<< Anton, Karl Gottlieb
Anton, Konrad Gottlob >>
Anton, Karl Gottlob von (seit 1802)
Rechtsgelehrter, Historiker und Sprachforscher,
* 23.7.1751 Lauban (Oberlausitz),
† 17.11.1818 Görlitz. (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
Aus Handwerkerfamilie;
V Gottlob Anton, Handelsherr;
M Christiane Rosine Richter;
Vt Konrad Gottlob Anton (s. 4), Karl Gottlieb Anton (s. 2);
⚭ 1) Görlitz 16.4.1776 Johanne Christiane,
T des Senators, Bauinspektors und Landsteuersekretärs Traugott Leberecht Meissner, 2) 18.5.1812 Ernestine Antoinette Irmgard,
T des Oberlandesgerichtsvize
|präsidenten Ernst Gottlob von Khiesewetter (Kiesenwetter) in Glogau; kinderlos; durch
Ur-Gvv Martin Anton mit Paul Anton (s. 5) verwandt.
Leben ↑
Anton studierte seit 1770 zu Leipzig die Rechte, wurde dort Magister Philosophiae und
Dr. jur. und ließ sich 1774 als Oberamtsadvokat in Görlitz nieder, wo er 1797 Senator wurde. Er war Mitbegründer der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften (1779) und Neubegründer der Loge (1803). Als Ratsschöffe (1806) übte er starken Einfluß auf das Geistesleben der Lausitz aus. Seine eigenen Forschungen führten auf mehreren Gebieten zu grundlegenden Erkenntnissen. Seine „Geschichte der teutschen Landwirtschaft“ wurde für die gesamte spätere Forschung richtungweisend. Die Rechtsgeschichte wurde durch seine Vorarbeiten für eine kritische Ausgabe des Sachsenspiegels und des Auctor vetus de beneficiis stark angeregt. Schon 1777 forderte er die Vergleichung des grammatischen Baues der Sprachen zur Erkennung ihrer Verwandtschaft und die Berücksichtigung der begrifflich-sachlichen Seite bei etymologischen Herleitungen. Anton ist der eigentliche Begründer der „linguistischen Paläontologie“ und erzielte beachtenswerte Ergebnisse besonders auf dem Gebiete der slavischen Altertumskunde.
Werke ↑
u. a. Diplomat.
Btrr. z. d.
Gesch. u.
z. d. teutschen Rechten, Leipzig 1777
(anonym); Versuch einer
Gesch. d. Tempelherren-Ordens, ebenda 1779,
21781; Übers, d. Germania d. Tacitus, mit Commentar, ebenda 1781, Görlitz
21799; Erste Linien eines Versuches
üb. d. alten Slawen Ursprung, Sitten, Gebräuche, Meinungen u. Kenntnisse, Leipzig 1783–89; Erweis, daß d. Lehnrecht, welches Zepernik aus einer Görlitzer
Hs. hrsg., altes Sachsenrecht sei, ebenda 1789; Üb. d. Rechte d. Herrschaften auf ihre Unterthanen u. deren Besitzungen, ebenda 1791;
Gesch. d. teutschen Nazion, 1. T., ebenda 1793; Üb. Sprache in Rücksicht auf d.
Gesch. d. Menschheit, Görlitz 1799;
Gesch. d. teutschen Landwirtschaft
v. d. ältesten Zeiten bis
z. Ende d. 15. Jh.s, 3 T., ebenda 1799 bis 1802.
Literatur ↑
ADB I;
Ersch-Gruber IV, 1820;
V. Jagió, Istorija slavjanskoj filologii, 1910, S. 79
u. ö.;
R. Jecht, K. G.
v. A., Gedächtnisrede, in: Neues Lausitz.
Mgz.,
Bd. 94, 1918, S. 205-13, 219-21;
Reichert, Die Laubaner Familie
A., in: Der Wanderer im Riesengebirge 39, 1919, S. 14;
W. Preusler. K. G.
v. A., ein vergessener
dt. Sprachforscher, in: Indogerman. F 54, 1936, S. 165-89;
ders., in: Neues Lausitz.
Mgz. 117, 1941, S. 145-65;
G. Eis,
Nachrr. von u.
üb. K. G.
v. A. in d.
Mgz. „Bragur“, in: Indogerman. F 59, 1943, S. 84-87;
s. a. Regg. z. Neuen Lausitz.
Mgz. 76, 1900, S. 5, 107, u. 102, 1926, S. 5;
Stammtafeln
A. s. ebenda 78, 1902, S. 273, 299.
Portraits ↑
Ölgem. v. Reinhold (1802) im Sitzungssaal d. Oberlausitz.
Ges. in Görlitz,
Abb. in: Neues Lausitz.
Mgz. 94, 1918; Goldene Denkmünze d. Oberlausitz.
Ges. auf
v. A. u.
v. Gersdorf (1803);
Kupf. v. J. C. B. Gottschick,
Abb. in: Neues Lausitz.
Mgz. 80, 1904, nach S. 112.
Autor ↑
Gerhard EisEmpfohlene Zitierweise ↑
Eis, Gerhard, „Anton, Karl Gottlob von“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
318 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118649671.html
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Anton, Karl Gottlob von
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Anton: Karl Gottlob von
A.
, Rechtsgelehrter und Historiker, geb. 23. Juli 1751 zu Lauban in der Oberlausitz, † 17. November 1818 in Görlitz. Er studirte seit 1770 zu Leipzig
die Rechte, erwarb daselbst 1774 sowol die Magisterwürde der
Philosophie, als auch die juristische Doctorwürde und ließ sich in
Görlitz als Oberamtsadvocat nieder. 1797 wurde er Senator, 1806
Rathsscabinus, auch wurde er 7. September 1802 in den
Reichsadelstand erhoben. Er gehört zu den Stiftern der
Oberlausitzischen. Gesellschaft der Wissenschaften. Außer
zahlreichen kleineren Abhandlungen und Aufsätzen in Zeitschriften
verfaßte er verschiedene juristische und historische Werke, unter
denen das bedeutendste ist seine "Geschichte der teutschen
Landwirtschaft von den ältesten Zeiten bis Ende des 15.
Jahrhunderts", 3 Theile. 1799—1802, auf der alle späteren Arbeiten
über diesen Gegenstand fußen. Erwähnung verdienen noch seine
"Geschichte des Tempelherren-Ordens," 1779, 2. Aufl. 1781; seine
"Uebersetzung der Germania des Tacitus mit Commentar", 1781, n.
umgearb. Aufl. 1799, sowie: "Diplomatische Beiträge zu den
Geschichten und zu den teutschen Rechten" (anonym) 1777; "Erste
Linien eines Versuches über der alten Slawen Ursprung, Sitten,
Gebräuche, Meinungen und Kenntnisse", 1783—89; "Erweis daß das
Lehnrecht, welches Zepernik aus einer Görlizischen Handschrift
herausgegeben, altes Sachsenrecht sei etc.", 1789: "Ueber die
Rechte der Herrschaften am ihre Unterthanen und deren Besitzungen
etc.", 1791; "Geschichte der teutschen Ration", 1. (einziger)
Theil, 1793; "Ueber Sprache in Rücksicht am Geschichte der
Menschheit", 1799. Für eine kritische Ausgabe des Sachsenspiegels
und des Auctor vetus de beneficiis
hinterließ er handschristliche Vorarbeiten.
Literatur ↑
Weidlich's Biographische Nachrichten I.
6 ff. und Nachträge S. 6 ff. — Nietzsche in der (Hallischen)
Allgem. Litteraturzeitung 1827. III. 693
ff. — Homeyer, Des Sachsenspiegels zweiter Theil. II. 8 ff.
Autor ↑
Stffhgn.
Empfohlene Zitierweise ↑
Steffenhagen, „Anton, Karl Gottlob von“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
497
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118649671.html?anchor=adb