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Debs, Benedikt

Schulmeister und Spielleiter, Januar 1515 Bozen.


LebenLiteraturAutorZitierweise

Leben  
Debs, der aus Ingolstadt stammte, wurde spätestens 1511 als Lateinschulmeister der Stadtpfarre Bozen angestellt. Der Sterzinger Maler und Spielorganisator Vigil Raber, der ihn beerbte, nannte ihn einen „Sundern liebhaber der Spill, auch wellicher ein Beruembter Notist und Bassist“. Die Stadtpfarre Bozen setzte ihm, der ihr noch einen kostbaren Pelzmantel hinterlassen hatte, einen Denkstein. Ob er sich auch als Tonsetzer verdient gemacht hat, wie die Braitenbergsche Bozner Passionsspielhandschrift von 1514 nahelegt und die Bezeichnung „berühmter Notist“ zuläßt, bleibt unentschieden. Beurkundet ist, daß Debs mit seinem Baß den Salvator beim großartigsten und letzten Passionsspiel Bozens von 1514 stellte, wie er auch bei den Vorbereitungen führend mitgewirkt hat. Schon das vorausgegangene Bozner Passionsspiel von 1511 hatte auf das dortige Fronleichnamsspiel neu eingewirkt, das wiederum jenes von Freiburg (Breisgau) ins Leben rief. Dadurch, daß Debs Spielhandschriften aus der 1. Hälfte, der Mitte und der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts V. Raber überließ, beweist er seine Betätigung und seinen Sammeleifer. Ein klain geschribn passion und ein prueder und planctus spill sind nicht mehr auffindbar, dagegen blieb die dickhe allte Scarteggn im Sterzinger Spielarchiv bis 1941 erhalten. Sie enthielt 14 geistliche und ein Fasnachtsspiel (consistori mit dem rumpold).

Literatur  
A. v. Keller, Fastnachtsspiele a. d. 15. Jh., in: Bibl. d. Stuttgarter Lit. Ver. 29, 1853, S. 987 bis 1007 (vgl. hierzu: Nr. 1 u. 8 d. „Sterzinger Spiele“ nach Aufzeichnungen d. V. Raber, hrsg. v. O. Zingerle, in: Wiener Neudrucke 9, 1886, S. 1 ff., 114 ff.); J. E. Wackernell, Altdt. Passionsspiele aus Tirol, mit Abhh. üb. ihre Entwicklung, Komposition, Quellen, Aufführungen u. lit. hist. Stellung, in: Qu. u. F z. Gesch., Litt. u. Sprache Österreichs u. s. Kronländer, hrsg. v. J. Hirn u. J. E. Wackernell, I, Graz 1897; A. Kaiser, Die Fastnachtsspiele v. d. Actio de sponsu, 1899, S. 5 ff.; A. Dörrer, Bozner Bürgerspiele, alpendt. Prangu. Kranzfeste, = Bibl. d. Stuttgarter Lit. Ver. 291, 1941; ders., in: Vf.-Lex. d. MA I, Sp. 405-08 (L), 698-730, III, Sp. 239, 741-835, 951-92, V, Sp. 801|bis 807 (L), 867 (L), 870 (L), 925 (L); ders., V. Rabers Hss.slg. in Sterzing, in: ZDA 83, 1952, S. 236-38 u. 85, 1955, S. 313-22.

Autor  
Anton Dörrer
Empfohlene Zitierweise  

Dörrer, Anton, „Debs, Benedikt“, in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 539 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd103155147.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 3 (1957), S. 539 f.

PND: 103155147
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Index

Debs, Benedikt

Name: Debs, Benedikt
Lebensdaten: erwähnt 1511, gestorben 1515
Sterbeort: Bozen
Beruf/Lebensstellung: Schulmann; Spielleiter
Konfession: katholisch
Autor NDB: Dörrer, Anton
PND: 103155147

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Debs, Benedikt

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103155147

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