<< Am Bühl, Johann Ludwig
Amelius, Martin >>
Ameis, Karl Friedrich
Altphilologe und Schulmann,
* 26.8.1811 Bautzen,
† 29.5.1870 Mühlhausen (Thüringen). (evangelisch)
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Aus Tuchmacherfamilie in Bautzen;
V Johann Gottfried Ameis, Tuchmacher;
M Christiane Sophie,
T des Schlossermeisters Gottfried Abraham Unger in Neustadt bei Stolpen;
⚭ 28.6.1840 Johanna Emilio,
T des Archidiakonus Wilhelm
Ad. Ringleb.
Nach Philologiestudien in Leipzig bei G. Hermann und in Halle bei G. Bernhardy wirkte Ameis seit 1835 als Probelehrer in Magdeburg, seit 1837 bis zu seinem Tod als (erster) Oberlehrer am Gymnasium zu Mühlhausen, das seiner Tätigkeit sehr viel verdankt. Er war als temperamentvoller, begeisternder Lehrer bekannt und ein eifriger Förderer des Musiklebens in Schule und Stadt. Als Philologe erwarb er sich zuerst durch eine Ausgabe der Bukoliker (1846) einen Namen. Später widmete er sich der Homer-Erklärung. Seine Kommentare und kritisch-exegetischen Anhänge zu den homerischen Gedichten sind bis 1940 verschiedentlich neu bearbeitet und geben noch heute die beste Einführung in das Homer-Studium.
Werke ↑
Was kann d. wahre Bildung unserer Zeit vernünftigerweise
v. d. Gelehrtenschulen verlangen, Rede, 1835; Das dritte
Ref.-jubelfest d. Stadt Mühlhausen am 14. September 1842, 1843; Der Gymnasiallehrer in seinem edlen Beruf u. als Mensch,
Bll. d. Gedenkens an Carl Gottfried Siebelis, 1845; Bemerkungen zu Theokrits Idyllen,
Progr. Mühlhausen 1840; Üb. d. Gebrauch d. Artikels bei
d. Bukolikern, Progr. ebenda 1846; Gottfried Hermanns paedagog. Einfluß, 1850.
Gab heraus u. erklärte: Bucolici Graeci. Paris
|1846; Homer, Odyssee I, 1868 ff.; Homer, Ilias I, 1868 ff.
(vollendet von C. Hentze, die 10. Aufl. d. Kommentare v. P. Cauer); Anhang zur Ilias, 1868 ff.
(vollendet v. C. Hentze).
Literatur ↑
ADB I;
K. W. Osterwald, Rede auf K. F.
A. …, in:
Progr. Mülhausen 1871.
Portraits ↑
Phot. (um 1867) im Besitz
v. Dr. Brinkmann, Mühlhausen.
Autor ↑
Albrecht DihleEmpfohlene Zitierweise ↑
Dihle, Albrecht, „Ameis, Karl Friedrich“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
244 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116297719.html
<< Ambühl, Johann Ludwig
Amelang, Karl Ludwig >>
Ameis, Karl Friedrich
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Ameis: Karl Friedrich
A.
, tüchtiger Philolog und Schulmann, geb. zu
Bautzen am 26. August 1811, † zu Mühlhausen am 29. Mai 1870. Schon auf dem Gymnasium
seiner Vaterstadt durch den gelehrten Rector K. Gottfried Siebelis
für das Alterthum begeistert, widmete sich
A.
dem Studium der Philologie, zuerst in Leipzig unter
der Leitung von Gottfried Hermann, dem er in der Schrift: "G.
Hermanns pädagogischer Einfluß" (Jena 1850) ein schönes Denkmal
der Pietät gestiftet hat, sodann in Halle, wo er den Anregungen
des geistreichen und gelehrten Bernhardy sehr viel zu danken
hatte. Seine pädagogische Thätigkeit begann er im J. 1835 als
Probelehrer in Magdeburg; schon nach zwei Jahren erhielt er einen
Ruf an das Gymnasium zu Mühlhausen, an welchem er bis zu seinem
Tode, seit 1844 als erster Oberlehrer, eine ungemein segensreiche
Wirkung entfaltet hat. Ein Mann von großer, fast übersprudelnder
Lebendigkeit, der Gabe des Wortes in seltenem Grade mächtig,
energisch und durchgreifend, wurde
A.
bald die Seele der Anstalt, die zur Zeit seines
Eintritts in starken Verfall gerathen war. — Die ersten Proben
seiner philologischen Studien legte er in einem gehaltreichen
Programm "Bemerkungen zu Theokrits Idyllen" (Mühlhausen 1840) der
gelehrten Welt vor. Durch seine 1846 bei
|Didot in
Paris erschienene Ausgabe des Theokrit, Bion und Moschus
begründete er seinen Ruf als Gelehrter auch im Ausland. Von seiner
eingehenden Beschäftigung mit den griechischen Bukolikern gibt
auch Zeugniß ein umfängliches Programm über den Gebrauch des
Artikels in den griechischen Bukotikern als Probe eines Lexikons
über diese Dichter (Mühlhausen 1846). In den letzten Decennien
seines Lebens hatte
A.
seine Studien vorzugsweise auf Homer concentrirt und
bewährte sich als einer der genauesten Kenner auf dem Gebiete der
homerischen Forschung. Von seiner vortrefflichen Schulausgabe der
Odyssee erschienen in rascher Folge vier Auflagen; mit der
Bearbeitung der Ilias war er bis zum 6. Buche vorgeschritten, als
ihn der Tod ereilte. Aus den besonders erschienenen kritischen und
exegetischen Anhängen erkennt man, wie vertraut er sich mit allen
für das Verständniß des Dichters wichtigen Fragen gemacht und wie
selbständig er die tiefgreifenden neueren Forschungen zu
verwerthen gewußt hat.
Literatur ↑
Rede auf K. Fr. Ameis am Tage seiner Beerdigung 1. Juni 1870
von Director K. Wilhelm Osterwald. Mühlhausen 1871. 4°.
Autor ↑
Lothholz.
Empfohlene Zitierweise ↑
Lothholz, „Ameis, Karl Friedrich“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
392-393
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116297719.html?anchor=adb
Ameis, Karl Friedrich
Name: Ameis, Karl Friedrich
Lebensdaten: 1811 bis 1870
Geburtsort: Bautzen
Sterbeort: Mühlhausen (Thüringen)
Beruf/Lebensstellung: Altphilologe; Schulmann
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Dihle, AlbrechtAutor ADB:
LothholzPND: 116297719