<< Schröer, Friedrich Wilhelm Henning
Schrörs, Johann Heinrich >>
Schröffer, Joseph Martin
Bischof von Eichstätt, Kardinal,
* 20.2.1903 Ingolstadt,
† 7.9.1983 Nürnberg,
⚰ Eichstätt, Dom.
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Nachlass
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Martin (1873–1917
⚔), Malermeister in
I.;
M Maria Grüb(
* 1881) aus
I.; 4
Schw.
Leben ↑
Nach dem Schulbesuch in Ingolstadt und der Reifeprüfung in Eichstätt studierte
S. 1922-31 Theologie an der Gregoriana in Rom mit Spezialstudien im Fach Neues Testament. 1925 wurde er zum
Dr. phil., 1929 zum
Dr. theol. promoviert und erlangte 1931 den Titel eines Magister aggregatus mit der Venia legendi. 1928 in Rom zum Priester geweiht, wurde
S. 1931 Kaplan in Weißenburg (Diözese Eichstätt). 1933 berief ihn
Bf. Konrad
Gf. v. Preysing als Professor an die
Phil.-
Theol. Hochschule Eichstätt, wo
S. Moraltheologie, seit 1938 auch Pastoraltheologie lehrte.
Prägend für
S.s Denken wurde die paulinische Idee der Kirche als „Corpus Christi Mysticum“. Die innige Vereinigung der Gläubigen mit Christus und untereinander bekam für
S. – auch angesichts wachsender Behinderungen durch das
NS-Regime – große Bedeutung in Lehre und Verkündigung. 1941 berief ihn
Bf. Michael Rackl (1883–1948) zu seinem Generalvikar; 1942 wurde
S. Mitglied des Domkapitels. 1948 ernannte ihn Papst Pius XII. zum Bischof von Eichstätt.
S.s Wirken war geprägt vom Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg: Linderung der Wohnungsnot, Integration der Heimatvertriebenen, Konsekration von über 70 neuen Kirchen, Gründung von Pfarreien, Förderung kirchlicher Jugend- und Sozialverbände.
Über die Bistumsgrenzen hinaus bekannt wurde
S. durch seinen Einsatz für den „Grünen Katechismus“ (1955), ein Standardwerk für den Religionsunterricht. Mit der Einrichtung einer Patenschaft für die
ind. Diözese Poona 1955 war
S. Vorreiter in Deutschland. Als Präsident der
dt. Sektion der
kath. Friedensbewegung Pax Christi engagierte er sich 1954-67 für die Aussöhnung zwischen Deutschen und Franzosen
bzw. Polen. 1958 initiierte er in Eichstätt die Errichtung einer kirchlichen Pädagogischen Hochschule, aus der 1980 die
Kath. Univ. Eichstätt-Ingolstadt hervorging.
Zur Vorbereitung des II. Vatikanischen Konzils berief ihn Papst Johannes XXIII. 1960 in die Vorbereitende
Theol. Kommission. Seine Konzilsbeiträge gingen
v. a. in die Kirchen- und die Pastoralkonstitution ein. 1967 wurde
S. als Sekretär der Kongregation für das
Kath. Bildungswesen nach Rom berufen und 1968 zum Titularerzbischof von Volturno ernannt; Schwerpunkt seiner Arbeit war die nachkonziliare Reform des Theologiestudiums und der Priesterausbildung. 1976 wurde er in den Kardinalsstand erhoben.
Auszeichnungen ↑
Ehrenkanonikus d. Kathedrale
v. Reims (1962); Ehrenbürger
v. Eichstätt (1967) u. Ingolstadt (1976); Kommandeur d.
franz. Ehrenlegion (1978); Gr.
BVK mit Stern (1960);
Bayer. Verdienstorden (1960).
Werke ↑
Doctrina de Spiritu Sancto secundum Evangelium et Primam Epistulam Sancti Johannis, Mag.arb.
o. J. (1931);
Ingolstädter Ansprachen, Aufbau in Werk u. Geist, 1978;
Wege
z. Frieden, Predigten u.
Vortrr., 1983;
Die Persönlichkeit d. Predigers, in: Klerusbl. 39, 1959, S. 309-13;
|Nachlass ↑
Nachlaß: Diözesanarchiv Eichstätt u.
Privatbes.Literatur ↑
A. Schickel, J.
Kard. S., Ein Leben f. d. Kirche, 1991
(P);
K. Kreitmeir, Die Bischöfe
v. Eichstätt, 1992, S. 102-04;
W. Hentschel, „Christus in uns, wir in ihm“, J.
Kard. S. u. d. Corpus-Christi-Mysticum-Gedanke, in: E. Naab (
Hg.), Ex latere,
FS Michael Seybold, 1993, S. 132-48;
ders., Die Bischöfe
v. Eichstätt 1948-1995, in: Eichstätt, Ein
Bm. im Herzen Bayerns,
hg. v. Bfl. Ordinariat Eichstätt,
22001, S. 86-88;
ders., J.
Kard. S. u. d. II. Vatikan. Konzil, in:
Sbl. d.
Hist. Ver. Ingolstadt 112, 2003, S. 203-12;
L. Brandl,
Christl. Geist in säkularer
Ges.,
ebd., S. 185-201;
Kard. J.
S.,
Bf. v. Eichstätt, 1948–1967,
Ausst.kat. z. 100.
Geb.tag,
hg. v. Diözesanarchiv Eichstätt, 2003
(P);
BBKL (W, L);
LThK3;
Gatz I u. V
(P);
Munzinger.
Portraits ↑
Ölgem., 1949 (Bischofshaus Eichstätt).
Autor ↑
Werner Josef HentschelEmpfohlene Zitierweise ↑
Hentschel, Werner Josef, „Schröffer, Joseph Martin“,
in: Neue Deutsche Biographie
23
(2007), S.
582
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd119109751.html