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Breithaupt, Theodor Maria Paul Franz Rudolf

Klavierpädagoge, * 11.8.1873 Braunschweig, 2.4.1945 Ballenstedt (Harz). (evangelisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Rudolf, herzoglich braunschweigischer Hauptmann, S des Theodor, Pastor; M Emma, T des Amtmanns Häseler.

Leben  
Breithaupt studierte zunächst Rechtswissenschaft in Jena, Leipzig und Berlin, ab 1897 Musik am Konservatorium Leipzig bei O. Paul, S. Jadassohn, R. Teichmüller und Musikwissenschaft bei H. Riemann und H. Kretzschmar. Seit 1900 als Musikschriftsteller in Dresden, Wien und Berlin tätig, wurde er daselbst 1918 Leiter einer Klavierklasse am Sternschen Konservatorium. 1943 zog er sich nach Ballenstedt zurück. Breithaupt wirkte umwälzend auf dem Gebiet der Klaviertechnik, indem er die alte verkrampfte, steife Technik mit isolierter Hand- und Fingerausbildung scharf angriff und die Einbeziehung des ganzen Organismus in die Spieltechnik mit absoluter Lockerheit (passive Tätigkeit der Finger bei Ausnutzung der Schwerkraft des Armes, Roll- und Schüttelbewegung des Armes usw.) forderte. Die Anregung ging von L. Deppe und dessen Schülerkreis, dem Arzt Friedrich Adolf Steinhausen und besonders von Teresa Carreño aus. Vonseiten der konservativen Klavierpädagogen (Eugen Tetzel) wurde Breithaupt stark angegriffen. Dies geschah nicht ganz zu Unrecht; denn Breithaupts Prinzip führte bei seinen Schülern oft zu einer gewissen unsauberen Technik. Breithaupt zeigte sich hierüber aufgeschlossen und kam in seinem Prinzip - durch Busoni beeinflußt - zu einem geregelten Wechsel von Spannung und Entspannung. Trotz der ungewöhnlich scharfen Bekämpfung durch seine Gegner konnten diese grundlegend erneuernden Ideen der modernen Klaviertechnik - wenn auch erst im Laufe der Zeit - an ihrer weiten Verbreitung nicht gehindert werden.

Werke  
Die natürl. Klaviertechnik, 1905, Bd. 2: Die Grundlagen d. Gewichtspieles, 1909; Musikal. Zeit- u. Streitfragen, Ges. Aufsätze, in: Deutsche|Bücherei, Bd. 58/59, 1906; Prakt. Stud. z. natürl. Klaviertechnik, 5 Hh., 1916–21; Gedichte, 1920; B.-Junker, Vom Singen z. Klavierspielen, 1937.

Literatur  
P. Stoye, Von einer neuen Klavierlehre, 1907; E. Kühn, B.-Technik u. Anfängerunterricht, 21920; Riemann; Moser, 31951; K. Johnen, in: MGG.

Autor  
Günther Schmidt
Empfohlene Zitierweise  

Schmidt, Günther, „Breithaupt, Theodor Maria Paul Franz Rudolf“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 576 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd133947297.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S. 576

PND: 133947297
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Index

Breithaupt, Rudolf

Name: Breithaupt, Rudolf
Namensvariante: Breithaupt, Theodor Maria Paul Franz Rudolf
Lebensdaten: 1873 bis 1945
Geburtsort: Braunschweig
Sterbeort: Ballenstedt (Harz)
Beruf/Lebensstellung: Klavierpädagoge
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Schmidt, Günther
PND: 133947297

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Breithaupt, Rudolf

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133947297

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