<< Diesbach, Niklaus von
Diesbach, Wilhelm von >>
Diesbach, Nikolaus Joseph Albert von
Jesuit, Volksmissionär und Seelenführer,
* 15.2.1732 Bern,
† 22.12.1798 Wien. (reformiert, 1754 (römisch)-katholisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Nikolaus
Albr. (1698–1738),
Mitgl. des täglichen Rates in Bern;
M Salome Tillier (1713–51),
Schw des Schultheiß Anton Tillier (
† 1751);
⚭ 1755
T des spanischen Konsuls de S. Pierre in Nizza; 1
T.
Leben ↑
Diesbach trat frühzeitig als Offizier in den Dienst des Königs von Sardinien. Durch die Lektüre katholischer Bücher wurde er 1754 in Turin Katholik, trat nach dem Tode seiner Frau 1759 in Genua in den Jesuitenorden ein, wurde 1764 Priester und wirkte in Italien und der Schweiz als Volksmissionär, Prediger und Seelenführer. Nach der Aufhebung des Ordens war er wiederholt und seit 1790 bis zu seinem Tode in Wien. Hier wirkte er zunächst als Erzieher im Kaiserhause. Bald wurde er zum Mittelpunkt eines kleinen Kreises glaubenseifriger Katholiken, zu denen H. Freiherr von Penckler und K. M. Hofbauer zählten. Um den religiösen Sinn des Volkes zu heben, gründete er Laienbibliotheken und war mit dem von ihm gegründeten Geheimbunde „Christliche Freundschaft“ um die Verbreitung katholischen Schrifttums bemüht. Im Kampf gegen den Josephinismus hat er die katholische Restauration vorbereitet und durch seinen Schüler Hofbauer auf das katholische Leben Österreichs nachhaltig weitergewirkt. Durch seinen Schüler Sineo della Torre, den Begründer der deutschen Ordensprovinz der Gesellschaft Jesu, hat er auch mitgeholfen, dieser in Deutschland die Wege zu ebnen.
Werke ↑
Le chrétien catholique inviolablement, attaché à sa religion, 3
Bde., Turin 1771; La voix du zèle,
ebd. 1774; La piété forte, Freiburg/Schweiz 1777
(vielleicht mit s. Schüler D. G. Giulio); La solitaire chrétienne et catholique,
ebd. 1778; Réflexions sur les ordres religieux, Paris 1789.
Literatur ↑
O. Pfülf, Die Anfänge d.
dt. Ordensprov. d.
Ges. Jesu
u. ihr Wirken in d. Schweiz, Freiburg 1922, S. 7 f.;
E. K. Winter, P. N. J. A.
v. D., S. J., in:
Zs. f. Schweizer
KG 18, H. 1, Stans 1924, S. 22
ff. u. 282
ff.;
T. Piatti, Il Servo di Dio Pio Brunnone Lauteri Apostolo di Torino Fondatore degli Oblati di Maria Vergine, Turin 1926;
L. Koch, 1934;
Sommervogel III;
LThK.
Autor ↑
Rudolf TillEmpfohlene Zitierweise ↑
Till, Rudolf, „Diesbach, Nikolaus Joseph Albert von“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
659
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd122806417.html
Diesbach, Nikolaus Joseph Albert
Name: Diesbach, Nikolaus Joseph Albert
Lebensdaten: 1732 bis 1798
Geburtsort: Bern
Sterbeort: Wien
Beruf/Lebensstellung: Jesuit; Volksmissionar; Seelenführer
Konfession: reformiert; katholisch
Autor NDB:
Till, RudolfPND: 122806417