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NDB-Artikel

<< Dehn-Rothfelser, Hans     Deibel, Joseph >>

Dehne, Christoph

Bildhauer, * 1575/80 (?) Magdeburg, nach 1640. (evangelisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
Wahrscheinlich Magdeburger Fam.; 2) Sophia Wulf, Wwe v. D.s Lehrmeister Seb. Ertle (um 1600, s. ThB); 1 T aus 1.

Leben  
Aus den Vorbildern und dem Stil seiner Werke ergibt sich, daß Dehne, vermutlich nach einer Magdeburger Lehrzeit bei dem aus Überlingen stammenden Sebastian Ertle, zu dem italienisierten Niederländer Hans Morinck nach Konstanz und wohl auch nach Italien gewandert ist. 1605/06 ist er mit Ertle am Kannenberg-Epitaph im Halberstädter Dom tätig, ebenso vom März bis September 1607 im Dienste des Fürsten Ernst von Schaumburg bei den Brüdern Wolff aus Hildesheim an der Ausschmückung des Bückeburger Schlosses, dann wieder mit Ertle zusammen an Magdeburger Epitaphien. Zwischen 1610 und 1612 dürfte er eine eigene Werkstatt gegründet haben. Im Oktober 1612 beschäftigt er eigene Gesellen; 1618 besitzt er das Bürgerrecht von Magdeburg und ein Vermögen. 1626 tritt er in den Kämpfen des evangelischen Administrators des Magdeburger Erzbistums mit der kaiserlichen Partei des Rates aktiv für den Administrator Christian Wilhelm ein. Die Katastrophe Magdeburgs 1631 entwurzelt ihn. 1640 „ziehet er dem Kriege nach“ und vererbt seine Äcker um Magdeburg dem Versorger seiner zurückgelassenen blinden Ehefrau. Dehne ist der Begründer des „Manierismus“ (Stil zwischen Spät-Renaissance und Frühbarock) in der mitteldeutschen Plastik und ein Bahnbrecher des sogenannten Knorpelstils, eines interessanten Ornamentes aus unnaturalistischen weichen und teigigen Formen, das Elemente des Rokoko-Ornaments vorwegnimmt. Seine Wirkung reicht über Mitteldeutschland hinaus bis nach Schleswig-Holstein.

Werke  
u. a. Epitaphe in Ketzür (Westhavelland), 1612, Nennhausen (Westhavelland). 1614, Dom zu Magdeburg, 1615 u. 17, Kletzke (Westpriegnitz), 1616, Dom zu Halle, 1620, Dom zu Brandenburg, 1621; Kanzel u. Taufe in Sydow (Krs. Jerichow II), 1616; Bronzeplatte f. Ludw. v. Lochow im Dom zu Magdeburg, 1616; Epitaph u. Bronzeplatte f. Cuno v. Lochow ebd., 1623; Kanzel d. Stephanskirche in Tangermünde, 1619.

Literatur  
G. Deneke, Magdeburger Renaissance-Bildhauer, = Mhh. f. Kunstw. 6, 1913; W. Dieck, Ch. D., Diss. Halle 1924 (ungedr.); S. Wolf, S. Ertle u. Ch. D., in: Montagsbl., Wiss. Beil. d. Magdeburger Ztg., 75. Jg., 1933, Nr. 50; L. Stauch, Ch. D., Ein Magdeburger Bildhauer um 1600, Diss. Greifswald 1936; dies., G. Zimmermann, ein unbek. Bildhauer v. Anfang d. 17. Jh., in: Zs. d. Dt. Ver. f. Kunstwiss., 1943, S. 265-84; K. Stork, Der Magdeburger Bildhauer J. Kriebel, in: Montagsbl., Wiss. Beil. d. Magdeburger Ztg., 80. Jg., 1938, S. 228 f.; ThB.

Autor  
Liselotte Stauch
Empfohlene Zitierweise  

Stauch, Liselotte, „Dehne, Christoph“, in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 567 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd135735319.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 3 (1957), S. 567

PND: 135735319
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Index

Dehne, Christoph

Name: Dehne, Christoph
Lebensdaten: vermutlich 1575 oder 1580 bis nach 1640
Geburtsort: Magdeburg
Beruf/Lebensstellung: Bildhauer
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Stauch, Liselotte
PND: 135735319

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Dehne, Christoph

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135735319

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