<< Perles, Joseph
Perles, Moriz >>
Perles, Felix
Rabbiner, Sprachwissenschaftler,
* 18.3.1874 München,
† 15.10.1933 Königsberg (Preußen).
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Joseph (s. 1);
⚭ 1899 Hedwig Behr (1876–1954), aus Posen, Sozialarbeiterin, emigrierte 1934 nach Palästina (s.
L); 4
S u. a. Friedrich Shlomo (
* 1909),
Dr. iur., seit 1934 in Palästina, 1948 Mitarbeit am
isr. Staatsangehörigkeitsgesetz, seit 1962 Israel-
Vertr. d.
Dt. Inst. f. Vormundschaftswesen in Heidelberg, Rechtsberater d.
Dt. Botschaft in Tel Aviv (s.
W,
L), Hans (
* 1911),
Dr. med., emigrierte 1936 nach Palästina;
E Micha Asher (
* 1936), Ph. D.,
Prof. an d. Hebr.
Univ. Jerusalem.
Leben ↑
Nach dem Besuch des Münchener Wilhelmsgymnasiums studierte
P. 1892-95 Theologie und semitische Sprachen in München (
Dr. phil. 1895) und Breslau, 1895-97 in Wien, 1897/98 in Paris, wo er die Prüfung zum Rabbiner ablegte, und 1898/99 in Berlin. Anschließend wurde er – neben Hermann Vogelstein (1870–1942) – Rabbiner in Königsberg.
P. wandte sich in seiner regen publizistischen Tätigkeit zur Geschichte und Literatur des Judentums sowohl an ein breites Publikum wie an Fachkollegen. Von seinen 426 Abhandlungen, in denen er sich bevorzugt mit den Schriften der
prot. Theologen Adolf
v. Harnack (1851–1930), Emil Schürer (1844–1910) und Wilhelm Bousset (1865–1920) auseinandersetzt, findet sich eine Auswahl in „Jüdische Skizzen“ (1912,
21920) und in „Analekten zur Textkritik des Alten Testaments“ (1895,
NF 1922). Seine Bemühungen, die „Wissenschaft des Judentums“ als ordentliches Lehrfach an den deutschen Universitäten zu etablieren, waren nicht vergebens, wie die Berufung Israel Issar Kahans (1858–1924) 1912 nach Leipzig und die Forderung nach einer
jüd. theol. Fakultät in Frankfurt/Main durch Martin
v. Gerlach und Martin Rade zeigten.
P. selbst nahm Gastprofessuren am Jewish Institute of Religion in New York (1922/23) und an der Hebr.
Univ. Jerusalem (1927) wahr, ferner eine Honorarprofessur für neuhebr. und aramäische Literatur an der
Univ. Königsberg (seit 1924), wo er sich
u. a. mit dem Assyriologen Felix Ernst Peiser (1862–1921) und dem Alttestamentier Max Löhr (1864–1931) freundschaftlich verbunden fühlte.
|Werke ↑
Weitere W
Zur Erklärung d. Psalmen Salomos, 1902;
Boussets
Rel. d. Judentums im neutestamentl.
Za. krit.
unters., 1903;
Die
Wiss. v. Judentum an d.
dt. Universitäten, in: Königsberger Hartungsche
Ztg. Nr. 277
v. 16.6.1908 (wieder in:
Jüd. Skizzen, 1912,
21920). –
Nachlaß (auch d. Hedwig): Leo Baeck
Inst. New York. –
Zu Friedrich Shlomo: Die Teilhaberschaft im Palästin. Recht,
Diss. Königsberg 1934 (Anerkennung durch d. Palästina-Amt Berlin als Qualifikation f. Haganah);
Die
jüd. Nachkriegsforderungen, 1944 (mit Siegfried Moses).
Literatur ↑
I. Elbogen, in:
Jüd. Rdsch. 39
v. 16.3.1934.
Nr. 22, S. 4;
Hedwig Perles,
Verz. d.
v. F.
P. veröff. Schrr., in:
Mschr. f.
Gesch. u.
Wiss. d. Judentums 81, 1937, S. 369-92;
Friedrich Shlomo Perles, in: Year Book of the Leo Baeck
Inst. 26, 1981, S. 169-90
(W, L, P);
Wininger;
Enc. Jud. 1971;
E. G. Lowenthal, Juden in Preußen, 1981;
Altpreuß. Biogr. IV. –
Zu Friedrich Shlomo: BHdE I;
H. Göppinger, Juristen
jüd. Abstammung im „Dritten Reich“,
21990.
Autor ↑
Franz MengesEmpfohlene Zitierweise ↑
Menges, Franz, „Perles, Felix“,
in: Neue Deutsche Biographie
20
(2001), S.
188 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116079576.html