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NDB-Artikel

<< Dellingshausen, Eduard Julius Alexander Freiherr von     Delp, Alfred Friedrich >>

Delmar, Ferdinand Moritz (ursprünglich Salomon Moses Levy), Freiherr von (seit 1810)

Bankier, * 21.3.1781 Charlottenburg bei Berlin, 27.11.1858 Paris. (israelitisch, 1806 evangelisch)


LebenLiteraturAutorZitierweise

Leben  
Die Familie stammte aus Posen, erhielt 1785 von Friedrich dem Großen die Rechte christlicher Kaufleute; Vater Moses Salomon Levy genannt Chalfan (* 1757), Bankier, Münzfaktor, Getreidelieferant, Sohn des Salomon Moses Levy ( 1778), seit 1761 Münzfaktor in Berlin, und der Sprinze Helfft; Mutter Belle, Tochter des Hofbankiers Ruben Hesse Goldschmidt in Kassel, der gemeinsam mit Moses Salomon Levy dem König Jérôme große Darlehen gewährte; Onkel väterlicherseits Münzfaktor Samuel Salomon Levy (1760–1806, 1783 Sarah [1761–1854], Tochter des Hofbankiers Daniel Itzig [1723–99], in der Berliner Gesellschaft unter dem Namen Madame Levy bekannt); Tante Edel (Tochter des Salomon Moses Levy, Großmutter mütterlicherseits von Eduard Bendemann [ 1889], siehe NDB II, Joel Samuel von Halle aus Hamburg, Heereslieferant); 1830 Emily Rumbold (1790–1861), Tochter des Sir George Berriman Rumbold, 2. Baronet, britischer Minister-Resident in Hamburg; 1 Adoptivtochter.
Delmar war wie Vater und Großvater Münz-Entrepreneur, Großfinanzier, und beteiligt an der preußischen Kriegskontribution nach dem Tilsiter Frieden und an Anleihen für Berlin, die Kur- und Neumark und für das französische Gouvernement. 1812 gewährte er wiederum dem preußischen Staat eine Großanleihe. Dazu wurde er Heereslieferant im Rußlandfeldzug. Schon 1809 hatte er die ererbte Firma in das Handlungshaus Delmar & Compagnie umgewandelt, nachdem er gemeinsam mit seinen Brüdern den Namen Delmar (= Moses aus dem Meere gezogen) angenommen und Christ geworden war. Noch im gleichen Jahre wurde er Stadtrat von Berlin. In der Berliner Gesellschaft gehörte er zu dem franzosenfreundlich ge|sinnten Kreis. Auf Intervention des französischen Gesandten wurde ihm gegen den Willen der zuständigen Stellen die Erhebung in den Freihermstand gewährt. Nach den Freiheitskriegen verlegte er seinen Wohnsitz nach Paris, wo er ein Erziehungsinstitut für verarmte Adlige gründete und dafür aus seinem Riesenvermögen 1½ Millionen Franc stiftete. Sein Versuch, gegen das Haus Rothschild die preußische Anleihe zu erhalten, schlug fehl; ebenso gelang es ihm nicht mehr, eine politische Rolle auf den europäischen Kongressen nach 1815 zu spielen. Die Firma erlosch 1825. Delmar gehört zu den großen preußischen Hoffaktoren des 19. Jahrhunderts.

Literatur  
H. Granier, Die Nobilitierung d. Berliner Bankiers D. i. J. 1810, in: Hohenzollern-Jb. 16, 1913; H. Schnee, Die Hoffinanz u. d. moderne Staat I, 1953, S. 218 ff.

Autor  
Heinrich Schnee
Empfohlene Zitierweise  

Schnee, Heinrich, „Delmar, Ferdinand Moritz, Freiherr von“, in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 588-589 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd135692326.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 3 (1957), S. 588-589
Erwähnungen: 
NDB 4 (1959), S. 195*

PND: 135692326
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Index

Delmar, Ferdinand Moritz Freiherr von

Name: Delmar, Ferdinand Moritz Freiherr von
Namensvariante: Levy, Salomon Moses
Lebensdaten: 1781 bis 1858
Geburtsort: Charlottenburg bei Berlin
Sterbeort: Paris
Beruf/Lebensstellung: Bankier
Konfession: jüdisch; evangelisch
Autor NDB: Schnee, Heinrich
PND: 135692326

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Delmar, Ferdinand Moritz Freiherr von

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135692326

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