<< Schrödter, Alexander Emil Adolf
Schröffer, Joseph Martin >>
Schröer, Friedrich Wilhelm Henning
evangelischer Theologe,
* 2.5.1931 Berlin,
† 7.2.2002 Bonn,
⚰ Königswinter-Thomasberg.
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Werke
| Literatur
| Nachlass
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Erich (1904–45),
Dr. rer. nat.,
Prof. f. physikal. Ghemie an d.
Univ. Berlin (s.
Pogg. VI),
S d. Karl (1876–1945), Studienrat, u. d. Gertrud Meute (1874–1955);
M Frieda (1902–86),
Dr. rer. nat.,
T d. Friedrich Kippert (1868–1941), Bankbeamter, u. d. Hedwig (1876–1963);
⚭ 1) 1961 Bergrun Bornitz (1932–91), 2) 1994 Ruth Margarethe Seils (
* 1947), TZI-Pädagogin, Bibliodramatikerin in Bunn; 4
K aus 1) Regine (
* 1962), Soz.
päd. in Brüssel, Harald (
* 1963),
Math. in Bonn, Ulrike (
* 1965), Architektin in Basel, Clemens (
* 1967), Disponent im Einzelhandel in Berlin.
Leben ↑
Nach der Evakuierung aus Berlin nach Schleswig-Holstein 1943 legte
S. 1952 in Meldorf das Abitur ab. Das Studium der
Ev. Theologie an der Kirchl. Hochschule Berlin sowie an den Universitäten Göttingen und Heidelberg schloß er 1957 in Heidelberg bei Edmund Schlink mit einer systematischtheologischen Promotion über Kierkegaard ab (Die Denkform d. Paradoxalität als
theol. Problem, 1960). Nach Vikariat in Kopenhagen, Ordination in Kiel und Dozentur am Predigerseminar in Preetz war er 1960-66 Hauptpastor der
Dt. Ev. Gemeinde
St. Petri in Kopenhagen. Als Religionslehrer unterrichtete er 1966-68 an Gymnasien in Eberbach und Heidelberg. 1968 habilitierte er sich in Heidelberg mit einer Arbeit über „Wesen und Methode der Predigtmeditation“ und nahm dort eine Tätigkeit als Hochschuldozent für Praktische Theologie auf. 1971 folgte er einem Ruf auf den Lehrstuhl für Praktische Theologie und Religionspädagogik in Bonn (
Dir. d.
Inst. f. Hermeneutik 1977–96). Rufe an die Kirchl. Hochschule Berlin (1971) und die
Univ. Marburg (1983) lehnte er ebenso ab wie das Angebot, Bischof von Schleswig zu werden (1979). Dem
Dt. Ev. Kirchentag gab er 1980-97 als Vorsitzender des Ständigen Ausschusses für Abendmahl, Gottesdienst, Fest und Feier wesentliche Impulse für seine liturgische, rituelle und kulturelle Gestalt. 1973-2002 fungierte
S. als Fachherausgeber für Praktische Theologie und Religionspädagogik der
Theol. Realenzyklopädie (TRE); als Mitherausgeber der „Predigtstudien“ 1968-2002 sowie der „Zeitschrift für Pädagogik und Theologie“ 1972-2002 prägte er viele Prediger und Religionspädagogen.
Für
S. bestand Praktische Theologie in der hermeneutischen Reflexion aller Formen und Medien gelebter Religion in Kirche und Gesellschaft. Ihm lag daher
v. a. eine kritischkonstruktive Theorie der Praxis am Herzen, die er sowohl mit seinen systematisch-
theol. Interessen, bei denen seine international anerkannten Kierkegaard-Studien hervorzuheben sind, vorantrieb als auch mit kulturtheologischen Projekten wie
z. B. Liturgischen Wochen. Keiner
theol. Schule angehörend, ließ er sich von Theologen wie Luther, Comenius, Schleiermacher, Kierkegaard und Barth sowie von der zeitgenössischen Dichtung inspirieren. Das Bemühen, Wissenschaft und Alltag in Beziehung zu setzen, ging einher mit systematisch-enzyklopädischem Denken, kreativer Pragmatik und luziden Formulierungen, die seinem Sprachwitz zu verdanken sind. Zu
S.s Schülern zählen Stefan Alkier, Bernd Beuscher, Gotthard Fernor, Gung Il-Ung, Ralf Koerrenz, Johannes Loh, Günter Ruddat, Harald Schroeter-Wittke und Jutta Siemann.
Auszeichnungen ↑
H.-
S.-Förderpreis f. verständl.
Theol. (jahrl. seit 2004).
Werke ↑
Weitere W
Unser Glaubensbekenntnis heute, 1971;
Moderne
dt. Lit. in Predigt u. Rel.unterr., 1972;
Fides quaerens doctrinam, Auf d.
theol. Lernweg d. Glaubens, in: R. Lachmann u. H. F. Rupp (
Hg.), Lebensweg u.
rel. Erziehung, Rel.
päd. als
Autobiogr., II, 1989, S. 297-322
(Autobiogr.);
Von Comenius
z. Postmoderne im Horizont d. Pansophie, 2002;
In der Verantwortung gelebten Glaubens, Prakt.
Theol. zw. Wiss. u. Lebenskunst, 2003 (
Bibliogr., S. 249-68);
–
Mitbg.: Hdb. d. Prakt.
Theol., 1981-87;
Prakt.
Theol. heute, 1990-2002;
Lebendige Liturgie, 1990-92;
Grundlinien
Rel., 1990-92;
Theopoesie, 1998;
|Nachlass ↑
Nachlaß: Ev. Fachhochschule Bochum,
Prof. Dr. Günter Ruddat.
Literatur ↑
Abenteuer Kirchentag, H.
S. u. Harald Schroeter im Gespräch mit Helmut Simon, in: gep Buchmagazin Frühjahr/Sommer 1989, S. 3-5;
D, Zilleßen
u. a. (
Hg.),
Prakt.-theol. Hermeneutik, 1991;
G. Ruddat u. H. Schroeter (
Hg.),
Kl. kabarettist. Katechismus, 1997;
G. Fermor
u. a. (
Hg.), Gde.kulturpäd., 2001
(P);
E. Hauschildt (
Hg.), Theopoet. Existenz, 2004;
RGG4Autor ↑
Harald Schroeter-WittkeEmpfohlene Zitierweise ↑
Schroeter-Wittke, Harald, „Schröer, Friedrich Wilhelm Henning“,
in: Neue Deutsche Biographie
23
(2007), S.
581-582
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd120781980.html