<< Carstens, Asmus Jakob
Carus. >>
Cartellieri, Otto Ernst Wilhelm
Historiker,
* 23.1.1872 Odessa,
† 13.4.1930 Basel. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
Familie stammt aus Mailand;
Vorfahren Antonio Cartegliere (1746–1817), Sänger,
v. a. in Breslau (Wäsersche
Ges.)
u. Königsberg;
Verwandte Casimir Anton ([
S v. Antonio] 1772-1807), Komponist
u. Kapellmeister der Fürsten Lobkowitz,
u. sein
E Wilh. (1860–1908),
Prof. der altindischen
Philol. u. Altertumskunde in Innsbruck, befaßte sich
u. a. mit altindischer Epigraphik (
s. ÖBL);
V Leop. (1828–1903),
Kaufm.,
dt. Konsul in Odessa,
S des
Leop.,
Kaufm., Konsul in Libau (
S des Antonio,
s. o.),
u. der Dorothea Woysch aus Pfarrerfamilie;
M Cölestine (1831–1918),
T des Stadtrichters Rud. Manger in Waldenburg
u. der Luise Feye,
E des Oberbaurats
Heinr. Ludw. Manger (1728-90 [
s. ADB XX])
B Alex. (1867–1955), Historiker,
Prof. in Jena, schrieb neben seinem grundlegenden Lebenswerk „
Phil. II. August,
Kg. v. Frankreich“ (4
Bde., 1899-1922)
u. Arbb. z. pol. Gesch. des
MA u. der Neuzeit eine umfassende Weltgeschichte des
MA „Weltgeschichte als Machtgeschichte“ [382-1150] (4
Bde., 1927-41);
⚭ Leipzig 1918 Eva Schröter; 2
S, 2
T.
Leben ↑
Nach Studium der Geschichte, Philologie und Nationalökonomie in Freiburg (Breisgau), Heidelberg und Berlin wurde Cartellieri 1897 in Berlin als Schüler F. Scheffer-Boichorsts mit einer Arbeit über „Abt Suger von Saint Denis“ (= Historische Studien 11, 1898) promoviert, die ihm bereits im ersten Entwurf einen Preis der philosophischen Fakultät gebracht hatte. Die mittelalterliche Geschichte romanischer Völker, später vor allem die burgundische, sollte den Mitarbeiter der Monumenta Germaniae historica (1898-1904) und formgewandten, künstlerisch begabten Schilderer vergegenwärtigter Zeiten nicht mehr aus ihrem Bann entlassen. Unter der Anleitung von K. Hampe habilitierte sich Cartellieri 1904 in Heidelberg mit einer Schrift über „Peter von Aragon und die sizilianische Vesper“ (= Heidelberger Abhandlungen zur Mittleren und Neueren Geschichte 7, 1904). Als Professor in Heidelberg (seit 1910) und auch nach dem ersten Weltkrieg als Archivrat und
|schließlich Generallandesarchivar in Karlsruhe galt seine Liebe der „Geschichte der Herzöge von Burgund“, von der sehr rasch der 1. Band (Philipp der Kühne, 1910) - freilich nur dieser - erschien, bis der Krieg eine intensive Archivbenutzung in Frankreich verbot. In Aufsätzen konnte Cartellieri sein Thema gründlich erforschen und eine Reihe von kulturhistorischen Bildern vom „Hofe der Herzöge von Burgund“ (1926, englisch 1929) veröffentlichen, bevor der Tod die Vollendung seines Lebenswerkes verwehrte.
Werke ↑
Weitere W Kg. Manfred, 1910; Der
franz.-mailänd. Vertrag
v. 20.3.1391, 1912;
Btrr. z. Gesch. d. Herzöge
v. Burgund 1-5, in:
SB d.
Ak. d.
Wiss. Heidelberg,
Phil.-
hist. Kl., 1912/11, 1913/2
u. 9, 1914/6; Zur
Gesch. Dinants, in: Denkschr.,
bearb. i. A. d.
Gen. gouv. in Belgien. 1918, S. 19
ff.; Heidelberger Erinnerungsstätten, 1922; Aufsätze
z. burgund.
Gesch.,
u. a. in:
MIÖG 28, 1907,
HZ 132, 1925,
Hist.-
pol. Bll. f. d.
kath. Dtld., 1921, Tijdschr. voor Geschiedenis 36, Groningen 1921. -
Von Wilh.: 17 Tafeln
z. ind. Palaeogr., in: Grundriß d. indogerman.
Philol. I, Straßburg 1896;
von B Alex.: s. DW.
Literatur ↑
W. Holtzmann, in:
HZ 142, 1930, S. 446 f. -
Zu Antonio: Ch. Krollmann, in:
Altpreuß. Biogr. I, 1941;
zu B Alex.: W. Kienast, in:
HZ 179, 1955, S. 663
Autor ↑
Joachim LeuschnerEmpfohlene Zitierweise ↑
Leuschner, Joachim, „Cartellieri, Otto Ernst Wilhelm“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
160-161
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116462604.html
Cartellieri, Otto
Name: Cartellieri, Otto
Namensvariante: Cartellieri, Otto Ernst Wilhelm
Lebensdaten: 1872 bis 1930
Geburtsort: Odessa
Sterbeort: Basel
Beruf/Lebensstellung: Historiker
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Leuschner, JoachimPND: 116462604