leben ↑
Aster nahm im sächsischen Kontingent am russischen Feldzug mit Auszeichnung teil. In das preußische Heer übernommen, hatte er während des Feldzuges der Hundert Tage die Stellung des Chefs des Generalstabs des II. preußischen Korps inne. 1837 wurde er Generalinspekteur der preußischen Festungen und im folgenden Jahr Chef des Ingenieurkorps und Kurator der Artillerie- und Ingenieurschule zu Berlin. Als General der Infanterie nahm er 1849 den Abschied. Aster hat auf dem Gebiet des Festungsbaues insofern bahnbrechend gewirkt, als er gestützt auf die Erfahrungen der Napoleonischen Kriege von dem bisher vorherrschenden System der starren Bastionen abwich und unter Berücksichtigung der fortschreitenden Vervollkommnung der Waffentechnik sowie der stärkeren Anpassung an das Gelände feste Stützpunkte in Form von vorgeschobenen selbständigen Werken (Forts) errichtete, wodurch für die Infanterie ein Vorgelände als Kampffeld geschaffen wurde und der Gegner damit länger ferngehalten werden konnte. Die Befestigungen von Ehrenbreitstein wurden nach ihm genannt (Asterstein).
Werke ↑
Nachgelassene
Schrr., 5
Bde., 1846–61.
Literatur ↑
ADB I; G. Eilers, Betrachtungen u. Urteile d.
Gen. v. A. üb. d.
polit., kirchl. u. pädagog. Parteibewegung unseres Jh.s, 2
Bde., 1859; Kurzer Lebensabriß d. …
Gen. E. L.
v. A., … zusammengestellt u.
hrsg. v. einem Sohne desselben, 1878; U.
v. Bonin,
Gesch. d. Ingenieurkorps u. d. Pioniere in Preußen, 2
Bde., 1878; H.
v. Petersdorff,
Gen. J.
A. Frhr. v. Thielmann, 1894; F. Meinecke, Das Leben d. Feldmarschalls
v. Boyen, 2
Bde., 1896; F.
v. Funck, Im Banne Napoleons,
hrsg. v. A. Brabant, 1928;
ders., In Rußland u. in Sachsen, 1930; H. Franke,
Hdb. d. neuzeitl.
Wehrwiss.,
Bd. 2, 1937; F. Schnabel,
Dt. Gesch. im 19.
Jh. II,
21949
(L);
Priesdorff IV, S. 355 ff.
(P).
Portraits ↑
Holzschnitt in:
LIZ,
Bd. 24, 1855, S. 29.
Autor ↑
Heinz KraftEmpfohlene Zitierweise ↑
Kraft, Heinz, „Aster, Ernst Ludwig von“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
422
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116372230.html
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Aster, Karl Heinrich >>
Aster, Ernst Ludwig
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Aster: Ernst Ludwig
von
A.
, ward am 5. October 1778
als Sohn des kurfürstlich-sächsischen Generalmajors und Commandeur
des Ingenieur-Corps Aster zu Dresden
geboren. Der Vater, welcher als Schöpfer des
trefflichen sächsischen Pontonniercorps bedeutend ist und 1804 starb, leitete seine Erziehung persönlich
und stellte ihn 1797 als Tranchee-Sergeant in das sächsische
Ingenieur-Corps ein. 1800 wurde er Sous-Lieutenant, focht bei Jena
und kam 1809 als Capitän in den Generalstab. 1810 brachte er einen
von Oberst Lecoq entworfenen Plan zur Befestigung Torgau's nach
Paris, den Napoleon nicht billigte;
A.
mußte in Eile einen neuen Plan ausarbeiten und erwarb
sich in lebhafter Discussion die Gunst des Kaisers. Durch dessen
Vermittelung ward
A.
schon 1811 Major im Generalstabe. Als solcher machte
er den Feldzug nach Rußland mit und erhielt dort den militärischen
Heinrichsorden und das Kreuz der Ehrenlegion. 1813 ward
A.
als Oberstlieutenant dem Gouverneur der Festung
Torgau, Generallieutenant von Thielemann, zugetheilt. Mit ihm
begab er sich, da beide in den Augen der Franzosen compromittirt
waren, nach der Schlacht von Groß-Görschen in das russische
Hauptquartier. Im Feldzuge 1813 führte
A.
an der Spitze von Kosacken einige Unternehmungen in
der Oberlausitz aus und wohnte den Schlachten von Bautzen und
Leipzig bei. Bei der Reorganisation der sächsischen Truppen wurde
er Oberquartiermeister; dann Chef des Generalstabes des 7.
deutschen Armee-Corps und 1814 Oberst, erst in sächsischem, dann
in russischem Dienste, bis er vor der Theilung des sächsischen
Heeres zu Lüttich in die preußische Armee und zwar in das
Ingenieur-Corps übertrat. 1815 wohnte er als Chef des
Generalstabes des 2. Armee-Corps den Schlachten von Ligny und
Belle-Alliance, sowie den Belagerungen französischer
Grenzfestungen bei. In demselben Jahre wurde er Generalmajor, 1817
bei Reorganisation des preußischen Ingenieur-Corps Brigadier der
3. Ingenieur-Brigade zu Coblenz und 1821 Chef der 3.
Ingenieur-Inspection. Hier eröffnete sich ihm dasjenige Feld der
Thätigkeit, auf dem er Epoche machen sollte. Er führte nämlich
durch die Fortification von Coblenz und Ehrenbreitstein die
neue preußische Befestigungsweise ins Leben
ein, jenes großartige System, welches ebensowol der einseitigen
Auffassung der Festungen als bloßes Sicherungsmittel ein Ende
machte, als die pedantischen Manieren des alten Tracés zu Gunsten freien Anschlusses an das
Terrain verbannte. — 1837 wurde
A.
General-Inspecteur sämmtlicher preußischer Festungen
und Chef des Ingenieur-Corps, Curator der vereinigten Artillerie-
und Ingenieur-Schule und Mitglied des Staatsraths. 1842 erfolgte
seine Ernennung zum General der Infanterie und 1844 erhielt er als
Abschluß einer langen Reihe von Auszeichnungen den schwarzen
Adler-Orden mit dem die Verleihung des Erbadels statutenmäßig
verbunden ist. — 1849 erbat
A.
seinen Abschied und am 10.
Februar 1855 starb er zu Berlin. — Aus Aster's Nachlaß
wurden herausgegeben: "Zur Kriegstheorie". 1. Theil: "Gedanken
über eine Umgestaltung der heutigen
Kriegstheorie". 2. Theil: "Entwurf zu einem System der Kriegslehre".
Berlin, Guttentag, 1856. — "Gedanken über eine system.
Militär-Geographie". Mit 2 Karten. "Abriß der Geschichte des
Erziehungswesens". Ebendaselbst, 1857. "Der Ingenieur-Unterricht
und seine heutigen Erfordernisse oder Gedanken über die
wissenschaftliche Bildung des Ingenieur-Officiers". Ebendaselbst
1861.
Literatur ↑
Nekrolog im Archiv für die Officiere des königlich preußischen
Artillerie- und Ingenieur-Corps. 19. Jahrg. 39. Band. 1856.
Autor ↑
Jähns.
Empfohlene Zitierweise ↑
Jähns, Maximilian, „Aster, Ernst Ludwig“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
627-628
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116372230.html?anchor=adb
Aster, Ernst Ludwig von
Name: Aster, Ernst Ludwig von
Lebensdaten: 1778 bis 1855
Geburtsort: Dresden
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: preußischer General; Festungsbaumeister
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Kraft, HeinzAutor ADB:
Jähns, MaximilianPND: 116372230