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NDB-Artikel

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Caro, Heinrich

Chemiker, * 13. (17.?) 2.1834 Posen, 11.9.1910 Dresden (israelitisch, dann lutherisch).


GenealogieLebenWerkeLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Simon (1798–1871), Großkaufmann in Berlin; M Amalie Schnitzler (1800–75) aus Breslau; England 1866 Edith Sarah Eaton (1842–1917); 3 S, 4 T.

Leben  
Caro studierte 1852-55 an dem Königlichen Gewerbe-Institut und der Universität in Berlin Chemie. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Colorist in der Kattundruckerei von Troost in Mülheim/Ruhr ging er 1859 nach England und war dort als Chemiker und später als Mitinhaber der Firma Roberts, Dale & Compagnie in Manchester tätig. 1866 kehrte er nach Deutschland zurück, trat 1868 in die Badische Anilin & Soda-Fabrik in Ludwigshafen als Chemiker ein, wurde 1884 in den Vorstand und 1889 in den Aufsichtsrat dieses Unternehmens berufen. Mehrere Universitäten verliehen ihm die Würde eines Ehrendoktors.
Durch seine zahlreichen bahnbrechenden Arbeiten und Erfindungen auf fast allen Gebieten der Teerfarbenchemie gilt Caro als einer der bedeutendsten Begründer dieser Industrie in Deutschland. Das von ihm gefundene technische Verfahren zur Herstellung des künstlichen Alizarinrots war der Grundstein dieser Entwicklung. Zu den zahlreichen von Caro erfundenen Farbstoffen gehören das Eosin, das Auramin und vor allem auch das in der biologischen Forschung viel verwendete Methylenblau. Die von ihm entdeckte Peroxymono-schwefelsäure (H2SO5) trägt ihm zu Ehren den Namen Carosche Säure.
Caros Lebenslauf ist durch die enge Wechselwirkung zwischen Wissenschaft und Technik charakterisiert. Die Vereinigung von Gedächtnis, Beobachtungsgabe, Scharfsinn und Gründlichkeit ermöglichte seine Erfolge. Neben seiner beruflichen Tätigkeit erstreckte sich Caros Wirken auf verschiedene Verbände und Organisationen. So war er 1856 Mitbegründer, 1892/93 Vorsitzender, dann Ehrenmitglied des Vereins deutscher Ingenieure, Vorsitzender des Vereins deutscher Chemiker (1898–1900), Ehrenmitglied des von ihm 1877 gegründeten Vereins zur Wahrung der Interessen der chemischen Industrie Deutschlands. Unermüdliche Arbeitsfreudigkeit und talentvolle Leitung waren auch hier für ihn kennzeichnend. Auch auf patentrechtlichem Gebiet war sein Wirken von ausschlaggebender Bedeutung. So ist es seiner Initiative zu verdanken, daß in das Deutsche Patentgesetz von 1891 der Schutz für das unmittelbare Erzeugnis eines chemischen Herstellungsverfahrens aufgenommen wurde, was die weitere Entwicklung der chemischen Industrie außerordentlich förderte.

Werke  
Ges. Reden u. Vorträge, hrsg. v. A. Caro, 1913.

Literatur  
VDI-Zs., 1910, S. 1881 (P); C. Duisberg, in: Zs. f. angew. Chemie 24, 1911, S. 1057 f.; A. Bernthsen, in: Berr. d. Dt. Chem. Ges. 45, 1912, S. 1987 bis 2042 (W, P); E. Darmstaedter, in: Buch d. großen Chemiker, hrsg. v. G. Bugge, II, 1930,|S. 298-309 (P), 509 (W, L); Pogg. V, VI, (W, L); BJ XV (Tl. 1910, W).

Portraits  
Phot. u. Relief (P -Slg. Dt. Mus. München).

Autor  
Karl Saftien
Empfohlene Zitierweise  

Saftien, Karl, „Caro, Heinrich“, in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 152-153 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118668471.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 3 (1957), S. 152-153
Erwähnungen: 
NDB 23 (2007), S. 215 in Artikel Schmidt, Robert

PND: 118668471
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Index

Caro, Heinrich

Name: Caro, Heinrich
Lebensdaten: 1834 bis 1910
Geburtsort: Posen
Sterbeort: Dresden
Beruf/Lebensstellung: Chemiker
Konfession: jüdisch; lutherisch
Autor NDB: Saftien, Karl
PND: 118668471

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Caro, Heinrich

PND
118668471

Normdaten
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