<< David, Christian
David, Ernst Victor Carl Ferdinand >>
David, Eduard Heinrich Rudolph
Politiker und Schriftsteller,
* 11.6.1863 Ediger/Mosel,
† 24.12.1930 Berlin. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Joh. Heinr., preußischer Rechnungsrat;
M Wilhelmine
Elis. Werner;
⚭ 1) 1896 (
⚮ 1911) Gertrud,
T des
Phil. Swiderski in Leipzig, 2) Hermine,
T des Dr. Karl Schmidt in Lahr (Baden); 1
T aus 1), 1
S aus 2).
Leben ↑
Bereits während seiner Gießener Studienzeit im Anschluß an eine 4jährige kaufmännische Lehre in Berlin für die sozialistischen Ideale gewonnen, gründete David als junger Gymnasiallehrer 1893 die „Mitteldeutsche Sonntagszeitung“. Wegen seines Eintretens für die
SPD 1894 aus dem Staatsdienst entlassen, wurde David zu einem der Protagonisten einer bauernfreundlichen sozialdemokratischen Agrarpolitik in den Parteidiskussionen der 90er Jahre. Sein Hinweis auf die Lebensfähigkeit kleinbäuerlicher Betriebe in einer Artikelserie des „Sozialdemokrat“ im August und September 1894 (später ausgebaut in seinem Hauptwerk „Sozialismus und Landwirtschaft“ 1903,
21922) war der erste sozialistische Angriff auf die Allgemeingültigkeit der marxistischen Lehre von der fortschreitenden Verdrängung der Kleinbetriebe durch die Großbetriebe und macht ihn vor E. Bernstein zum ersten Revisionisten der Partei. Seit 1896 Mitglied des hessischen Landtages und seit 1903 sozialdemokratischer Reichstagsabgeordneter, wurde David zum parlamentarischen Lehrmeister der aufstrebenden Politikergeneration der Sozialdemokratie. Als einer der prominentesten mehrheitssozialistischen Politiker war David entscheidend an der Formulierung der Kriegspolitik seiner Partei beteiligt. Im Oktober 1918 zum Unterstaatssekretär des Auswärtigen Amts ernannt, wurde David im Februar 1919 der erste Präsident der Weimarer Nationalversammlung, anschließend Minister ohne Portefeuille im Kabinett Scheidemann, Nachfolger von Hugo Preuß als Reichsminister des Innern (Juni-Oktober 1919) und erneut Minister ohne Portefeuille im 1. Kabinett Hermann Müller. 1922 zum Bevollmächtigten des Reiches in Hessen ernannt, lehrte David von 1923 bis zu seiner Obersiedlung nach Berlin 1927 Politik an der Technischen Hochschule in Darmstadt. Als bedeutendster sozialdemokratischer Agrarpolitiker, als Führer des reformistischen Flügels der Vorkriegs-
SPD und als einer der maßgebenden Politiker an allen Nahtstellen der Parteientwicklung von 1894 bis 1920 ist David eine Persönlichkeit von zentraler Bedeutung für die Geschichte der politischen Arbeiterbewegung Deutschlands. - Dr. oec. publ. honoris causa (München).
Werke ↑
Weitere W Zweck
u. Mittel e. einheitl. Organisation d.
dt. Studentenschaft, 1888; Referentenführer, 1907,
81947; Sozialdemokratie
u. Vaterlandsverteidigung, 1915; Die Sozialdemokratie im Weltkrieg, 1915; Wer trägt d. Schuld am Krieg?, 1917; Die Siedlungsgesetzgebung, 1921; Um d. Fahne d. Dt. Republik, 1921,
21926; Die Befriedung Europas, 1926; Aus Dtld.s schwerster Zeit,
Schrr. u. Reden a.
d. J. 1914-19, 1927.
Literatur ↑
K. Hildenbrand, in: Sozialist.
Mhh. 1, 1931, S. 28
ff.; E. Bernstein,
ebd., S. 30 f.;
Rhdb. (P).
Portraits ↑
Hschn. v. O. Clevé-Klebert.
Autor ↑
Gerhard A. RitterEmpfohlene Zitierweise ↑
Ritter, Gerhard A., „David, Eduard Heinrich Rudolph“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
535
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116037288.html
David, Eduard Heinrich
Name: David, Eduard Heinrich
Namensvariante: David, Eduard Heinrich Rudolph
Lebensdaten: 1863 bis 1930
Geburtsort: Ediger/Mosel
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: Politiker; Schriftsteller
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Ritter, Gerhard A.PND: 116037288