<< Diesbach, Nikolaus Joseph Albert von
Diesel, Rudolf Christian Karl >>
Diesbach, Wilhelm von
Staatsmann und Heerführer,
* 1448 Godesberg/Rhein,
† Oktober/November 1517 Bern.
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Ludw. (
† 1452), Ratsherr in Bern, reichster Berner
s. Zeit, lebte meist in Köln, Herr zu Godesberg,
S des Niklaus (
† 1436,
s. Einl.)
u. der Marg. Brüggler aus Berner Ratsgeschlecht;
M Elis. (
† 1462),
T des
Heinr. v. Runs auf Godesberg aus Kölner Patriziat
u. der Kunigunde
v. Erolzheim;
B Ludw. (1452–1527), Page am
franz. Hofe, 1484 Gesandter
b. Kg. Karl VIII., Landvogt zu Baden, bekannt durch seine noch erhaltenen, kulturgeschichtlich interessanten Aufzeichnungen (
s. ADB V);
Vt Niklaus (s.1);
⚭ 1) 1471 Dorothea
v. Hallwyl (tot 1477), aus aargauischem Ministerialadel, 2) Helene,
T des Michael
v. Freiburg, 3) 1501 Anastasia (
† 1517),
T des Berchtold (VII.) Schwend (
† 1447), Schultheiß aus einer der bedeutendsten
u. reichsten Züricher Patrizierfamilien,
u. der Claranna
v. Götlikon,
Wwe des Berners Brandolf vom Stein (
† 1500); 4
S, 5
T;
N (
S des
Ludw.) Sebastian (
† 1537), 2. Anführer der Berner
b. Novara 1513, Anführer
b. Bicocca 1522, Befehlshaber im Kappeler Krieg 1529, Schultheiß zu Bern 1522 (
s. ADB V).
Leben ↑
Von seinem Vetter Niklaus auferzogen und ausgebildet (er begleitete ihn auf seiner Pilgerfahrt 1467 und auf vielen Gesandtschaftsreisen), trat Diesbach 1475 dessen politisches Erbe an. Seine Stelle im Kleinen Rat einnehmend, bekleidete er das Schultheißenamt in den Jahren 1481-92, 1498-1501, 1504-07, 1510-12 und 1515-17; er führte auch mehrmals die Berner Truppen ins Feld. Diesbachs Lebensaufgabe war,
|die Berner Außenpolitik auf sichere Bahnen zurückzulenken. In den Jahrzehnten innerer Spannungen (Stanser Verkommnis 1481) und äußerer Gefahren (Schwabenkrieg 1499, Mailänderkriege 1500-15) wurde er der ganzen Schweiz als Vermittler, Schiedsrichter und Unterhändler unentbehrlich. Der Ewige Friede mit Frankreich (1516) war sein letztes politisches Werk.
Den Zeitgenossen erschien Diesbach als der „herrliche Schultheiß“; sie verehrten in ihm nicht nur den Staatslenker und Diplomaten, sondern auch den großzügigen Förderer der Künste und Wissenschaften.
Literatur ↑
ADB V;
F. A.
Moser, Ritter W.
v. D., Schultheiß
v. Bern, 1442-1517,
Diss. Bern 1930. - Zu
B Ludwig: L.
v. D., Herrn zu Landshut
u. Diesbach, Chronik
u. Selbstbiogr., in: Schweizer.
Gesch.-forscher 8, 1830, S. 161
ff.Autor ↑
Christoph von SteigerEmpfohlene Zitierweise ↑
Steiger, Christoph von, „Diesbach, Wilhelm von“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
659 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd13573746X.html
Diesbach, Wilhelm von
Name: Diesbach, Wilhelm von
Lebensdaten: 1448 bis 1517
Geburtsort: Godesberg/Rhein
Sterbeort: Bern
Beruf/Lebensstellung: Berner Staatsmann; Heerführer
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Steiger, Christoph vonPND: 13573746X