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Puch Johann >>
Pschyrembel, Willibald
Mediziner, Lexikograph,
* 1.1.1901 Berlin,
† 26.11.1987 Berlin.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Bruno (1870–1919), aus Schlesien,
Kaufm. in
B.;
M Cläre Tweer (1877–1959), aus London;
⚭ 3) 1959 Ingrid Stiefel (1935–92), aus Thür., Frauenärztin am Rudolf-Virchow-Krankenhaus in
B.Leben ↑
Nach dem Besuch des Gymnasiums studierte
P. zunächst Physik und schloß das Studium 1924 mit der Promotion zum
Dr. phil. ab (Entwicklung d. Elektrotechnik in Japan). 1926-32 studierte er Medizin an der
Univ. Berlin, erhielt die Approbation und arbeitete 1932/33 als Medizinalpraktikant in der Inneren Abteilung des Martin-Luther-Krankenhauses in Berlin. 1935 wurde er bei Ferdinand Sauerbruch mit einer Arbeit über „Osteomyelitis der Patella“ zum
Dr. med. promoviert. Seit 1931 begann
P. mit der Arbeit an dem 1894 von dem Nervenarzt Otto Dornblüth (1860–1922) begründeten „Wörterbuch der Klinischen Kunstausdrücke“, das zu seinem Lebenswerk wurde. Er blieb aber weiterhin in Berlin auch als Arzt tätig, 1935/36 an der Gynäkologischen Abteilung des Paul-Gerhardt-Krankenhauses, 1936-45 als Oberarzt am
Städt. Krankenhaus Neukölln und anschließend bis 1961 als Direktor der Frauenklinik Friedrichshain. 1950 habilitierte sich
P., der 1937 das Facharztexamen für Gynäkologie und Geburtshilfe abgelegt hatte, an der Humboldt-Universität in Ost-Berlin, wo er 1952-61 als Privatdozent
bzw. apl. Professor lehrte. Nach dem Bau der Berliner Mauer übte
P. bis zu seinem Tod diverse Lehrtätigkeiten in Westberlin aus.
P.s „Klinisches Wörterbuch“ wurde unter dem Namen „Pschyrembel“ zu einem der namhaftesten
med. Lexika weltweit. Bei der Übernahme der Redaktion durch
P. lag es in 18 Auflagen vor;
P. betreute das immer umfassendere Nachschlagewerk für den Berliner
|Walter de Gruyter Verlag von der 19. (1932) bis zur 254. Auflage (1982). Die Bearbeitung der Stichworte erfolgte meist durch ihn selbst, so daß er nicht nur als Herausgeber, sondern weitgehend auch als Verfasser des Wörterbuches anzusehen ist.
P. prägte den Charakter des Lexikons, das das gesamte Gebiet der Medizin mit knappen Stichworten umfaßt, Therapieverfahren jedoch nur am Rande anführt. Diese wollte
P. in einem eigenen therapeutischen Wörterbuch behandeln, das als Pendant zum „Klinischen Wörterbuch“ gedacht war, jedoch erst 1998 realisiert wurde. Seit 1996 erscheint
P.s Name auch im „Wörterbuch Naturheilkunde“ und seit 1998 im „Klinisch-Pharmazeutischen Wörterbuch, Pschyrembel/Hunnius“, an deren Zustandekommen
P. nicht mehr beteiligt war. Ein „Wörterbuch Medizingeschichte“, ebenfalls unter dem Signum „Pschyrembel“, wird 2001 erscheinen.
Werke ↑
u. a.
Prakt. Geburtshilfe, 1947,
151985;
Prakt.
Gynäkol., 1964,
41968;
Klin.
Wb. u. nomina antomica, 1982.
Literatur ↑
FAZ v. 2.1.1986 u. 12.12.1987;
Der Spiegel
v. 4.12.1987;
Der Tagesspiegel
v. 10.12.1987;
B. Schneeweiß, in: Zur ärztl. Fortbildung 82, 1988, S. 242
(P);
ders., in: Berliner Ärztebl. 101, 1988, S. 31 f.
(P);
M. Hipp, in:
Dt. Hebammenschr. 3, 1988, S. 85 f.
(P);
SZ v. 31.3.1992;
NZZ v. 5.2.1994;
Kürschner, Gel.-Kal. 1940/41-1987.
Autor ↑
Claus PriesnerEmpfohlene Zitierweise ↑
Priesner, Claus, „Pschyrembel, Willibald“,
in: Neue Deutsche Biographie
20
(2001), S.
754 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd102650462.html