<< Arnolf
Arnsberg, Grafen von >>
Arnpeck, Veit
bayerischer Geschichtsschreiber,
* zwischen 1435 und 1440 Freising,
† Ende 1495 Landshut.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Christoph Arnpeck, Schuster in Freising.
Leben ↑
Arnpeck besuchte die Schule in Amberg, studierte 1454-57 in Wien und war Geistlicher in Amberg, Freising und Landshut. Er ist unter den zahlreichen bayerischen Chronisten des 15. Jahrhunderts der bedeutendste Vorgänger Aventins. In der Hauptsache noch mittelalterlicher Kompilator, ohne viel Kritik und kaum berührt vom Humanismus seiner Zeit, überrascht er durch die große Zahl seiner Quellen, wobei er auch bereits weitgehend die Erzeugnisse der jungen Buchdruckerkunst heranzog. Er benützte auch ausländische Quellen und fast alle mit der bayerischen Geschichte in Verbindung stehenden Heiligenleben. Sein bedeutendstes Werk ist die bis zur Entstehungszeit 1491-1495 reichende „Chronica Baioariorum" (mit 69 nachgewiesenen umfangreichen Quellen), gestaltet vielleicht unter dem Einfluß der glanzvollen Erscheinung Herzog Ludwigs des Reichen und dessen Landshuter Hofhaltung. Sie ist die wichtigste bayerische Landesgeschichte des Mittelalters, da der Stoff umfassend herangezogen und der Gesichtskreis sehr weit ist. Die von Arnpeck nach dem Vorgang des Andreas von Regensburg angefertigte deutsche Bearbeitung dieser Chronik ist eine Übersetzung unter Hinzufügung meist deutscher Quellennachrichten und zeichnet sich besonders durch ihre volkstümliche Sprache aus. Die weiteren Werke Arnpecks sind ein „Chronicon Austriacum“ (bis 1495 reichend) und ein „Liber de gestis episcoporum Frisingensium“ (bis 1495 reichend).
Werke ↑
Sämtl. Chroniken,
hrsg. v. G. Leidinger, 1915.
Literatur ↑
ADB I;
G. Leidinger, Üb. d.
Schrr. d.
bayer. Chronisten V.
A., 1893;
ders., V.
A.s „Chronik d. Bayern“, in:
SB d.
Bayer. Ak. d. Wiss.,
phil.-
hist. Kl., 1936, H. 5;
B. Schmeidler, in:
Vf.-Lex. d. MA I, 1933,
Sp. 140-42;
LThK.
Autor ↑
Hans RallEmpfohlene Zitierweise ↑
Rall, Hans, „Arnpeck, Veit“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
393
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118645943.html
<< Arnoldt, Daniel Heinrich
Arnschwanger, Johann Christoph >>
Arnpeck, Veit
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Arnpeck: Veit
A.
, bairischer Geschichtschreiber, geboren 1440 zu Landshut in Niederbaiern, †
wahrscheinlich nach 1505, ist unter den
Chronisten, welche Aventin's bedeutsame Wirksamkeit vorbereiteten,
der hervorragendste. Nach Vollendung seiner Studien in Amberg und
an der Universität Wien trat er in den geistlichen Stand und
wirkte in seiner Vaterstadt Landshut als Hülfsgeistlicher, später
Frühmesser und Benefiziat an der St. Martinskirche. Einige Jahre
scheint er diese Stellen mit der Pfarrei zu St. Andreas in
Freising vertauscht zu haben; 1495 aber treffen wir ihn wieder in
Landshut, Dort mag Herzog Ludmio der Reiche. der Gründer der
Universität Ingolstadt, durch seine
hervorragenden Thaten und sein glänzendes Auftreten den historischen
Sinn des Klerikers angeregt und auf die Geschichte seines engern
Vaterlandes gelenkt haben.
A.
verfaßte ein "Chronicon
Austriacum" bis 1488, (Pez, "Scriptores
rerum Austriacarum" I.), ein, "Chronicon
Baioariae" bis 1495, (Petz, "Thesaurus
anecdotorum" III. 2), und einen "Liber de
gestis episcoporum Frisingensium" bis 1495 (Deutinger
"Beiträge zur Geschichte des Erzbisthums München-Freising" Bd. 3.)
Das "Chronicon Baioariae," sein
bedeutendstes Werk, hat
A.
, dem Beispiele seines Vorgängers Andreas von
Regensburg folgend, auch deutsch bearbeitet, jedoch nicht wörtlich
übersetzt, sondern bald gekürzt, bald erweitert, auch um zehn
Jahre weiter geführt. Als Chronik eines Ungenannten ist das Werk
im ersten Bande der von v. Freyberg herausgegebenen Sammlung
historischer Schriften, jedoch unvollständig und mangelhaft
veröffentlicht. Für den Litterarhistoriker ist dieses deutsche
Zeitbuch Arnpeck's merkwürdigstes Werk; denn hier schlägt er in
volksthümlicher Erzählung und in Zurückdrängung alles gelehrten
Beiwerkes einen Ton an, welcher der historischen Litteratur bisher
fast völlig fremd geblieben war. Den Mangel einer gesunden Kritik
theilt dies wie seine anderen Werke mit nahezu allen
zeitgenössischen.
Autor ↑
Riezler.
Empfohlene Zitierweise ↑
Riezler, Sigmund Ritter von, „Arnpeck, Veit“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
596-597
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118645943.html?anchor=adb
Arnpeck, Veit
Name: Arnpeck, Veit
Lebensdaten: zwischen 1435 oder 1440 bis 1495
Geburtsort: Freising
Sterbeort: Landshut
Beruf/Lebensstellung: bayerischer Chronist
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Rall, HansAutor ADB:
Riezler, Sigmund Ritter vonPND: 118645943