<< Dierig, Christian Gottlob
Dieringer, Franz Xaver >>
Dierig, Friedrich junior
* 13.3.1845 Langenbielau,
† 20.2.1931 Langenbielau.
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Friedrich sen. (1818-94),
S des Christian Gottlob
s. (1);
M Auguste (1821–89),
T des Karl
Frdr. Wilh. Werner,
Kaufm. in Langenbielau,
u. der Johanna Dor. Hieronymus;
B Philipp (1847–1902), Georg (1848–1917), Mitinhaber der
D.schen Firma;
⚭ 1875 Minna (1855–1920),
T des Gottlieb Traugott Bienert (
† 1894,
s. NDB II), Hofmühlenbesitzer in Plauen
b. Dresden; 5
S u. a. Dr.
Wolfg. (1879–1945), Aufsichtsratsvorsitzender der Christian
D. AG,
Gottfr. (1889–1945), Vorstandsmitglied der Christian
D. AG, 1933 Leiter der Wirtschaftsgruppe Textilindustrie, dann bis 1939 der Reichsgruppe Industrie.
Leben ↑
Dierig trat 1868 in die von seinem Vater geleitete, fast ganz zur Baumwollverarbeitung übergegangene Familienfirma ein, die 1866 nach ernsten Krisen in Langenbielau die ersten mechanischen Webstühle aufgestellt hatte. Zusammen mit seinen Brüdern verfügte er um die Jahrhundertwende über 1900 mechanische Webstühle, eine Färberei und eine Stoffdruckerei (1894). Nach Umwandlung der Firma in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung wurde 1905 eine neue Weberei in Gellenau (Grafschaft Glatz) errichtet, die die dortigen Handweber zur Fabrikarbeit erzog, 1911 in Langenbielau eine eigene mechanische Spinnerei. 1907 war Dierig der größte deutsche Bunt- und Inlettweber geworden. Am Ausbau der betrieblichen Sozialarbeit war auch Minna Dierig stark beteiligt. 1917 gründete Dierig zusammen mit L. Gottstein von der Papierfabrik Feldmühle zur direkten Verspinnung von Zellstoff im großen - ohne den Umweg über das Papier - die „Dierfeld Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ in Odermünde bei Stettin. Im selben Jahr erwarb Dierig sein erstes süddeutsches Zweigwerk in Augsburg, dem heutigen Sitz des Unternehmens.
Nach dem 1. Weltkrieg begann der dritte große Entwicklungsabschnitt von Dierig. Unter der Führung von Wolfgang und Gottfried Dierig erstreckte sich das Unternehmen bald über ganz Deutschland mit Schwerpunkten in Ost-, West- und Süddeutschland. Um den Bezug von fremden Garnen und Geweben für die vergrößerte Ausrüstungsabteilung auszuschalten, wurde 1924 mit der F. H. Hammersen Aktiengesellschaft in Osnabrück eine Interessengemeinschaft gegründet. Nach Umwandlung der Dierig Gesellschaft mit beschränkter Haftung in eine Aktiengesellschaft (1928) wurde 1935 die Hammersen Aktiengesellschaft von der Christian Dierig Aktiengesellschaft übernommen und als Organgesellschaft weitergeführt. Zusammen mit ihren Tochtergesellschaften in Augsburg, Haunstetten bei Augsburg und Kottern bei Kempten war die „D-Gruppe“ nun mit 800 000 Spindeln und 14 000 Webstühlen sowie 6 Ausrüstungsanstalten mit 27 Druckmaschinen und rund 15 000 Arbeitern und Angestellten das größte Unternehmen der kontinentalen Baumwoll
|industrie und ist noch heute trotz der Katastrophe von 1945 (Verlust der schlesischen Stammwerke und Enteignung der in der Sowjetzone gelegenen Betriebe) das größte deutsche Textilunternehmen. - Geheimer Kommerzienrat., Dr.-Ingenieur Ehren halber.
In der Familiengeschichte Dierig vollzieht sich beispielhaft für Schlesien der Aufstieg von der Handweberei über den Verlag zur Fabrikindustrie und - in diesem Einzelfall - auch zum Industriekonzern.
Literatur ↑
zum Gesamtartikel Das Werk
v. fünf Generationen, 150 J. Ch.
Gottfr. D. Augsburg, 1955
(P, auch f. GV).
Autor ↑
Christian Gottfried DierigEmpfohlene Zitierweise ↑
Dierig, Christian Gottfried, „Dierig, Friedrich junior“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
656 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd136192742.html
Dierig, Friedrich
Name: Dierig, Friedrich
Namensvariante: Dierig, Friedrich junior
Lebensdaten: 1845 bis 1931
Geburtsort: Langenbielau
Sterbeort: Langenbielau
Beruf/Lebensstellung: Textilindustrieller
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Dierig, Christian GottfriedPND: 136192742