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Colchon, Leonard
Abt von Seligenstadt (1625-1653),
* 5.3.1593 Lüttich,
† 29.11.1653 Aschaffenburg,
⚰ Seligenstadt.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
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| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
Aus alter Lütticher Juristenfamilie;
V Joh., Notar des Bischofs zu Lüttich;
M Margarete de Saive.
Leben ↑
Colchon trat 1610 in die Benediktinerabtei S. Trond ein, studierte dort Philosophie und Theologie, empfing 1616 die Priesterweihe, wurde am 5.5.1617 an der Kölner Universität immatrikuliert, wohnte dort im Seminar (Studienhaus) der Bursfelder Benediktiner-Kongregation, dessen Subregens er bald darauf wurde, und erwarb sich den Grad eines Lizentiaten der Theologie. Abt Martin Krays von Seligenstadt erbat 1622 Colchon zum Lektor der Philosophie und Theologie für seinen monastischen Nachwuchs. Schon bald nachher wurde Colchon Prior in Seligenstadt. Am 21.11.1625 wurde er zum Abt von Seligenstadt gewählt. Der 30jährige Krieg vertrieb ihn einige Male aus seiner Abtei; er fand Zuflucht in Lüttich und in seinem Profeßkloster S. Trond. Er arbeitete rastlos für den Rückerwerb der protestantisch gewordenen Klöster in seiner Eigenschaft als Restitutionskommissar. Für diese Tätigkeit bildete das Restitutionsedikt vom 6.3.1629 die rechtliche Unterlage. Seinen Bemühungen verdankte Fulda den Anschluß an die Bursfelder Kongregation. Auf deren Generalkapitel im Laacher Hof zu Koblenz wurde Colchon am 11.5.1642 zum Präsidenten der Union gewählt, eine Anerkennung für sein rastloses Arbeiten und Sorgen um die Belange dieser Kongregation in der schwierigen Zeit des ausgehenden 30jährigen Krieges. Aus dieser Zeit seiner Präsidentschaft ist die über 4200 Briefe umfassende Korrespondenz erhalten, die einen selten klaren Einblick in die Nöte, Aufgaben, Pläne, Enttäuschungen und Hoffnungen jener sturmbewegten Zeit gewährt. Auch besitzen wir noch einige Ansprachen und Abschiedsworte an die Generalkapitel. Leider sind seine peinlich genau geführten Tagebücher verlorengegangen.
Werke ↑
Memoriale eorum, quae in renovatione SS. Reliquiarum contigerunt in monasterio Seligenstadiano, 1625, in:
StMBO 57,1939, S. 44-49; Praefatio apologetica pro Eginhardo sive Eynhardo Caroli Magni quondam Secretario …, 1633; Catalogus sive Series Abbatum Monasterii SS. Marcellini et Petri in Seligenstadt …, 1633 (Gießen,
Univ. Bibl.,
Hs. 696 a,
u. Maria Laach, Abteibibl.); Directorium rerum agendarum monasterii Seligenstadiani per anni circulum, 1633 (Darmstadt, Staatsarchiv,
Hs. 258); Ein Auszug aus d. Mainzer
Gesch. bis
z. 30jähr. Krieg
(verloren); Abriß d. Bursfelder Kongregationsgesch., 1643 an den Kölner Nuntius Chigi gesandt
(verloren).
Literatur ↑
P. Volk, Abt L.
C. u. sein Briefwechsel, in:
HJb. 57, 1937, S. 366-84;
ders., Das Werden d. Straßburger Benediktiner-Kongregation, Straßburg 1938
(C.s Briefwechsel);
ders., Ma. Graberöffnungen in d. Abteikirche zu Seligenstadt, in:
StMBO 57, 1939, S. 39-50;
ders., Die Kölner Nuntiatur
u. d. Bursfelder Kongregation in d. 1. Hälfte d. 17.
Jh., in:
Ann. d.
hist. Ver. f. d. Niederrhein 139, 1941, S. 75-145;
ders., Die kirchl. Fragen auf d. Westfäl. Frieden, in: Pax optima rerum,
hrsg. v. E. Hövel, 1948, S. 99-136;
ders., L.
C., seine Wahl
z. Abt
v. Seligenstadt (1625)
u. Präs. d. Bursfelder Kongregation (1642), in: 500 J. Bursfelder Kongregation,
hrsg. v. P. Volk, 1950, S. 23-66;
ders., P. Adam Adami als Sachwalter d. benediktin. Belange auf d. Westfäl. Friedensverhandlungen,
ebd., S. 67-125;
LThK (L).
Portraits ↑
Ölgem.
v. P. Gualbert Gitzing
v. Seligenstadt (
† 1657) auf d. Series abbatum (Abteikirche Seligenstadt).
Autor ↑
Paulus Volk OSBEmpfohlene Zitierweise ↑
Volk OSB, Paulus, „Colchon, Leonard“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
318
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd123304784.html