<< Arnoldin von Clarstein, Mathias
Arnoldt, Emil >>
Arnoldt, Daniel Heinrich
evangelischer Theologe,
* 7.12.1706 Königsberg (Preußen),
† 30.7.1775 Königsberg (Preußen).
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Johann Friedrich Arnoldt (1673–1720), Kaufmann aus Königsberg, aus ursprünglich schlesischer Beamtenfamilie;
M Louise Krehoff (1683–1768), aus Kaufmanns- und Ratsfamilie;
⚭ 1) Königsberg 10.8.1733 Marie Juliane (1717–36),
T des Kaufmanns Georg Rogall, ebenda, 2) ebenda 13.7.1737, Louise (1716–38),
T des Kammerverwalters Jakob Lazarovius, ebenda, 3) 3.1.1739 Marie Charlotte,
T des Theologieprofessor David Vogel; 5
K,
u. a. Anna Louise, (
⚭ 1) Daniel Henrich Conradi, Hofrat in Königsberg).
Leben ↑
Arnoldt studierte in Königsberg (1721) und in Halle (seit 1724); am 25.10.1728 schloß er in Halle die Studienzeit mit dem Magisterexamen ab. Er war Pietist, aber er nahm auch die Anregungen des Rationalismus auf. In Königsberg stand er bald in dem Kreis der Männer um F. A. Schultz, der pietistische mit rationalen Motiven beispielhaft vereinte, unter starkem Hervortreten des Pietismus freilich. Arnoldt wurde 1729 Professor der Philosophie, 1733 Professor der Theologie, später auch Oberhofprediger. Er hat eine große literarische Tätigkeit entfaltet, wobei seine theologische wie philosophische Arbeit weniger bedeutsam ist. Desto mehr ist auch noch heute sein historisches Schrifttum wichtig, vor allem seine Historie der Königsberger Universität (zwei Teile, 1746, Zusätze 1756 und 1769); wichtig sind die reichlich beigegebenen Dokumente. Bemerkenswert ist ferner sein Kirchenrecht des Königreichs Preußen (1771) wie auch die kurzgefaßte Geschichte des Königreichs Preußen (1769). In beiden Büchern handelt es sich um die ostpreußische Geschichte.
Werke ↑
s.
Jöcher-Adelung I, 1784,
Sp. 1120 f.
Literatur ↑
ADB I;
G. C. Pisanski, Entwurf einer
preuß. Lit.gesch.,
hrsg. v. R. Philippi, 1886;
G.
v. Selle,
Gesch. d. Albertus-
Univ. z. Königsberg i. Pr., 1944.
Portraits ↑
Kupf. v. Schleuen (Berlin,
Preuß. Staatsbibl.).
Autor ↑
Götz von SelleEmpfohlene Zitierweise ↑
Selle, Goetz von, „Arnoldt, Daniel Heinrich“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
392
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd129625760.html
<< Arnoldi, Valentin
Arnpeck, Veit >>
Arnoldt, Daniel Heinrich
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Arnoldt: Daniel Heinrich
A.
, evangelischer Geistlicher und gelehrter Theolog,
geb. 7. Dec. 1706 zu Königsberg in Preußen, † ebendaselbst
30. Juli 1775. Seine Bildung empfing
er auf den Schulen seiner Vaterstadt, der dortigen Universität und
der von Halle. Hier eignete er sich die damals herrschende
Wolfische Philosophie an, wie sie mit der protestantischen
Scholastik unter dem Einfluß des späteren Pietismus einen engen
Bund geschlossen hatte und lange Zeit hindurch auf fast allen
Lehrkanzeln der deutschen Universitäten herrschte. Baumgarten,
Breithaupt, Rambach, Anton. Francke u.
A.
waren seine Vorbilder, und durch
A.
geschah es vornehmlich, daß diese Wolfische sogenannte
demonstrative Methode auch nach Königsberg verpflanzt wurde. Seine
Neigung und Begabung führte ihn mehr auf die gelehrte als
praktische Seite der theologischen Laufbahn, doch ward er durch
die Umstände frühzeitig genöthigt, auch der letzteren seine Kräfte
zuzuwenden. Sein Hauptgönner in Königsberg war der einflußreiche
vom Könige Friedrich Wilhelm I. besonders
hochgeschätzte Professor und Pfarrer Franz Albert Schultz. Durch
ihn wurde
A.
, nachdem er in Halle sich den Grad eines Magister
erworben hatte, und schon 1729 außerordentlicher Professor der
praktischen Philosophie in Königsberg geworden war, im J. 1732
Consistorialrath und Doctor der Theologie, 1733 außerordentlicher
Professor der Theologie und Pfarr-Adjunct bei der Altstädtischen
Kirche, 1734 ordentlicher Professor der Theologie und zweiter
königl. Hosprediger an der Schloßkirche, rückte dann 1770 in die
Adjunctur und 1772 in die wirkliche Oberhofpredigerstelle, in
welcher Stellung er starb. Seine Predigergaben waren mäßig, daher
er gegen seinen berühmten Amtscollegen Quandt sehr zurückstand.
Nichts desto weniger war er bei Studenten und Collegen beliebt,
und wegen seiner Gelehrsamkeit und braven Charakters geachtet.
Auch wird ihm Witz und heitere Laune nachgerühmt. Seine
zahlreichen Schriften (vgl. Meusel, Ler.), sind meistens
Gelegenheitsschriften, und ohne höheren wissenschaftlichen Werth,
wenn auch einige davon noch jetzt brauchbar sind. Dies sind
nämlich folgende: "Ausführliche und mit Urkunden versehene
Historie der Königsbergischen Universität." I. Theil 1743. II.
Theil 1746. Zusätze 1756. Fortgesetzte Zusätze 1768. "Kurzgefaßte
Kirchengeschichte des Königreichs Preußen." 1768. "Kurzgefaßte
Nachrichten von allen seit der Reformation an den lutherischen
Kirchen in Ostpreußen gestandnen Predigern." Herausgegeben von Fr.
W. Benefeldt. 1777. Dies letzte mit außerordentlichem Fleiße erst
nach dem Tode Arnoldt's herausgegebene Werk ist eine Hauptquelle
für die Specialkirchengeschichte Ostpreußens. Als Zeugniß von der
geschmacklosen Art, die Wolfische Philosophie anzuwenden, kann
noch sein "Versuch einer nach demonstrativer Lehrart entworfenen
Anleitung zur Poesie der Teutschen" 1740, angeführt werden.
Literatur ↑
Borowski in den Annalen des Königreichs Preußen, herausgegeben
von L. v. Baczko. Königsberg 1793. II.
Quartal S. 45—73.
Autor ↑
Erbkam.
Empfohlene Zitierweise ↑
Erbkam, Wilhelm Heinrich, „Arnoldt, Daniel Heinrich“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
596
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd129625760.html?anchor=adb
Arnoldt, Daniel Heinrich
Name: Arnoldt, Daniel Heinrich
Lebensdaten: 1706 bis 1775
Geburtsort: Königsberg (Preußen)
Sterbeort: Königsberg (Preußen)
Beruf/Lebensstellung: evangelischer Theologe; Geistlicher
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Selle, Goetz vonAutor ADB:
Erbkam, Wilhelm HeinrichPND: 129625760