<< Clemm, Carl Friedrich
Clericus, Ludwig August >>
Clemm-Lennig, Carl Wilhelm Heinrich
* 18.8.1818 Lich bei Gießen,
† 26.3.1887 Heidelberg.
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Ludwig (1780–1838), fürstlich solmsischer Kammerassessor, dann
ghzgl. hessischer Landgerichtsaktuar in Lich,
S des Konr.
Frdr. (1752–83),
Reg.advokat in Niederkleen
b. Butzbach;
M Carol. (1781-1828),
T des
Sup. u. Konsistorialrats Karl
Wilh. Ziehen in Lich;
B Frdr. s. Genealogie (1), Gustav (1814–66), Dr., 1. Assistent Liebigs in Gießen, 1851 mit Christian Böhringer aus Stuttgart (1818–64) Gründer der Chemischen
Fabr. Heilbronn, 1852 mit der chemischen
Fabr. Wohlgelegen
u. 1854 mit der ebenfalls Soda herstellenden chemischen
Fabr. Neuschloß zusammengeschlossen zum Verein Chemischer Fabriken
AG Mannheim,
Dir. des Vereins, 1855
Gendirektor des
Ver. für chemische
u. metallurgische Produktion in Karlsbad (Aussiger
Ver.);
Schw Luise (
⚭ Dr. Conr. Zimmer [1808–78], technischer Chemiker
u. Chininfabrikant in Frankfurt-Sachsenhausen, dann Chlorkaliumfabrikant in Preußisch Börnecke
b. Staßfurt);
⚭ 1848 Anna Ottilie (1828–1901),
Stiefschwester des Charles Lennig, chemischer Unternehmer in Bridesburg
b. Philadelphia (USA), aus Mainzer Auswandererfamilie; 5
Kinder; Neffe (Sohn v. Gustav) Christian (1852–92), 1884-92
Dir. des
Ver. Chemischer Fabriken
u. durch finanzielle
u. technische Reorganisation maßgeblicher Förderer seiner Entwicklung, die 1920-25 zu dem Konzern Rhenania-Kunheim
Ver. Chemischer Fabriken
AG in Berlin
u. 1928 in das Großunternehmen der Kali-Chemie führte.
Leben ↑
Clemm besuchte die Höhere Gewerbeschule in Kassel, wurde dann Apothekerlehrling in Bensheim (Bergstraße) und Gießen und ließ sich 1838 als Student der Chemie an der dortigen Universität einschreiben. 1843 und 1844 legte er in Bamberg und Darmstadt die Apothekerprüfung ab. Schon 1843 wandte er sich wieder nach Gießen, trat in den Schülerkreis Justus Liebigs ein und promovierte bei diesem 1845. Liebig empfahl ihn, als Charles Lennig, der in Bridesburg eine chemische Fabrik gegründet hatte, von ihm einen technischen Helfer erbat. Clemm ging nach Bridesburg, kehrte aber mit seiner Frau 1848 nach Frankfurt zurück. 1849 erwarb er zusammen mit dem Bankier Heinrich Fries in Mannheim, dem Ultramarinfabrikanten Fries in Heidelberg und L. Giulini die kleine Schwefelsäure- und Sodafabrik der Brüder P. F. und J. B. Giulini auf dem Gutshof Wohlgelegen bei Mannheim und gründete die Firma Giulini, Fries & Clemm. Dr. Carl Vogt, dem letzten Präsidenten des Stuttgarter Rumpfparlaments, verhalf er zur Flucht in die Schweiz. Unter dem Druck der Konkurrenz schloß er sich 1852 mit der Heilbronner Fabrik seines Bruders zusammen, trat aber 1853 als leitender chemischer Direktor zurück und erbaute, von Liebig beraten, 1854 in Mannheim mit seinem Schwager C. Zimmer die erste größere chemische Düngerfabrik Süddeutschlands Carl Clemm-Lennig. Seinen Gedanken, nach englischem Vorbild die Anilinfabrikation aufzunehmen, vermochte er allein nicht über das Laboratoriumsstadium hinaus zu verwirklichen. 1864 schied er aus. Seit 1853 war Clemm amerikanischer Staatsbürger. Er ist der eigentliche Begründer der Mannheim-Ludwigshafener Chemischen Industrie.
Literatur ↑
C. Clemm, Dr.
C. W. H.
C.-Lennig, in:
Bll. z. Gesch. d. Hauses
C., Privatdruck 1.10.1925, S. 4-8.
Autor ↑
Wolfgang ZornEmpfohlene Zitierweise ↑
Zorn, Wolfgang, „Clemm-Lennig, Carl Wilhelm Heinrich“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
287
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd11654385X.html
Clemm-Lennig, Carl
Name: Clemm-Lennig, Carl
Namensvariante: Clemm-Lennig, Carl Wilhelm Heinrich
Lebensdaten: 1818 bis 1887
Geburtsort: Lich bei Gießen
Sterbeort: Heidelberg
Beruf/Lebensstellung: Chemieindustrieller
Konfession: evangelisch?
Autor NDB:
Zorn, WolfgangPND: 11654385X