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Amelang, Karl Ludwig
Leben
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| Literatur
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Leben ↑
Amelang: Karl Ludwig
A.
, geb. 27. April
1755 zu Berlin, †
16. Juli 1819, widmete sich seit
1776 der Advocatur, wurde später zugleich als Rath am
Criminalsenate des Kammergerichts angestellt und setzte nach
erfolgter Justizreform seine Praxis als Assistenzrath und
Justizcommissar fort. Einen auch im Ausland bekannten Namen erwarb
er sich durch die Vertheidigung des Predigers Schulz. ("Zur
Vertheidigung des Predigers Herrn Schulz zu Gielsdorf" 1792;
"Vertheidigung des Pred. Schulz in der 2ten Instanz" 1798. Vgl.
dazu auch: "Religionsproceß des Predigers Schulz zu Gielsdorf
1792.) 1792 wurde er mit dem Prädicate geh. Kriegsrath zum
Director des Berliner Stadtgerichts und Justitiarius des
Polizeipräsidiums befördert. Im J. 1797 plötzlich ohne
Untersuchung entlassen und nach Magdeburg verwiesen, ward er nach
dem Thronwechsel zurückberufen und als geh. Postrath angestellt,
1808 wieder Justizcommissar am Kammergericht, daneben Consulent
des Generalpostamts und Syndicus der Offizier-Wittwencasse. Von
seinen Schriften sind besonders hervorzuheben jene in
religiös-politischer Hinsicht interessanten
Vertheidigungsschriften für den Prediger Schulz, einen Mann
reinsten, makellosen Wandels, der von allen Gliedern seiner
Gemeinde hoch verehrt und innig geliebt, der orthodoxen
Geistlichkeit unbequem wurde, da er bestrebt war, in seinen
Predigten mehr zu dem "gut Handeln," als zu dem "Glauben" an
althergebrachte Formeln und Anschauungen anzuleiten, zumal er
öffentlich in einer seiner Schriften: "Versuch einer Anleitung zur
Sittenlehre für alle Menschen," den damals anstößig erscheinenden
Ausspruch that, es habe die Vernunft keine Erkenntniß einer
bestimmten Gottheit, d. h. sie wisse nichts von der Beschaffenheit
des zureichenden Wesens etc. und derartige Ansichten seinen
Gemeinden im Zopfe, nicht in der vorgeschriebenen Perrücke
vorzutragen wagte. Mit
Gründler gab
A.
das "Archiv des preuß. Rechts," 3 Bde. Berl. 1799—1800
und dessen Fortsetzung: "Neues Archiv der preuß. Gesetzgebung und
Rechtsgelehrsamkeit," 4 Bde. Berl. 1800—1805 heraus, welchem durch
Rescript vom 19. Febr. 1800 officielles Ansehen beigelegt wurde.
A.
spielte auch eine Rolle in dem bekannten Processe des
Buchdrucker Unger gegen den Oberconsistorialrath Zöllner in
Censurangelegenheiten wegen eines verbotenen Buches, dessen Akten
von Unger 1791 herausgegeben sind, und an welchem auch Wilhelm v.
Humboldt als Deputirter mitwirkte (
Haym,
Wilh. v. Humboldt Berl. 1856. S. 33. 34.)
Literatur ↑
Meusel, G. T. I—XIII. Hallische Litt.
Zeitg. 1819, II. S. 845 f. Leipz. Litt.
Zeitg. 1819, S. 2155.
Autor ↑
Teichmann.
Empfohlene Zitierweise ↑
Teichmann, „Amelang, Karl Ludwig“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
393
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd117762431.html?anchor=adb
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