<< Buri, Max Alfred
Burián von Rajecz, Stephan Graf >>
Burjan, geborene Freund, Hildegard
Sozialpolitikerin,
* 30.1.1883 Görlitz,
† 11.6.1933 Wien. (israelitisch, dann (römisch)-katholisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Adolf Freund (1842–1905),
Kaufm.;
M Berta Sochaczewer (1854–1917);
⚭ Berlin 1907
Alex.,
Ing., Rundfunkindustrieller,
S des Jak. Burjan, Schuhfabrikant in Györ (Raab) Ungarn; 1
T.
Leben ↑
Burjan promovierte 1908 in Zürich zum Dr. phil. Sie begann 1911 ihre öffentliche soziale Arbeit mit der Organisation der Heimarbeiterinnen und baute während des Weltkrieges das Hilfswerk für die notleidenden Erzgebirgler und die „Soziale Hilfe“ auf. 1920-21 wurde sie als erste Frau in den österreichischen Nationalrat gewählt; sie erreichte die gesetzliche Festlegung von Mindestlöhnen für Heimarbeiterinnen und machte sich verdient um die Mädchenschutzarbeit, die Gefährdetenfürsorge und um das Aufleben der Bahnhofsmission. Sie erkannte früh, daß die erste Voraussetzung wirkungsvoller umfassender sozialer Arbeit tüchtige geschulte Kräfte seien. So kam es 1918 zur Gründung der „Caritas socialis“, die etwas später zu einer statutenmäßig zusammengeschlossenen Schwesternschaft wurde und die sie, von Prälat I. Seipel beraten, bis zu ihrem Tode leitete. Trotz eines schweren Leidens stellte sie ihr großes Wissen, ihre glänzende Rednergabe und ihre ganze Tatkraft zur Bekämpfung der sozialen Not und der Aufklärung, Ertüchtigung und Erziehung der breiten Volksmassen ein.
Literatur ↑
I. Burjan-Domanig, H.
B., eine Frau d. sozialen Tat, Salzburg 1950;
ÖBL (L).
Autor ↑
Eva Obermayer-MarnachEmpfohlene Zitierweise ↑
Obermayer-Marnach, Eva, „Burjan, geborene Freund, Hildegard“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
52
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118665243.html