<< Autenrieth, Johann Hermann Ferdinand von
Ava, Frau Ava >>
Authari
Leben
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Leben ↑
Authari, Langobardenkönig, 584—590; Sohn
des Langobardenkönigs Klefo und der Ansane, nach dessen Tod das
Volk zehn Jahre lang den Thron erledigt ließ und unter der
Herrschaft der "duces", Herzöge, in den
Städten und Stadtgebieten lebte; in dieser Zwischenzeit hatte
harter Druck auf der besiegten römischen Bevölkerung gelastet und
daß man
A.
bei dessen Erhebung den Beinamen römischer Imperatoren
"Flavius" beilegte, den fortan auch seine Nachfolger führten,
verkündigte als eine Concession an die Römer dessen mildere
Behandlung; in der That wurde der strenge Landfriede, den
A.
aufrecht hielt, als Gegensatz zu den bisherigen
Zuständen gepriesen. Er scheint an die Stelle der bisherigen
willkürlichen und planlosen Beraubung der Provincialen eine
systematische Theilung des Fruchtertrags der Landgüter unter
Römern und Germanen, wie sie in den anderen Germanenstaaten der
Zeit von Anfang bestand, angestrebt zu haben; die reichen Herzoge
entschlossen sich, der verarmten Krone durch bedeutende
Abtretungen aus ihrem Vermögen wieder Lebenskraft zuzuwenden.
Vielleicht hatte die durch das Bündniß des Kaisers Mauricius mit
dem Merowinger Childibert dem Reiche drohende Gefahr zu dieser
Wiederherstellung und Kräftigung des Königthums geführt; ein
Angriff der Franken im J. 584 wurde abgewehrt und mit ihnen
Friede, sowie 585 mit dem Exarchen in Ravenna Waffenstillstand
geschlossen. Neue Kämpfe 587 endeten mit einer Niederlage der
Franken 588. Childibert hatte seine Schwester dem
A.
gegen reichen Muntschatz verlobt, gab sie aber lieber
als dem arianischen Ketzer dem Westgothenkönig Rikarid, nachdem
dieser zum Katholicismus übergetreten war. Darauf freite
A.
— und zwar nach der anmuthigen von Paulus Diaconus
erzählten Sage — als sein eigener unerkannter Brautwerber um
Theodelinde, die Tochter des Bajuvarenherzogs Garibald; offenbar
suchte er die Freundschaft seiner nördlichen Nachbarn, welche der
merowingischen Oberherrschaft widerstrebend, als natürliche
Verbündete der Langobarden wider die fränkische Gefahr erschienen.
Während ein fränkisches Heer den Herzog zur Botmäßigkeit
zurückzuführen in Bajuvarien eindrang, floh Theodelinde zu ihrem
Verlobten, der ihr bis gegen Verona entgegen zog, wo (15. Mai 589)
das Beilager vollzogen wurde. Wol im Zusammenhang mit dieser
Unternehmung gegen die Bajuvaren, aber auch durch neue Subsidien
von Byzanz unterstützt, zog im folgenden Jahre ein sehr starkes
Heer Childiberts gegen die Langobarden, vor welchem
A.
das Feld nicht halten konnte, er warf sich in seine
feste Hauptstadt Pavia, das fränkische Heer aber, das bis Mailand
vorgedrungen war und im Gebiet von Trient und Verona viele Burgen
gebrochen hatte, wurde durch die Hitze und die Seuchen des
italienischen Sommers zum Rückzuge genöthigt. Während Authari's
Gesandte durch Vermittelung Guntchram's von Burgund den Frieden
mit Childibert verhandelten, starb der König zu Pavia (5. Sept.
590) angeblich an Gift. Seine Wittwe Theodelinde behielt nach
Beschluß der Langobarden die königliche Würde und erhob durch ihre
Wahl Herzog Agilulf von Turin zu ihrem Gemahl und auf den Thron
der Langobarden 590—616. Bekannt ist, wie die Königin durch diesen
ihren katholischen Gatten und im Einvernehmen mit Papst Gregor dem
Großen unter den noch großentheils heidnischen oder arianischen
Langobarden den Katholicismus verbreitete; sie führte nach
Agilulf's Tode noch 10 Jahre für ihren Sohn Adelwald die
Regentschaft bis dieser 626 wegen einer Geisteskrankheit entthront
und durch Ariovald ersetzt wurde. — Daß
A.
auf einem siegreichen Zug nach Unteritalien in das
byzantinische Gebiet an der äußersten Spitze Süditaliens bei
Rhegium in das Meer reitend, eine fluthumspülte Säule mit seinem
Speer berührt und als Grenzstein des Langobardenreiches im Süden
bezeichnet habe, ist eine anderwärts (Oltensund, Speerwurf Otto
I.) ganz ähnlich wiederkehrende Sage.
Litteratur s. bei Alboin.
Autor ↑
F. Dahn.
Empfohlene Zitierweise ↑
Dahn, Felix, „Authari“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
697
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd13854168X.html?anchor=adb
Authari
Name: Authari
Lebensdaten: erwähnt 584, gestorben 590
Beruf/Lebensstellung: Langobardenkönig
Konfession: katholisch?
Autor ADB:
Dahn, FelixPND: 13854168X