<< Andlaw-Birseck, Franz Xaver von
Andlaw-Birseck, Konrad Karl Friedrich Freiherr von und zu >>
Andlaw-Birseck, Heinrich Bernhard Freiherr von und zu
badischer Politiker und Katholikenführer,
* 20.8.1802 Freiburg (Breisgau),
† 3.3.1871 Hugstetten bei Freiburg. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Konrad Karl Friedrich (s. 3);
⚭ Antonie Freiin von Sternegg; 1
T,
B Franz Xaver (s. 1).
Leben ↑
Andlaw-Birseck studierte in Landshut, Freiburg und Heidelberg, wurde 1821 kurze Zeit Dragoneroffizier, bildete sich in Frankreich und Italien weiter, trat vorübergehend in den Staatsdienst, zog sich aber schon um 1826 ins Privatleben nach Freiburg und Hugstetten zurück. Sein öffentliches Wirken begann erst, als er 1835 (bis 1866 wiederholt) vom grundherrlichen Adel in die I. Kammer gewählt wurde, in der er in allen das kirchliche Gebiet berührenden Fragen seine konservative, katholische Überzeugung vertrat. Er beantragte
u. a. das Verbot des Hazardspiels, die Errichtung einer Ehrengerichtsbarkeit zur Verhinderung der Duelle, die Sicherstellung der Stiftungen, den Abschluß von Staatsverträgen zur Regelung der Auswanderung und die Vertretung des grundherrlichen Adels und der Universitäten in der I. Kammer durch lebenslänglich gewählte Mitglieder. Seit 1845 war er mit F. J. Buss der volkstümlichste Vertreter der katholischen Bewegung in Baden. Als Feind der Volkserhebung von 1848 glaubte er die konservativen Tendenzen auch gegen die damalige Regierung schützen zu müssen. Seit 1848 war Andlaw-Birseck der eifrigste Förderer der katholischen Vereine. In umfangreicher Korrespondenz, in Flugschriften und Artikeln betrieb er die Begründung einer „freien katholischen Universität“. 1850, 1861 und 1865 war er Präsident des Katholikentages. Nach erfolglosem Angriff gegen Staatsrat A. Lamey wegen des neuen Schulaufsichtsgesetzes trat er 1866 aus der Kammer aus. Er gehörte 1869 zu den Begründern der katholischen Volkspartei.
Werke ↑
Über d. Stiftungen im
Ghzgt. Baden, 1845;
Lebensgesch. d.
hl. Martin
v. Tours, 1849; Offenes Sendschreiben an Dr. J. B.
v. Hirscher
z. Abwehr gegen Angriffe auf d.
kath. Vereine, 1850; Der Aufruhr u. Umsturz in Baden als eine
natürl. Folge d. Landesgesetzgebung, 4
Abt., 1650/51; Ein Wort d. Erwiderung auf d. Nachtrag
z. d. „Revolution in Baden“
v. J. B. Bekk, 1851; Vorwort
z. Rendu, Sendschreiben über d. Notwendigkeit einer Einigung d.
christl. Confessionen, 1853; Gedenken meiner Muße über d. Einflüsse d. Kirche, 2
Bde., 1859/60; Offenes Sendschreiben über
polit. u. relig. Freiheit an d. Grafen Th.
v. Scherer, 1861; Offenes Sendschreiben an J.
v. Kühn über d. Frage d. „freien
kath. Univ.“, 1863; Die
bad. Wirren im Lichte d. Landesverfassung u. d. Bundesgesetze, 1863; Priestertum u.
christl. Leben, Gedenken meiner Muße,
NF, 1865.
Literatur ↑
ADB I;
Bad. Biogrr. I, 1875, S. 7;
F. Dor, H. B.
v. A., 1910
(P);
J. Dorneich, Briefe d. Frhrn. J.
v. Laßberg u. H. B.
v. A. aus
d. J. 1848–51, in: Freiburger Diözesan-Archiv,
NF 27, 1926, S. 254-93;
O. Köhler, Die Wahrheit in d.
Gesch., in: Der Katholizismus u. d. Verlag Herder 1801-1951, 1951, S. 137-39
(P);
A. M. Weiß
OP u. E. Krebs, Im Dienst am Buch, 1951, S. 48
u. ö.;
Staatslex. I,
51926,
Sp. 162.
Portraits ↑
Ölgem. (Familienbesitz
v. Mentzingen in Hugstetten); Miniatur auf Elfenbein (Besitz d. Freifrau
v. Kittlitz, Untermünstertal).
Autor ↑
Martin WellmerEmpfohlene Zitierweise ↑
Wellmer, Martin, „Andlaw-Birseck, Heinrich Bernhard Freiherr von und zu“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
272
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118502859.html
Andlaw-Birseck, Heinrich Bernhard Freiherr von und zu
Name: Andlaw-Birseck, Heinrich Bernhard Freiherr von und zu
Lebensdaten: 1802 bis 1871
Geburtsort: Freiburg (Breisgau)
Sterbeort: Hugstetten bei Freiburg
Beruf/Lebensstellung: badischer Politiker; Katholikenführer
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Wellmer, MartinPND: 118502859