<< Conrady, August
Conring, Hermann >>
Conried (eigentlich Cohn), Heinrich,
Schauspieler und Theaterleiter,
* 3.9.1855 Bielitz,
† 27.4.1909 Meran. (israelitisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Jos. Cohn, Weber;
⚭ T aus angesehener
dt.-amerikanischen
Fam.Leben ↑
Conried war gelernter Weber. Unter Opfern studierte er in Wien Schauspielkunst. Nach Engagements am Burgtheater (1873), Nationaltheater Berlin (1874, Pseudonym Robert Buchholtz), Leipziger Stadttheater (1876) und in Bremen (1877), ging er 1878 nach New York (Charakterrollen im deutschen Ensemble des von A. Neuendorff gegründeten Germaniatheaters). In der Folge inszenierte er reich ausgestattete Wiener Operetten von Strauß und Millöcker mit Lilian Rüssel als Star am Casinotheater Aronsohns und führte mit Reiseensembles Operettentournees in den Staaten durch. 1892 übernahm er die Leitung des Irving-Place-Theaters (sein Mäzen war der Pianofabrikant Steinway) und verpflichtete die berühmtesten europäischen Schauspieler des deutschen Sprachraums (A. Sonnenthal, E. Possart, A. Girardi, Agnes Sorma, Harry Walden und andere). Damit gelang es ihm, das deutsche Theater zum einflußreichsten in Amerika zu machen, wenngleich das Gastspielprinzip eine eigene künstlerische Überlieferung nach Art des jid
|dischen Theaters verhinderte. In der Nachfolge von Moritz Grau leitete Conried ab 1903 die Metropolitan-Opera. Sein künstlerisches Aufgebot verband er geschickt mit gewinnbringenden Sensationen. Die Reform des Theaters (verringerter Gagenetat, technische Neuerungen, Umstellung auf Ensemblespiel) brachte bedeutende künstlerische Vorstände: F. Mottl (Musik), K. Lautenschläger (Technik), E. Fuchs (Regie). Caruso - noch von Grau verpflichtet - debütierte erfolgreich. Die erste, gegen Wagners Anordnung außerhalb Bayreuth durchgeführte Parsifal-Aufführung (der sogenannte „Gralsraub“), die Verpflichtung von Sängerensembles aus Europa sowie die New Yorker Premiere der als unsittlich verbotenen „Salome“ von R. Strauß ergaben künstlerische Spitzenleistungen und sensationsreiche Prozesse. Conried zählt zu den deutschen Persönlichkeiten, die durch ihre Tätigkeit einen nicht zu übersehenden Beitrag zur amerikanischen Kultur leisteten. Conrieds Wunsch, nach Art des deutschen ein amerikanisches Nationaltheater zu schaffen, blieb unerfüllt.
Literatur ↑
A. Laser, in: Neue Musik-
Ztg., 1909,
Nr. 30, S. 343 f.
(P); A. Spanuth, in: Signale f. d. musikal. Welt, 1909.
Nr. 18, S. 649;
C. Ritter, Amerikan. Theater, 1949, S. 73
ff.; Th. H. Weyr, Dt. Theater in Amerika, in: Die Bühnengenossenschaft 7, 1955,
Nr. 4
u. 5;
Eisenberg;
BJ XIV (
Tl. 1909,
L);
ÖBL;
DAB, New York 1948
(L).
Portraits ↑
Review of reviews,
Bd. 27, New York 1903; Worlds work,
Bd. 5, ebenda 1903.
Autor ↑
Karl RichterEmpfohlene Zitierweise ↑
Richter, Karl, „Conried, Heinrich, “,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
341 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116655577.html
Conried, Heinrich
Name: Conried, Heinrich
Namensvariante: Cohn, Heinrich
Lebensdaten: 1855 bis 1909
Geburtsort: Bielitz
Sterbeort: Meran
Beruf/Lebensstellung: Schauspieler; Theaterleiter
Konfession: jüdisch
Autor NDB:
Richter, KarlPND: 116655577