<< Clemm-Lennig, Carl Wilhelm Heinrich
Clermont, von >>
Clericus, Ludwig August
Heraldiker,
* 28.3.1827 Danzig,
† 1.3.1892 Magdeburg. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Joh. Frdr. (
† 1880), 1827 Hauptkassen-Kontrolleur in Elbing, dann Ober-Packhofs-
Insp. in Danzig;
M T des Kriegs-
u. Domänenrats Schütz; ledig.
Leben ↑
Clericus gab das juristische Studium in Königsberg 1851 auf und bezog die dortige Kunstakademie (bis 1855). In der Einsicht, nicht zum Künstler geboren zu sein, versuchte er sich als selbständiger Schriftsteller in Berlin, wo er die scharf beobachteten, sozialkritischen „Berliner Fremden-Bilder“ (2 Bände, 1860) mit eigenen Illustrationen veröffentlichte. Ende der 60er Jahre zeichnete er für den „Kladderadatsch“ und dann bis an sein Lebensende für die (Leipziger) „Illustrirte Zeitung“. Dadurch fand er Auftraggeber für die wirtschaftliche Auswertung seiner heraldisch-genealogischen Liebhaberei. Bahnbrechend wirkte er auf dem Gebiete der öffentlichen Heraldik; er fiel zuerst auf durch seine viel Widerspruch findende, betont preußisch gesinnte Flugschrift über das künftige Reichswappen und dann durch seine Kennerschaft auf dem damals noch kaum beackerten Gebiet des städtischen Wappenwesens. Seine Dauerbedeutung verdankt Clericus seiner Tätigkeit als Redakteur der Monatsschrift „Der Deutsche Herold“ (1874-80), daneben der ephemeren
|Hof- und Adelszeitung, sodann der Deutschen Graveurzeitung (1876–80), woran sich endlich - durch die hieraus erwachsene Verbindung mit dem Gewerbe veranlaßt - seine bezahlte Stellung als Sekretär des Kunstgewerbevereins Magdeburg schloß, dessen Zeitschrift „Pallas“ er mit zahlreichen eigenen Beiträgen bis zu seinem Tode leitete. Sein Einfluß auf die damals neue Gattung der Kunstgewerbemuseen war sehr bedeutend; er selbst veranstaltete neben dem Ausbau der Magdeburger Sammlungen, die sich an den Ausstellungen in Leipzig (1879), Halle (1881), München (1888) und London (1891) beteiligten, periodische Wanderversammlungen in der Provinz. Als Autor führte Clericus eine scharfe Klinge, die ihm viele Widersacher, aber auch das Ansehen einbrachte, ein wohlinformierter, unbeeinflußbarer Sachverständiger zu sein. In seiner letzten belletristischen Schrift, der Novelle „Amtlich totgeschwiegen, Eine Geschichte aus der Gegenwart“ (1888) spiegelte er sich selbst.
Werke ↑
Weitere W Liederbuch d. Albertina, 1850, neu
hrsg. v. E. Loch, 1934, =
Veröff. aus d. Staats-
u. Univ.bibl. zu Königsberg i. Pr. 2
(mit eigenen Ill., L, P); Das Wappen d.
dt. Kaisers
u. d.
dt. Reichsfarben, 1871; Städtewappen
Lfg. 16-19 (= Schluß
u. Titelbl.), in: J. Siebmacher's großes
u. allg. Wappenbuch I/4,1885; Roccoco, Entwürfe f. d. graph. Kunst
u. d. Kunstgewerbe, 1.
Lfg., 1886; Gewerbe
u. Kunstgewerbe in d. Heraldik, Die Entstehung
u. Bildung d. Wappen
u. d. Wappenschildes, Aus d. Nachlaß
hrsg. v. G. G. Winkel, 1896;
als Illustrator beteiligt: H.
v. Saurma-Jeltsch, Wappenbuch d. schles. Städte
u. Städtel, 1870; H.
v. Rohr,
Gesch. d. 1. Garde Dragoner-
Rgt., 1880;
Verz. d. herald. Aufsätze in: E.
v. Berchem, Herald.
Bibliogr. I, 1937, S. 59 f.
Literatur ↑
H. Reichau, in: Pallas 13, 1892,
Nr. 3, S. 17-24
(P);
G. G. Winkel, in:
Mbl. d.
k. k. herald.
Ges. „Adler“ 3, Wien 1892,
Nr. 17, S. 103 f.;
Der Dt. Herold 23, 1892, S. 59;
V. Valentin- O. Neubecker, Die
dt. Farben, 1929, S. 113 f.;
Archiv f. Studenten-
u. Hochschulgesch. 7/8, 1934, S. 237
ff.;
E. Loch, in:
Altpreuß. Biogr. I, 1941.
Autor ↑
Ottfried NeubeckerEmpfohlene Zitierweise ↑
Neubecker, Ottfried, „Clericus, Ludwig August“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
287 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd117691429.html
Clericus, Ludwig
Name: Clericus, Ludwig
Namensvariante: Clericus, Ludwig August
Lebensdaten: 1827 bis 1892
Geburtsort: Danzig
Sterbeort: Magdeburg
Beruf/Lebensstellung: Heraldiker
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Neubecker, OttfriedPND: 117691429