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Arnold, Johann Georg Daniel
Schriftsteller und Rechtsgelehrter,
* 18.2.1780 Straßburg,
† 18.2.1829 Straßburg. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Johann Daniel Arnold, Küfermeister;
Stief-M Maria Katharina Delpy.
Leben ↑
Arnold besuchte das Straßburger protestantische Gymnasium, war von 1795-98 Sekretär im Kriegsbüro des niederrheinischen Departements und studierte anschließend Geschichte und Jurisprudenz in Straßburg, 1801-03 in Göttingen; dabei lernte er 1803 auf der Rückreise in Jena Schiller kennen, der ihn an Goethe weiter empfahl. Er bereiste sodann Frankreich und Italien, wurde 1806 Professor für Zivilrecht in Koblenz, 1809 Professor für Geschichte in Straßburg, 1811 für römisches Recht, 1820 Präfekturrat und Mitglied des Direktoriums der Augsburger Konfession. – Die juristischen Werke Arnolds waren von zeitbedingter Bedeutung. Das 5-aktige Alexandriner-Lustspiel in Straßburger Mundart „Der Pfingstmontag“ (1816, aufgeführt in Straßburg 1835), Straßburger Zustände 1789 vor der Revolution schildernd, charakterisierte hingegen Goethe 1820 (Über Kunst und Altertum, II, Heft 2, und III, Heft 1) als „ein unvergleichliches Denkmal altstraßburgischer Sitte und Sprache, ein Werk, das an Klarheit und Vollständigkeit des Anschauens und an geistreicher Darstellung unendlicher Einzelheiten wenig seinesgleichen finden dürfte“. Für Arnolds Lyrik dürfte J. P. Hebel das unerreichte Vorbild gewesen sein.
Werke ↑
Elementa juris civilis Justinianei cum Codice Napoleoneo et reliquis legum codicibus collati, Straßburg u. Paris 1812; Der Pfingstmontag, Lustspiel, 1816,
hrsg. v. E. Martin, 1890
(mit Biogr.), neu hrsg. mit Biogr. v. J. Lefftz u. E. Marckwald als Jahresgabe d.
Ges. f.
elsäss. Lit. 2, 1914
(P); Blessig's Todtenfeyer (Elegie), Straßburg 1816.
Literatur ↑
ADB I;
Goedeke VII, 1906, S. 519-21
(W, L), XIII, 1938, S. 54-58
(W, L);
G. Koehler, Das Elsaß u. sein Theater, 1907;
Goethe-
Hdb.,
hrsg. v. J. Zeitler, I, 1916;
K. Holl,
Gesch. d.
dt. Lustspiels, 1923, S. 238-41;
J. Lefftz, Der Dichter d. „Pfingstmontag“, Ein Gedenkblatt
z. Wiederkehr seines 100. Todestages, in: Elsaß,
Bd. 9, 1929, S. 33-37;
F. Engel, J. G. D.
A., Zum 100. Todestag d. Dichters d. „Pfingstmontag“, in: Elsaß-Lothring. Heimatstimmen 7, 1929, S. 177-79.
Autor ↑
Walter KunzeEmpfohlene Zitierweise ↑
Kunze, Walter, „Arnold, Johann Georg Daniel“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
387
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118927698.html
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Arnold, Georg Daniel
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Arnold: Georg Daniel
A.
, Dialektdichter, geb. 18.
Febr. 1780 zu Straßburg, † das. an seinem Geburtstage
1829. In seiner Vaterstadt besuchte er das Gymnasium und arbeitete
seit 1795 im Kriegsbüreau des niederrheinischen Departements. Im
Sept. 1801 ging er nach Göttingen, wo er dem Studium der Rechte
zwei Jahre widmete. Auf der Heimreise im Aug. 1803 lernte er
Schiller und Goethe kennen, die seinen Ernst und seine liebevolle
Anhänglichkeit an das deutsche Wesen zu achten wußten. Nach einer
Reise nach Paris und Italien erhielt er im April 1806 die
Professur des Civilrechts an der Rechtsschule in Coblenz und 1809
eine Professur der Geschichte in Straßburg, mit welcher er 1811
die Professur des römischen Rechts verband. Auch wurde er bald
darauf Präfecturrath und Mitglied des Directoriums der
augsburgischen Confession. Im J. 1818 machte er eine Reise nach
England. Außer einem größeren juristischen Werke: "Elementa juris civilis Justinianei cum Codice
Napoleano et reliquis legum Codicibus collati, Argentorati et
Parisiis 1812", verfaßte er mehrere lyrische Gedichte, unter
denen sich die classische Elegie "Blessig's Todtenfeier"
auszeichnet. Seinen Ruhm begründete er jedoch mit dem in
Straßburger Mundart gedichteten, in Versen geschriebenen
fünfactigen
|Lustspiele "Der Pfingstmontag". (Straßb.
1816, verm. Aufl. mit Biographie: Straßb. 1850), das oft in
Straßburger Familien aufgeführt und von Goethe in "Kunst und
Alterthum" als "ein unvergleichliches Denkmal altstraßburgischer
Sitte und Sprache, ein Werk, das an Klarheit und Vollständigkeit
des Anschauens und an geistreicher Darstellung unendlicher
Einzelnheiten wenig seines gleichen finden dürfte" lebhaft
empfohlen wurde. Es ist ein lebensvolles Gemälde der Zustände und
Sitten des alten Straßburgs, wie es vor dem großen mit der
Revolution eingetretenen Wendepunkte war; auf jahrelangem Studium
des Dialektes beruhend, bildet es zugleich einen wahren
alemannischen Sprachschatz.
Literatur ↑
Vgl. Goedeke 3. 207 f. N. Nekrol. 7. 186. 916.
Autor ↑
K. Goedeke.
Empfohlene Zitierweise ↑
Goedeke, Karl, „Arnold, Georg Daniel“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
586-587
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118927698.html?anchor=adb
Arnold, Johann Georg Daniel
Name: Arnold, Johann Georg Daniel
Namensvariante: Arnold, Georg Daniel
Lebensdaten: 1780 bis 1829
Geburtsort: Straßburg
Sterbeort: Straßburg
Beruf/Lebensstellung: Schriftsteller; Jurist; Dialektdichter
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Kunze, WalterAutor ADB:
Goedeke, KarlPND: 118927698