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<< Dierig     Dierig, Friedrich junior >>

Dierig, Christian Gottlob

* 26.6.1781 Langenbielau, 22.12.1848 Langenbielau.


GenealogieLebenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Gottfr. (1755–1816), Webermeister u. Freihäusler in Langenbielau, S des Webers u. Freihäuslers Gottfried (1718–66) in Langenbielau; M Marie Elis. (1759–1846), T des Gottlieb Viol, Freihäusler u. Erbschmied in Langenbielau; 1808 Joh. Eleonore (1785–1854), T des Joh. Gg. Junge, Freihäusler u. Webermeister in Neubielau,|u. der Anna Rosina Poser; S Wilh. (1809–64), Friedrich sen. (1818-94), Christian Gottlob, Mühlenbesitzer in Peterswaldau; E Friedrich jun. (s. 2).

Leben  
Dierig verließ 1805 sein Vaterhaus und machte sich im Hause „Schwarzer Adler“ in Langenbielau selbständig. Er kaufte Garne, die er als Verleger zur Verarbeitung an Lohnweber gab und teils auch selbst verwebte. Die hergestellten Leinenwaren setzte er erfolgreich ab. 1820 kaufte er ein Fabrikgrundstück mit Wohnhaus in Langenbielau und richtete eine eigene Färberei für Garne und Gewebe ein. Nach der Herstellung von Drell, Züchen, Kattun und Barchent begann er 1830 zuerst in der Gegend auch die Jacquardweberei und erbaute sein erstes eigenes Gebäude. 1842 beschäftigte er außer den in der Fabrik arbeitenden Jacquardwebern und Färbern bereits rund 3000 Handweber und 1000 Spuler in der weiteren Umgebung. Über 30 Garnausgebereien Dierigs verteilten sich bis Lewin in der Grafschaft Glatz und bis Strehlen; in Leipzig und Berlin errichtete er Niederlassungen. Bekannt wurden vor allem seine von Leinen und Seide gestreiften Möbelstoffe und Bettdrelle. Mit Rücksicht auf die vielen auswärtigen Lager und Verkaufsstellen scheinen die Söhne Wilhelm und Friedrich sich neben dem väterlichen Geschäft auch selbständig in Seiden- und Baumwollwaren betätigt zu haben. Als im schlesischen Weberaufstand die Weber am 5.6.1844 von Peterswaldau aus nach Langenbielau zogen, suchten die Friedrich Dierig'schen Arbeiter ihre Arbeitsstätte zu verteidigen, doch wurden fast die ganze Einrichtung bis auf die große Dampfmaschine und die meisten Vorräte zerstört. Die Jacquardweberei Wilhelm Dierigs schien zuerst durch das Eintreffen des Militärs und die Austeilung von Geld an die Menge gerettet werden zu können. Gerade um sie kam es aber dann zum blutigen Kampf, bei dem 11 Weber erschossen wurden. Nach dem Rückzug der Soldaten wurde auch diese Fabrik verwüstet. Nur die Färberei und Ausrüstung blieben verschont. Allein dem Dierig-Unternehmen wurden so für 80 000 Taler Maschinen, besonders auch die Jacquardstühle, sowie Garne und Gewebe vernichtet. Dierig zog sich daraufhin aus dem von ihm aufgebauten Unternehmen zurück. Das Geschäft wurde, vorübergehend unter der Firma „Gebrüder Dierig“, von den Söhnen Wilhelm und Friedrich fortgeführt.

Literatur  
Der Weberaufstand in Langenbielau im J. 1844, mitget. v. C. J. Bergius, in: Rübezahl, Schles. Provinzialbll. 76, 1872, H. 4, S. 5 ff.; A. Zimmermann, Blüte u. Verfall d. Leinengewerbes in Schlesien, 1885, S. 354 ff.; G. Dierig, C. G. D., in: Schles. Lb. I, 1922, S. 174-76 (P).

Autor  
Wolfgang Zorn
Empfohlene Zitierweise  

Zorn, Wolfgang, „Dierig, Christian Gottlob“, in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 655 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd135737362.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 3 (1957), S. 655 f.

PND: 135737362
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Index

Dierig, Christian Gottlob

Name: Dierig, Christian Gottlob
Lebensdaten: 1781 bis 1848
Geburtsort: Langenbielau
Sterbeort: Langenbielau
Beruf/Lebensstellung: Textilindustrieller
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Zorn, Wolfgang
PND: 135737362

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Dierig, Christian Gottlob

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135737362

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