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NDB-Artikel

<< Dohna, Burggrafen und Herren zu.     Dohna, Christian Albrecht von >>

Dohna, Abraham von

brandenburgischer Staatsmann und Oberst, * 10.3.1579 Mohrungen (Ostpreußen), 14.12.1631 Schlobitten (Ostpreußen). (evangelisch, seit 1601 reformiert)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Achatius (s. Einl. b); M Barbara ( 1607), T des Wolf Dietr. v. Wernsdorf; Ov Fabian s. (5); B Achatius (s. Einl. d), Christoph s. (3); 15.12.1624 Anna Euphrosyne (1598–1667), Wwe des Hans Joachim v. Belau ( 1623), T des Martin v. Proeck u. der Dorothea v. Lehndorff; 3 T.

Leben  
Nach Studien in Rostock, Altdorf (Rektor honoris causa) und anschließenden Auslandsreisen (Paris, Genf, Florenz) hörte Dohna in Heidelberg (1601/02) bei A. Scultet Sprachen, Geschichte, Mathematik, vor allem jedoch Theologie. Nach einem Aufenthalt in Schlobitten, von wo aus er den Warschauer Reichsrat (1603) besuchte, nahm er an dem Feldzug Moritz von Oraniens in den Niederlanden teil (1605/06). Seinen mathematischen Neigungen folgend, beschäftigte sich Dohna theoretisch mit Kriegskunst und Festungsbau (Entwurf zur Befestigung Emdens, 1606). Doch erst 1609 verließ er den Kriegsdienst der Staaten und folgte einem wiederholten Angebot Christians von Anhalt als Generalquartiermeister der Unionsarmee. In dieser Stellung trat er während der Belagerung und Einnahme Jülichs im Jülicher Erbstreit (1610) hervor. Nach seiner Rückkehr nach Preußen begleitete er an Stelle seines Onkels Fabian zu Dohna die kurbrandenburgische Gesandtschaft nach Warschau, um auf dem Reichstag (1611) Kuratel und Belehnung mit Preußen für Johann Sigismund in Empfang zu nehmen. Nach seiner Teilnahme am Frankfurter Wahltag (1612) und Regensburger Reichstag (1613) zum brandenburgischen Geheimen Rat ernannt, nahm er außerhalb seines eigentlichen Aufgabenbereichs – das wesentlich in der Aufsicht über die Landesbefestigungen, Zeughäuser, Geschütz- und Kriegsbauwesen bestand – vor allem auf die Festigung des Reformiertentums in der Mark Brandenburg starken Einfluß. Der Übertritt Johann Sigismunds zur reformierten Konfession (1613) kam unter der Einwirkung Dohnas zustande. Diese Erfolge erweckten Dohna zahlreiche Gegner unter den lutherisch-orthodox eingestellten märkischen Ständen. Besonders schwerwiegend aber war für ihn die erbit|terte Feindschaft der Kurfürstin selbst. Ohnehin seelisch zur Schwermut neigend, suchte er den Anfeindungen auszuweichen und nahm gelegentlich des Böhmischen Aufstandes als Oberst Kriegsdienst bei Markgraf Hans Georg von Jägerndorf (1618).
1621 zog Dohna sich nach Schlobitten zurück. Hier widmete er sich der Verwaltung seiner Güter und seinen wissenschaftlichen Studien. Während des schwedisch-polnischen Krieges wurde er wiederholt von Georg Wilhelm in Befestigungsfragen (Memel, Elbing und Königsberg) zu Rate gezogen, auch wurde er vom Kurfürsten wiederholt zu Unterhandlungen mit Gustav Adolf gesandt. Dohnas eigentliche Begabung dürfte – nach Ausweis seiner hinterlassenen Arbeiten geschichtlichen, geographischen und theologischen Inhalts, seiner bedeutenden Sammlung mathematischer Instrumente und seiner Bibliothek – weit mehr auf geistigem als auf kriegerischem oder diplomatischem Gebiet gelegen haben. Sein künstlerisches Vermögen spricht aus der Satire „Historisch Reimen von dem ungereimten Reichstag anno 1613“ und einem Ballettentwurf „Cyrus und Thomyris“, andererseits aus seinen architektonischen Plänen zur Befestigung Königsbergs und zum Umbau seines Schlosses Schlobitten, die die niederländische Renaissance in Preußen einführten. Das gemeinschaftlich mit den Brüdern verfaßte „Ewige Testament der Dohnas“ (1621) und die „Willkür“ der Dohnaschen Güter (1626) sind ausgezeichnet durch religiösen und sozialen Geist, dem Dohna sich verpflichtet wußte.

Werke  
Historisch Reimen v. d. ungereimten Reichstag anno 1613, hrsg. v. A. Chroust, in: A. Chroust, A. v. D., 1896; Christl. Gedanken üb. d. wunderl. Ausführung d. Volkes Israel aus Ägypten, Frankfurt/O., 1647.

Literatur  
A. Chroust, A. v. D., 1896 (P); Ch. Krollmann, Das Defensionswerk im Hzgt. Preußen II, 1909, S. 65 ff., 114 ff.; A. Jeroschewitz, Der Übertritt d. Burggrafen zu D. z. ref. Bekentnis, theol. Diss. Königsberg 1920.

Autor  
Walter Nissen
Empfohlene Zitierweise  

Nissen, Walter, „Dohna, Abraham von“, in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 46 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd128975415.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 4 (1959), S. 46 f.

PND: 128975415
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Index

Dohna, Abraham von

Name: Dohna, Abraham von
Lebensdaten: 1579 bis 1631
Geburtsort: Mohrungen (Ostpreußen)
Sterbeort: Schlobitten (Ostpreußen)
Beruf/Lebensstellung: brandenburgischer Staatsmann; Oberst
Konfession: reformiert
Autor NDB: Nissen, Walter
PND: 128975415

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Dohna, Abraham von

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128975415

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