<< Dehne, Christoph
Deichmann, Wilhelm Ludwig >>
Deibel (Deubel), Joseph
Holzbildhauer,
* 1716 Gräfendorf bei Graz,
† 1793 Dresden.
Genealogie
| Leben
| Literatur
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Genealogie ↑
Eltern arme Landleute;
⚭ T des Bildhauers Matthias Kugler (
† 1752,
s. ThB); 17
K,
u. a. Franz Xaver,
kgl. Bildhauer in Warschau, Johann, Bildhauer in Klagenfurt, Joseph
d. J. (
* ca. 1770), Holzbildhauer in Dresden;
T ⚭ Bildhauer
Joh. Baptist Dorsch in Dresden (1744–89,
s. ThB).
Leben ↑
Deibel lernte autodidaktisch das Tischlerhandwerk, dann 4 Jahre in der Werkstatt Matthias Kuglers in München. Diesem scheint er um 1741 nach Dresden gefolgt zu sein, war aber um 1743 unter Johann August Nahl dem Älteren an der Innenausstattung des Berliner Opernhauses und des Schlosses Charlottenburg beteiligt. Endgültig nach Dresden zurückgekehrt, arbeitete er um 1748 mit Johann Joseph Hackl an der Innenausstattung der Katholischen Hofkirche. Selbständig führte Deibel, der 1752 den Titel Hofgaleriebildhauer erhielt, die holzgeschnitzten Innendekorationen der Schlösser des Grafen Brühl in Nischwitz, Pförten und Warschau, des Palais Riesch und des Kurländer Palais in Dresden, des Schlosses Altdöbern und andere aus. Seine Mitarbeit am Festsaal des Brühlschen Palais in Dresden (um 1740) erscheint dagegen aus zeitlichen Gründen fraglich (wohl nur Wiederherstellung nach dem 7jährigen Krieg). Eine Hauptaufgabe Deibels war die Herstellung von Rahmen für die Gemäldegalerie, wovon er über 400 Stück geschaffen haben soll. 1778 schnitzte er Kanzel, Altar, Orgel und so weiter der Kirche zu Prausitz bei Riesa (bis auf wenige Reste beseitigt). Mehrfach erhielt Deibel Aufträge für Grabmäler, so für das des Grafen Georg Anton von der Schulenburg (
† 1778 in Lieberose). Der größte Teil von Deibels Arbeiten ist zugrundegegangen. Er war der Hauptvertreter der Rokokodekoration in Dresden. Mit der Rocaille verbindet er naturalistische Einzelheiten wie Tiere, Blumen, Früchte. Er hat noch die Wendung zum Klassizismus mitgemacht, da er um 1780 Supraporten „nach dem Herkulanum“ schnitzte und an der Ausstattung des 1783 umgestalteten Prinz-Max-Palais mitwirkte.
Literatur ↑
Bau-
u. Kunstdenkmäler d.
Kgr. Sachsen, 1882
ff., H. 21-23, 37 (
Reg.); A.
v. Boroviczény,
Gf. v. Brühl, 1930, S. 365; R.
v. Arps-Aubert, Sächs. Barockmöbel 1700-70, 1939 (
Reg.);
ThB (L).
Autor ↑
Walter HentschelEmpfohlene Zitierweise ↑
Hentschel, Walter, „Deibel, Joseph“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
567
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd13573536X.html