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NDB-Artikel

<< Delmar, Ferdinand Moritz, Freiherr von     Delphius, Johannes >>

Delp, Alfred Friedrich

Jesuit, Widerstandskämpfer, * 15.9.1907 Mannheim, (hingerichtet) 2.2.1945 Berlin-Plötzensee.


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Frdr. (1876–1951, ev.), Kaufm., S des Georg (1833–1901), Förster, u. der Kath. Bauer (1839–1914); M Maria (* 1881, kath.), T des Ferd. Bernauer (1839–1916), Landwirt, u. der Kath. Nagel (1844–1911).

Leben  
Delp trat 1926 nach Konversion und Abschluß seiner Gymnasialstudien in die Gesellschaft Jesu ein. Nach der im Orden üblichen Ausbildungszeit kam er 1939 an die Schriftleitung der „Stimmen der Zeit“ in München, wo er das Fach der Soziologie übernehmen sollte. Der ausbrechende Krieg und das Verbot der Zeitschrift im Frühjahr 1941 sowie die damit verbundene Enteignung des Hauses der Schriftleitung verhinderten eine umfangreiche schriftstellerische Tätigkeit Delps. Um so eifriger wirkte Delp als Redner und Prediger in kleinen Kreisen von München-Bogenhausen aus, wo er im alten Pfarrhof eine Zuflucht gefunden hatte. Dort war es auch, wo er auf Wunsch seines Provinzials mit dem Kreisauer Kreis des Grafen Helmuth James Moltke in Berührung kam. Ende Juli 1944 wurde er verhaftet, am 10.1.1945 zusammen mit Graf Moltke zum Tode verurteilt und am 2.2.1945 hingerichtet.
Delp, einem unerbittlichen Gegner des Nationalsozialismus, ging es vor allem darum, für den Tag des Zusammenbruchs des Dritten Reiches bereit zu sein, um Deutschland zu retten. Die Heilung für die vielen Wunden sah er in einer Ordnung sozialer Gerechtigkeit, die ihre letzte Begründung in der Ordnung Gottes haben sollte. Die Idee vom „theonomen Humanismus“ war das Leitmotiv seines Denkens, angefangen von seinem ersten Buch, „Tragische Existenz“ (1935), in dem er sich mit der Existenzphilosophie Heideggers auseinandersetzt, bis zu den erschütternden Briefen, Aufzeichnungen und Meditationen der letzten Monate, in denen er auf den Tod wartete. Diese unter dem Titel „Im Angesicht des Todes“ (31956) gesammelten Aufzeichnungen aus dem Gefängnis gehören zum tiefsten Gedankengut der deutschen Widerstandsbewegung.

Werke  
Weitere W Der Mensch u. d. Gesch., Kolmar 1941; Zur Erde entschlossen, 1949; Der mächtige Gott, 1949; A. D., Kämpfer, Beter, Zeuge, Briefe u. Btrr. v. Freunden, 1955; Letzte Briefe u. Btrr. v. Freunden, 1955; Der Mensch vor sich selbst, 1956.

Literatur  
H. Theiles, Eine Grenze hat Tyrannenmacht, 1954 (P); F. v. Tattenbach, Das entscheidende Gespräch, Zum 10. Todestag A. D.s, in: Stimmen d. Zeit 155, 1954/55, S. 321-29.

Autor  
Oskar Simmel SJ
Empfohlene Zitierweise  

Simmel SJ, Oskar, „Delp, Alfred Friedrich“, in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 589 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118524607.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 3 (1957), S. 589
Erwähnungen: 
NDB 21 (2003), S. 737 in Artikel Rösch, Augustinus
NDB 24 (2010), S. 89 in Artikel Schwingenstein, Alfred
NDB 24 (2010), S.  671 in Artikel Sperr, Franz

PND: 118524607
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Index

Delp, Alfred

Name: Delp, Alfred
Namensvariante: Delp, Alfred Friedrich
Lebensdaten: 1907 bis 1945
Geburtsort: Mannheim
Beruf/Lebensstellung: Jesuit; Widerstandskämpfer
Konfession: evangelisch; katholisch
Autor NDB: Simmel SJ, Oskar
PND: 118524607

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Delp, Alfred

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118524607

Normdaten
Personennamendatei (PND)
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