<< Copes, Johann
Corbinian, heilig >>
Copper, Reiner
reformierter Theologe, Sektierer,
~ 15.9.1643 Moers/Niederrhein,
† 18.12.1693 Emden.
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
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Genealogie ↑
V Hans, Soldat;
⚭ Jeanne de Reneval.
Leben ↑
Copper studierte ab 1662 in Duisburg. Er wurde früh von der von dem feurigen Südfranzosen Jean de Labadie entfesselten kirchlichen Erneuerungsbewegung erfaßt, die von Holland her auch den Niederrhein in Unruhe brachte. 1670 wurde er Pfarrer in Isselburg. Seine 1673 in Wesel gehaltene Classikalpredigt führte ihrer heftigen und verletzenden Angriffe auf die bestehenden kirchlichen Verhältnisse halber zu seiner Amtsentfernung. 1674 fand er eine Anstellung als Hofprediger bei der Pfalzgräfin Elisabeth, der Äbtissin des reichsunmittelbaren Stiftes Herford. Sie hatte der separierten Gemeinde Labadies vor ihren Bedrückern in Amsterdam für einige Zeit Schutz gewährt und übertrug nach deren Fortgang Copper die Betreuung eines kleinen zurückgebliebenen Kreises verwandter Seelen. 1677 folgte er einem Ruf nach Mülheim/Ruhr als Pfarrer, 1680 einem solchen nach Duisburg. Hier predigte er unter großem Zulauf auch aus den Nachbarstädten. Aber hier begannen bald auch wieder neue Konflikte; es handelte sich um die Kirchenzucht, sonderlich beim Abendmahl. Das Ende war eine erneute Absetzung. Als er sich dann nach Krefeld wandte, führte auch seine dortige Arbeit bald zu einem obrigkeitlichen Verbot. Da zog Copper mit 20 bis 30 seiner Anhänger nach Wiewert in Westfriesland, wo die Getreuen Labadies eine Gemeinde gegründet hatten, die in stiller Zurückgezogenheit auf kommunistischer Grundlage ihres Glaubens lebte. Als sie sich 1692 auflöste, wollte Copper einer Einladung nach Bielefeld folgen, starb aber auf der Reise in Emden. Literarisch hat sich Copper nicht betätigt.
Literatur ↑
Copia Zweyer Schreiben, An E. Wohl-Ehrwürdiges Consistorium zu Duißburg, R. Coppen, Predigers daselbsten, in welchen dargestellet wird die schuldige Pflicht rechtschaffener Prediger, Bey Administration des
Hl. Abendmahls, 1695;
J. H. Reitz, Die Historie d. Wiedergeborenen V, Itzstein 1717, S. 199-214;
M. Göbel,
Gesch. d. christl. Lebens in d. rhein.-westphäl. Kirche II, 1852, S. 261, 268 f., 287, 359-67;
H. Forsthoff, in: Rotscheidts
Mhh. f. Rhein. Kirchengesch. 10, 1916, S. 296 f.;
W. Schmidt,
ebd. 35, 1941, S. 180-87.
Autor ↑
Walter HollwegEmpfohlene Zitierweise ↑
Hollweg, Walter, „Copper, Reiner“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
355
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd104182180.html
Copper, Reiner
Name: Copper, Reiner
Lebensdaten: 1643 bis 1693
Geburtsort: Moers/Niederrhein
Sterbeort: Emden
Beruf/Lebensstellung: reformierter Theologe; Sektierer
Konfession: reformiert; Sektierer
Autor NDB:
Hollweg, WalterPND: 104182180