<< Arnold, Ignatz Cajetan Theodor Ferdinand
Arnold, Johann Georg Daniel >>
Arnold, Johann Christoph
Buchhändler und Verleger,
* 10.3.1763 Hartmannsdorf bei Freiberg (Sachsen),
† 6.8.1847 Dresden. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Verarmter Bauer;
⚭ 1791 Agathe Gottwerthe, verwitwete Win(c)kler,
T des Pastors Ehrlich in Niederweinlich (Sachsen-Altenburg);
S Julius Arnold (
† 1817).
Leben ↑
Arnold besuchte ein Jahr die Freiberger Bergakademie, war nebenbei Schreiber im dortigen Floßamt und übernahm nach notgedrungener Aufgabe des Studiums für 5 Jahre die Geschäftsführung der Crazischen Buchhandlung in Schneeberg. Dort gründete er 1790 die Arnoldische Buchhandlung mit Verlag. In Dresden eröffnete er 1795 eine Leihbibliothek, 1798 eine hervorragend ausgestattete Lesestube („Literarisches Museum“) und 1802 den ersten Dresdner Journallesezirkel. 1803 übernahm er eine Buchhandlung in Dresden, die er zu einer der angesehensten Firmen Deutschlands ausbaute. Seine Verlagstätigkeit gab Anregung auf allen Wissensgebieten: Neben Werken von B. und H. von Cotta, J. J. von Berzelius, K. H. Aster
u. a., sowie Schriften der gerade aufkommenden Homöo
|pathie verlegte er 1804-06 die belletristische „Abendzeitung“, die, nach ihrer Neugründung 1817 von Hofrat Winkler (Theodor Hell) redigiert, zum erfolgreichen Organ des Dresdner Liederkreises wurde. In seinem Kunstverlag erschienen 1820 und 1822 die 30
bzw. 100 malerischen Ansichten von Dresden und Umgebung nach Zeichnungen von C. A. Richter und dessen Sohn Ludwig, dem Arnold 1823-26 die Mittel zu einem Studienaufenthalt in Italien gewährte. Er förderte auch C. M. von Weber. Zur Hebung des Unterrichts errichtete er 1838 eine Stiftung für die Vermehrung der Buchbestände in den Schulbibliotheken. – Am öffentlichen Leben nahm er teil seit der Pachtung des „Dresdner Frag- und Anzeigers“ (1802-06 und 1827-36). Nach den Dresdner September-Unruhen 1830 gehörte er zu den sieben „Vertretern zur Wahrung der Gerechtsame der Bürger und Einwohner“ und trat für eine zeitgemäße Verfassung ein. 1838-42 war er Mitglied des Stadtverordneten-Kollegiums.
Literatur ↑
ADB I; L. Richter, Lebenserinnerungen eines
dt. Malers, 1885, S 46 ff.; 100 J.
Gesch. d.
A.schen Buchhandlung in Dresden
v. 1790-1890,
hrsg. v. H. Colditz u. K. F. Leubner, 1890; H. Zeissig, Eine
dt. Ztg., 200 J. Dresdner Anzeiger, 1930, S. 56, 91 ff.
u. ö. (P).
Portraits ↑
Ölgem. v. unbek. Künstler;
Lithogr. (mit 78 J.) v. E. G. Baisch;
Lithogr. v. unbek. Künstler (sämtl.
Städt. Slgg., Dresden).
Autor ↑
Elisabeth BoerEmpfohlene Zitierweise ↑
Boer, Elisabeth, „Arnold, Johann Christoph“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
386 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116349891.html
<< Arnold, Christoph
Arnold, Friedrich Wilhelm >>
Arnold, Christoph
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Arnold: Christoph
A.
, geb. 10. März 1763
zu Hartmannsdorf bei Frauenstein im
sächs. Erzgebirge, † 6. Aug.
1847, Sohn eines verarmten Bauern, besuchte 1778 das
Gymnasium zu Freiberg, mußte aber aus Mangel an Mitteln das
Studiren aufgeben, ward Schreiber beim dortigen Floßamte,
versuchte dann nochmals durch Besuch der Bergakademie eine andere
Laufbahn, ward jedoch abermals durch seine Mittellosigkeit daran
verhindert und mußte sich wieder von Schreiberdiensten ernähren.
Durch seine Begabung brachte er es zum Geschäftsführer der
Crazischen Buchhandlung in Schneeberg. Dadurch mit
buchhändlerischen Geschäften vertraut geworden, begründete er mit
40 Thalern im J. 1790 ein eignes Geschäft in Schneeberg, wendete
sich später nach Dresden, wo er im J. 1803 das Privilegium einer
insolvent gewordenen Buchhandlung, fast ohne alle Mittel, kaufte
und dieses unter seinem Namen geführte Geschäft nach dem
französisch-deutschen Kriege durch Fleiß, Umsicht und Geschick so
in die Höhe brachte, daß es eines der angesehensten Deutschlands
wurde und eine Commandite in Leipzig errichten mußte. Im J. 1825
gründete er ein litterarisches Lese-Museum und vertrieb seit 1817
die vom Hofrath Winkler (Theodor Hell) herausgegebene, seiner Zeit
vielgelesene Abendzeitung, ein belletristisches Blatt, welches die
Erzählungen der gelesensten Romanschriftsteller damaliger Zeit,
Laun, Schilling, van der Velde, v. Bronikowski, Weisflog, v.
Tromlitz, v. Wachsmann u.
A.
brachte und die meisten davon in die Lesewelt
einführte. Bei seinem kinderlosen Ableben ging sein blühendes
Geschäft in die Hände eines Adoptivsohnes über und besteht noch
unter seinem Namen als eins der größten und geachtetsten Dresdens.
Von seinen Verlagsartikeln verdienen außer den gesammelten
Schriften obgenannter Romanschriftsteller und Schulbüchern, in
zahlreichen Auflagen, noch Erwähnung dir Werke eines Cotta, Aster,
Berzelius und wichtige Schriften der damals epochemachenden
Homöopathie, Kohl's Reisewerke, Gerstäcker's erste Arbeiten. Er
selbst hat "Das neue Dresden", 1809, geschrieben.
Literatur ↑
Gottwald, Erinnerungsblätter etc., Dresden 1840. S. 106. Sächs.
National-Encyklopädie. Bd. I. S. 268.
Autor ↑
Gautsch.
Empfohlene Zitierweise ↑
Gautsch, „Arnold, Christoph“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
585
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116349891.html?anchor=adb
Arnold, Christoph
Name: Arnold, Christoph
Namensvariante: Arnold, Johann Christoph
Lebensdaten: 1763 bis 1847
Geburtsort: Hartmannsdorf bei Freiberg (Sachsen)
Sterbeort: Dresden
Beruf/Lebensstellung: Buchhändler; Verleger
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Boer, ElisabethAutor ADB:
GautschPND: 116349891