<< Denzinger, Heinrich Joseph Dominicus
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Deppe, Friedrich Heinrich Christoph Ludwig
Klavierpädagoge und Dirigent,
* 7.11.1828 Alverdissen (Lippe),
† 5.9.1890 Bad Pyrmont. (reformiert)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Heinr. Ludw. (1801–85), Amtsmusikus in Alverdissen,
S des Christoph
Ludw., Amtsmusikus in Bega
b. Lemgo;
M Maria Cath.
Wilh. (1802–81),
T des
Frdr. Adolph Hase in Alverdissen; ledig.
Leben ↑
Deppe erhielt schon in jungen Jahren eine umfassende musikalische Ausbildung, zunächst bei den Spohr-Schülern August Kiel und Otto Stark (Violinspiel) und bei Grusendorf (Klavierspiel). 1849 wurden die Studien in Altona bei Eduard Marxsen, dem Lehrer von Brahms, fortgesetzt. 1861 wurde ihm in Hamburg die Leitung der Orchesterkonzerte übertragen. Gleichzeitig erfolgten Oratorienaufführungen mit der von Deppe gegründeten Gesangs-Akademie. 1870 übernahm er dann die Leitung der Konzerte der königlichen Kapelle sowie das Kapellmeisteramt an der königlichen Oper zu Berlin. Trotz dieser hervorragenden Stellungen war Deppes ureigentlichstes Wirkungsfeld die Klavierpädagogik. Mit Leidenschaft und Erfolg kämpfte er gegen das damals traditionelle, verknöcherte Klavierspiel. Von ihm wurden die Grundlagen für die spätere, revolutionierende Reform der Klaviertechnik um die Jahrhundertwende geschaffen (Rudolf Breithaupt). Seine Ideen fanden ihren ersten und leider einzigen Niederschlag in seinem Aufsatz „Armleiden des Klavierspielers“ (1885): „Neben einigen wenigen Fingerübungen lasse ich gleichzeitig auch Übungen zur Kräftigung der Schulter- und Armmuskeln machen und beabsichtige, diese Übungen speziell und mit Rücksicht auf die Anatomie des Oberkörpers anzugeben.“ Leider kam Deppe nicht mehr zu einer systematischen, schriftlichen Fixierung seiner Ideen; jedoch seinem Wunsche entsprechend wurde dies dann von seiner Schülerin Elisabeth
Caland (1862-1929) ausgeführt. Neben ihr sind als bedeutende Schüler noch Horace
|Clark, Anna Clark-Steininger und H. Klose zu nennen.
Werke ↑
Sinfonie F, 2 Ouvertüren
u. Lieder; Zwei J. Kapellmeister an d.
kgl. Oper in Berlin, 1890.
Literatur ↑
A. Fay, Music study in Germany,
dt. Übers. Musikstudium in
Dtld., 1882; H. Klose, Die
D.sche Lehre d. Klavierspieles, 1886; E. Caland, Die
D.sche Klavierlehre d. Klavierspieles, 1897,
51921 (auch engl.
u. russ.); A. Kullak, Aesthetik d. Klavierspieles, neubearb.
v. W. Niemann,
o. s., S. 130
ff.;
Riemann;
Moser; K. Johnen, in:
MGG III,
Sp. 201 f.
(W, L). - Zu Elis. Caland: K. Schubert, Die Technik d. Klavierspiels, 1931,
21946; K. Johnen, in:
MGG II,
Sp. 644 f.
(W).
Autor ↑
Günther SchmidtEmpfohlene Zitierweise ↑
Schmidt, Günther, „Deppe, Friedrich Heinrich Christoph Ludwig“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
604 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116073764.html
Deppe, Ludwig
Name: Deppe, Ludwig
Namensvariante: Deppe, Friedrich Heinrich Christoph Ludwig
Lebensdaten: 1828 bis 1890
Geburtsort: Alverdissen (Lippe)
Sterbeort: Bad Pyrmont
Beruf/Lebensstellung: Klavierpädagoge; Dirigent
Konfession: reformiert
Autor NDB:
Schmidt, GüntherPND: 116073764