<< Caro, Heinrich
Caro, Oscar >>
Caro, Nikodem
Chemiker und Industrieller,
* 23.5.1871 Lodz,
† 27.6.1935 Zürich (?). (israelitisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Albert,
dt. Vizekonsul,
S des Rabbiners Josef Hayim ben Isaak Selig (1800–95) in Wloclawek
u. der
T des Rabbiners Zebi Hirsch ben Jakob Caro (1740–1814);
M Rosa Rubinstein (Stein);
Ov Jak. (1835–1904),
Prof. der
Gesch. in Breslau,
Vf. der
Gesch. Polens in der
Slg. „
Gesch. der
europ. Staaten“,
hrsg. v. Heeren-Ukert (1863–88);
⚭ Else,
T des Brauereidirektors
Heinr. Friedmann;
T Vera (
⚭ Dr. Ernst Petschek,
S des Ignaz Petschek [1857–1934]).
Leben ↑
Caro hat nach dem Studium der Chemie in Berlin dort zunächst ein öffentliches chemisches Labor begründet. Die an seinen Namen und den von Adolf Frank anknüpfende Kalkstickstoffsynthese (seit der Jahrhundertwende) bleibt seine bedeutsamste, durch Verleihung der Titel eines Professors und Geheimen Regierungsrats äußerlich anerkannte Tat. Seine Forschungen über die katalytische Oxydation von Ammoniak, die Teilverflüssigung von Wassergas und die Torfvergasung bezeichnen wichtige Entwicklungsabschnitte. Hervorgegangen aus Untersuchungen (1895) über den Aufbau von Cyaniden, betrafen jedoch die Hauptarbeiten von Caro und Frank den industriellen Aufbau der Kalkstickstoffabrikation (1905 erstes Werk in Piano d'Orta/Italien). 1908 erfolgte unter Caros Leitung die Gründung der Bayerischen Stickstoff-Werke Aktiengesellschaft, München (Anlage Trostberg/Oberbayern mit damals 16 000 PS Wasserkraft der Alz). Seit jener Zeit widmete sich Caro ferner der Aufgabe, die Wasserkräfte in Südbayern allgemeiner zu erschließen. Der erste Weltkrieg brachte seinem Lebenswerk die Krönung durch Errichtung der Groß-Kalkstickstoffbetriebe Piesteritz und Chorzow. Er sicherte zugleich dem 1914 zusammen mit der Berlin-Anhaltischen Maschinenbau Aktiengesellschaft ausgearbeiteten Platinnetz-Ammoniak-Verbrennungsverfahren größte Verbreitung. Nach Ende des ersten Weltkrieges wußte Caro die Kalkstickstoffindustrie vor den Gefahren seitens der überragenden Elementarsynthese des Ammoniaks, die energiegünstiger und anpassungsfähiger ist als die Produktion von Kalkstickstoff und diese daher zu überflügeln drohte, zu bewahren. - Mitglied der Akademie Leningrad. Dr.-Ingenieur Ehren halber, Dr. agr. Ehren halber.
Werke ↑
Wiss. Arbb. über Oxyazine
u. Oxyazincarbonsäuren,
Darst. v. Chlor
u. Salzsäure, Einwirkung
v. Hydrazin auf Imidoäther;
Publ. üb.: einheim. Stickstoffquellen, Explosionsursachen d. Acetylens, Torf als Energiequelle, das Bischoff'sche Bleiweißverfahren, Stickstofffragen Dtld.s, Wassergasverflüssigung, Cyanid, Wasserkraft
u. Kartellwesen.
Literatur ↑
Zs. f.
angew. Chemie, 1909, S. 1178, 1931.
Nr. 21;
Die
dt. chem. Industrie, 1930 (Enquête-
Ber.);
Chem. Industrie, 1931, S. 504 f.;
Chemiker-
Ztg., 1931,
Nr. 41;
Autogene Metallbearb. 24, 1931, S. 183
(W, P);
Borsig-
Ztg. 8, 1931, S. 27
(P);
H. H. Franck-W. Makkus-F. Janke, Der Kalkstickstoff in
Wiss., Technik
u. Wschft., 1931;
F. Honcamp,
Hdb. d. Pflanzenernährung
u. Düngerlehre II, 1931;
B. Waeser, Luftstickstoffindustrie,
21932, S. 11-22, 312-39;
Rhdb. (P). - Zu V Jos. u. Gvv Zebi Hirsch ben Jacob: Enc. Jud. V;
zu Ov Jak.: BJ X (
Tl. 1904,
L);
Enc. Jud. V.
Portraits ↑
in:
LIZ, 1929,
Nr. 4416;
Phot. (
P -
Slg. Dt.
Mus. München).
Autor ↑
Bruno WaeserEmpfohlene Zitierweise ↑
Waeser, Bruno, „Caro, Nikodem“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
153
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd117673366.html
Caro, Nikodem
Name: Caro, Nikodem
Lebensdaten: 1871 bis 1935
Geburtsort: Lodz
Sterbeort: Zürich (?)
Beruf/Lebensstellung: Chemiker; Industrieller
Konfession: jüdisch
Autor NDB:
Waeser, BrunoPND: 117673366