Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Dibelius, Otto Franz Wilhelm     Dichmann, Carl >>

Dibler (Dybler, Dübler), Michel

Glocken- und Geschützgießer, * um 1525 (?) in Westfalen (?), 14.12.1593 Flensburg. (evangelisch)


GenealogieLebenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
Flensburg 1.10.1559 Christine, T des Färbers Marcus Owes in Flensburg; 7 K.

Leben  
Dibler erwarb 1563 das Bürgerrecht der Stadt Flensburg, nachdem er bereits seit 1559 dort nachweisbar ist. Im gleichen Jahr erhielt er vom dänischen König eine Bestallung als „Büchsengießer und Geschützmeister“. 1583 wurde er Mitglied der Bürgerschaftsvertretung, der sogenannten „Vierundzwanziger“, und 1585 Ratsverwandter. Dibler goß vor allem Kirchenglocken, aber auch Geschütze, Leuchter, Grapen und ähnliches. Insgesamt 27 Glocken lassen sich in Schleswig-Holstein und Dänemark nachweisen, von denen 15 heute noch erhalten sind. Die Hauptleistung des Meisters stellen die beiden Taufkessel dar, die er für die Nikolaikirche in Eckernförde (1588) und die Marienkirche in Flensburg (1591) lieferte. Spricht schon der Aufstieg vom unbekannten zugewanderten Gießer zum Ratsverwandten und damit zur sozialen Oberschicht seines Wirkungsortes für die menschlichen Qualitäten Diblers, so zeigt die Verbreitung seiner Werke, daß auch sein handwerkliches Können bei den Zeitgenossen Anerkennung fand. Eine Betrachtung der erhaltenen Glocken des Meisters beweist, daß sein Gefühl für Formschönheit und geschmackvolle Ornamentierung stärker ausgeprägt war als bei anderen schleswig-holsteinischen Gießern seiner Zeit. Die beiden Taufkessel zeigen außerdem, daß er über den engen provinziellen Rahmen hinauswuchs und damit den Anschluß an die allgemeine Stilentwicklung gewann, wie sie sich in deutschen Kunstwerken des Frühbarock andeutet. Dieser Charakterzug seiner Arbeit gründet sich wahrscheinlich auf die Tatsache, daß er während seiner Lehrzeit - wohl in Westfalen -|Gelegenheit gehabt hat, sich mit dem Wesen der über die Niederlande nach Norden vordringenden Renaissancekunst Italiens vertraut zu machen.

Literatur  
H. J. Kuhlmann, M. D., Leben u. Wirken d. Flensburger Glockengießers, in: Nordelbingen 21, 1953, S. 58-84 (W-Kat.); W. J. Müller, Bemerkungen z. kunstgesch. Stellung d. beiden Taufen d. M. D., ebd., S. 84-87.

Autor  
Hans Joachim Kuhlmann
Empfohlene Zitierweise  

Kuhlmann, Hans Joachim, „Dibler, Michel“, in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 633 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118746316.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 3 (1957), S. 633 f.

PND: 118746316
Artikel drucken

Index

Dibler, Michel

Name: Dibler, Michel
Namensvariante: Dybler, Michel
Namensvariante: Dübler, Michel
Lebensdaten: vermutlich um 1525 bis 1593
Geburtsort: in Westfalen (?)
Sterbeort: Flensburg
Beruf/Lebensstellung: Glocken- und Geschützgießer
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Kuhlmann, Hans Joachim
PND: 118746316

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Dibler, Michel

PND
118746316

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)

Nachlässe
Kalliope