<< Dohna, Christian Albrecht von
Dohna, Christoph Delphicus von >>
Dohna, Christoph Burggraf von
kurpfälzischer Diplomat, Gouverneur des Fürstentums Orange,
* 27.6.1583 Mohrungen (Ostpreußen),
† 1.7.1637 Orange (Departement Vaucluse, Frankreich). (reformiert)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Achatius (
s. Einl. b);
Ov Fabian
s. (5);
B Abraham
s. (1);
⚭ Prag 23.3.1620 Ursula (1594–1657), 1637-49 Statthalterin
v. Orange,
T des
Joh. Albrecht
Gf. zu Solms-Braunfels (1563–1623), kurzfälzischer
GR u. Großhofmeister,
u. der Agnes
Gfn. Sayn-Wittgenstein;
Schwägerin Prn. Amalie
v. Oranien (
† 1675,
s. NDB I); 11
K,
u. a. Friedrich
s. (6), Christian Albrecht
s. (2), Christoph Delphicus
s. (4);
Schwiegersohn u. N Fabian (
s. Einl. e).
Leben ↑
Nach Studium in Altdorf und Heidelberg, Übertritt zum Calvinismus, Umgang mit A. Scultet und 2 großen Bildungsreisen durch Italien und Frankreich lernte Christian von Anhalt Dohna durch Vermittlung seines Onkels Fabian zu Dohna in Heidelberg kennen, wählte
|ihn zum Reisebegleiter nach Paris (1606/07) und verwandte ihn in der Folgezeit zu zahlreichen Gesandtschaften (Paris, Haag, London, Venedig, Prag, Wien) im Zuge seiner kurpfälzischen Politik. Vor allem wurde Dohna mit den wichtigen Gesandtschaften beauftragt, die um Unterstützung der pfälzischen Politik anläßlich des böhmischen Aufstandes und der böhmischen Königswahl Friedrichs V. bitten sollten (1618 Dresden, 1619 Haag, London, 1621 Kaschau). Friedrich ernannte Dohna zunächst zum kurpfälzischen Rat (1615), als König von Böhmen (1620) zu seinem Oberkammerherrn. Der Ausgang der Schlacht am Weißen Berge stürzte auch Dohna aus höchstem Glanz in tiefstes Elend. Er begleitete die Gemahlin Friedrichs von Prag nach Küstrin. Nach längerem Aufenthalt in Carwinden wich er den heftigen Anfeindungen, denen er dort ausgesetzt war, nach den Niederlanden aus. Er fand zunächst in Delft Aufnahme. 1629 wurde er von Prinz Friedrich Heinrich von Oranien, dem Schwager seiner Frau, zum Gouverneur des den Oraniern gehörenden Fürstentums Orange ernannt. In friedlicher Aufbauarbeit beschloß er dort sein Leben. – Dohna stand auf der Höhe der Bildung seiner Zeit. Er beschäftigte sich mit Übersetzungen aus den klassischen Sprachen, erlangte auf Grund einiger von ihm verfaßter lateinischer Gedichte Aufnahme in die „Fruchtbringende Gesellschaft“ Ludwigs von Anhalt, der er wohl als einziges Glied einer ostpreußischen Familie angehörte.
Werke ↑
Unveröff. Autobiogr. bearb. in: F. Spanheim, Commentaire historique de la vie et de la mort de M. Ch. de
D., Genf 1639 (
dt. 1731),
häufig zitiert u. paraphrasiert in: J. Voigt, Des
Gf. Ch.
v. D. Hof-
u. Gesandtschaftsleben, in:
Hist. Taschenbuch,
hrsg. v. F. Raumer, Folge 3, 4.
Jg., 1853 (auch in: J. Voigt, Dt. Hofleben im
Za. d.
Ref.,
o. J., S. 313-457,
P).
Literatur ↑
ADB V;
Ch. a
D. Epistolarum Sylloge ad H. Altingium ex mss. a. 1627-37, in: [
D. Gerdes,] Scrinium antiquarium sive Miscellanea Groningana nova … VIII, 1, Groningen
u. Bremen, 1763, S. 544-554;
Briefe
u. Acten
z. Gesch. d. 30j. Krieges,
hrsg. v. M. Ritter, II, III, 1874/77 Register
s. Pfalz, Räte);
A. Chroust, in:
Zs. f. Kulturgesch., 4. Folge, 2, 1895, S. 410
ff. (mit Briefen D.s);
H. Borkowski, in:
Euphorion 5, 1898, S. 669
ff.,
ebd. 8, 1901, S. 571
ff. (mit Gedichten u. Briefen D.s);
Neue Briefe
v. Paolo Sarpi
(an u. v. D.),
hrsg. v. K. Benrath, 1909.
Portraits ↑
Silberstiftminiatur auf Elfenbein (Fürst Dohna, Grenzach/Baden); Ölgem. (Fürst Solms, Schloß Braunfels/Lahn).
Autor ↑
Walter NissenEmpfohlene Zitierweise ↑
Nissen, Walter, „Dohna, Christoph Burggraf von“,
in: Neue Deutsche Biographie
4
(1959), S.
47 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118680161.html
Dohna, Christoph Burggraf von
Name: Dohna, Christoph Burggraf von
Lebensdaten: 1583 bis 1637
Geburtsort: Mohrungen (Ostpreußen)
Sterbeort: Orange (Departement Vaucluse, Frankreich)
Beruf/Lebensstellung: kurpfälzischer Diplomat; Gouverneur des Fürstentums Orange
Konfession: reformiert
Autor NDB:
Nissen, WalterPND: 118680161