<< Eckartshausen, Franz Karl von
Ecke, Gustav >>
Eckbrecht von Dürckheim-Montmartin, Ferdinand Graf
elsässischer Beamter,
* 1.7.1812 Thürnhofen bei Feuchtwangen,
† 20.6.1891 Edla bei Salzburg. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
Aus elsässischem Uradel;
V Frdr. Gf. E. v. Dürckheim-Montmartin (1770–1836) auf Thürnhofen
usw.,
württ. Gesandter im Haag,
S des
Ludw. Carl
Gf. (seit 1764)
E. v. Dürckheim (1733–74) auf Fröschweiler
usw.,
k.k. WGR u. Reichshofrat,
württ. Komitialgesandter,
u. der Louise Friederike (
T des
Frdr. Sam. Gf. Dumaz
v. Montmartin,
† 1778,
württ. Premier
Min.,
s. ADB 22);
M Amalie (1774–1845),
T des Carl
Ludw. Frhr. Eckbrecht
v. Dürckheim, auf Fröschweiler,
württ. Reisemarschall,
u. der Amalie Luise Freiin Bock
v. Bläsheim;
⚭ 1) 1833 Mathilde (1815–45), 2) 1849 Franziska (1816–1906), beide
T des
Joh. Frdr. Frhr. v. Türckheim (1780–1850),
Präs. des Direktoriums der Kirche Augsburger
Konf. u. Bgm. in Straßburg (
s. ADB 39,
S des
Bernh. Frdr., 1752-1831, Konsistorial
Präs.,
u. der
Elis. [Lilli] Schönemann,
† 1817,
s. ADB 39),
u. der Friedrike
Gfn. v. Degenfeld-Schonburg; 1
S aus 1), 3
S aus 2):
Großneffe Alfred (1850–1912), bayerischer
Gen. der
Inf. (
s. BJ 18,
Tl. 1912,
L;
Schärl).
Leben ↑
Zwischen Frankreich und Deutschland gestellt, verkörpert sich in Eckbrecht von Dürckheim-Montmartin das Schicksal altelsässischer Familien. In dieser Tatsache liegen Reiz und Bedeutung seiner „Erinnerungen alter und neuer Zeit“ (1887,
41916). Während die zwei älteren Brüder in das österreichische Heer eintraten, kehrte Eckbrecht von Dürckheim-Montmartin mit seinem Vater 1815 auf den in der Revolution beschlagnahmten Familienbesitz zurück und besuchte seit 1828 die Straßburger Akademie zu juristischen Studien. Der Juli-Revolution (1830) mit dem Eintritt in die Nationalgarde folgten 1833 die Prüfungen zum Lizentiaten der Rechte und der Beginn der Verwaltungslaufbahn. Erste selbständige Aufgaben erhielt er als Unterpräfekt im Inneren Frankreichs 1840 in Weißenburg, dann in Peronne, wo Eckbrecht von Dürckheim-Montmartin die Bekanntschaft des in Ham gefangenen Louis Napoleon machte. Während der Februar-Revolution (1848) in Paris, wurde er 1849 durch den neuen Präsidenten (Napoleon III.) Unterpräfekt in Schlettstadt, 1850-
|53 Präfekt in Kolmar (Departement Oberrhein). In dieser Stellung war Eckbrecht von Dürckheim-Montmartin für die Aufrechterhaltung des deutschen Unterrichts in den Volksschulen und für eine engere Verbindung mit der Rheinpfalz beziehungsweise mit Baden tätig. 1854 wurde er Generalinspektor der französischen Telegraphenverwaltung, 1869 deren Vertreter auf dem Wiener Weltkongreß. Da er inzwischen alten Familienbesitz in Fröschweiler zurückkaufte, ließ er sich 1871 dort nieder und suchte den Übergang des Elsaß in das neue Deutsche Reich zu erleichtern.
Werke ↑
Weiteres W Lilis Bild, 1879,
2v. A. Bielschowsky, 1894.
Literatur ↑
zu Gvv Ludw. Carl:
O.
v. Gschließer, Der Reichshofrat, 1942.
Autor ↑
Paul WentzckeEmpfohlene Zitierweise ↑
Wentzcke, Paul, „Eckbrecht von Dürckheim-Montmartin, Ferdinand Graf“,
in: Neue Deutsche Biographie
4
(1959), S.
285 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116375019.html
Eckbrecht von Dürckheim-Montmartin, Ferdinand Graf
Name: Eckbrecht von Dürckheim-Montmartin, Ferdinand Graf
Namensvariante: Montmartin, Ferdinand von
Lebensdaten: 1812 bis 1891
Geburtsort: Thürnhofen bei Feuchtwangen
Sterbeort: Edla bei Salzburg
Beruf/Lebensstellung: elsässischer Beamter
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Wentzcke, PaulPND: 116375019