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Alvensleben, Albrecht Graf von
preußischer Staatsmann,
* 23.3.1794 Halberstadt,
† 2.5.1858 Berlin. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Johann August Ernst Graf von Alvensleben (seit 1798; 1758 bis 1826), Domdechant von Halberstadt und braunschweigischer Minister;
M Caroline,
T des General-Majors Albrecht Ehrenreich von Rohr;
Gvv Joachim von Alvensleben, großbritischer und hannoverischer Oberstleutnant;
Gmv Sophie Louise Ernestine von Platen; unverheiratet
Leben ↑
Alvensleben studierte in Berlin, nahm an den Freiheitskriegen teil und war 1817-27 in der preußischen Rechtsprechung tätig. Er gehörte dem Kreise der Brüder Gerlach und Clemens Brentanos an. 1826 wurde er zum Kammergerichtsrat ernannt, verließ aber nicht ganz zwei Jahre später den Staatsdienst und verwaltete seine Güter. 1831 berief ihn der König unter Ernennung zum Geheimen Justiz- und Vortragenden Rat in das Justizministerium; noch im gleichen Jahre wurde er als außerordentlicher Spezialkommissar nach Krakau entsandt, um dort mit österreichischen und russischen Vertretern an der Lösung verfassungspolitischer Fragen des Freistaates zu arbeiten. Alvensleben trat für eine deutsche Politik Preußens auf Grund der Verträge von 1815 und enger Freundschaft mit Österreich ein. Er erwarb sich dadurch die Gunst des Fürsten zu Wittgenstein, auf den hauptsächlich die Sendung Alvenslebens zu den Wiener Konferenzen von 1834 zurückzuführen ist. Dort beratschlagte er mit Metternich über die Bekämpfung der revolutionären und demokratischen Bewegungen. Seine geschickte Verhandlungsart fand nicht nur erneuten Beifall in Berlin, sondern auch das Vertrauen des Ballhausplatzes. 1835-42 war Alvensleben preußischer Finanzminister. Es gelang ihm, das preußische Finanzwesen auf einen vorzüglichen Stand zu bringen. 1842 trat er vom Finanzministerium zurück, da er sich mit den romantischen Neigungen Friedrich Wilhelms IV. nicht abzufinden vermochte, ließ sich aber bewegen, als vortragender Kabinettsminister dem König noch bis 1844 zur Verfügung zu stehen. Damals verließ er trotz zahlreicher Anerbieten Friedrich Wilhelms IV. und des königlichen Hauses endgültig den Staatsdienst. Seit dieser Zeit übernahm Alvensleben nur von Fall zu Fall noch wichtige Aufträge. Während der Revolution betätigte er sich im Sinne einer konservativen Politik und gehörte noch dem Parlament an. Als zweiter Bevollmächtigter auf den Dresdener Konferenzen 1850/51 wahrte Alvensleben gegenüber Österreich die Stellung
|Preußens und der Kleinstaaten. 1852 übernahm er einen Auftrag an den hannoverischen Hof, um Schwierigkeiten in Sachen des Zollvereins zu beseitigen. Der Tod Alvenslebens verhinderte seine Ernennung zum preußischen Ministerpräsidenten als Nachfolger O. von Manteuffels durch den Prinzen von Preußen.
Literatur ↑
ADB I;
H.
v. Petersdorff,
Gf. A. v. A. -Erxleben, in:
HZ,
Bd. 100, 1908, S. 263 ff.;
H.
v. Treitschke,
Dt. Gesch. im 19.
Jh.,
Neudr. 1927;
H.
v. Srbik,
Dt. Einheit II, 1935, S. 105 f., 113, 236;
ders., Metternich, 2
Bde., 1925.
Portraits ↑
Zeichnung
v. H. Vogel
v. Vogelstein (Dresden,
Kupf. Kab.).
Autor ↑
Udo von Alvenslebenergänzt [d. Red.]Empfohlene Zitierweise ↑
Alvensleben, Udo von, „Alvensleben, Albrecht Graf von“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
231 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116296143.html
<< Alveld, Augustin
Alvensleben, Gebhard >>
Alvensleben, Albrecht
Leben
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Alvensleben: Albrecht Graf v.
A.
, preußischer Staatsmann, geb. 23. März 1794 zu Halberstadt als ältester Sohn des Grafen Johann
Aug. Ernst v.
A.
(s. d.), † unvermählt zu Berlin 2. Mai
1858; mit ihm starb die "schwarze Linie" seines Hauses
aus. Er studirte seit 1811 in Berlin, machte die Freiheitskriege
als Freiwilliger in der Gardecavalerie, 1815 als Lieutenant, mit
und trat 1817 als Auscultant beim Berliner Stadtgericht ein. 1826
zum Kammergerichtsrath ernannt, verließ er 1827 nach dem Tode
seines Vaters den Staatsdienst, um seine großen Güter im
Magdeburgischen und in der Altmark zu verwalten, wobei er zugleich
von der Magdeburger Land-Feuer-Societät zum Generaldirector
erwählt ward. 1833 rief ihn jedoch der König unter Ernennung zum
geh. Justizrath und Mitglied des Staatsraths wieder in den
Staatsdienst. Als ein conservativer, aber dennoch freisinniger
Büreaukrat, in praktisch nüchterner Richtung allem Theoretisiren
abhold, aristokratischen und altpreußischen Geistes und eben darum
auch später ein entschiedener Gegner des neupreußischen
Conservatismus, in der Deutschen Frage fußend auf der Grundlage
von 1815 und darum stets auf die Erhaltung und Stärkung des
freundschaftlichen Verhältnisses zwischen Preußen und Oesterreich
gerichtet, stand er bei Friedrich Wilhelm III. und auch bei Friedrich Wilhelm IV. in großer persönlicher Gunst. 1834 nahm er
an den Wiener Conferenzen Theil. 1835 ward ihm nach Maaßen's Tode
das Finanzministerium übertragen. In dieser Stellung hat er durch
Ordnung, Sparsamkeit und glückliche Wahl seiner Unterbeamten eine
umsichtige und ersprießliche Thätigkeit geübt, auch zu Gunsten des
Zollvereins, ohne daß man ihm übrigens schöpferischen Geist
nachrühmen könnte. 1842 aber ließ er sich, weil er unter dem neuen
Regime seine Selbständigkeit nicht genügend wahren zu können
meinte, von der Führung des Finanzministeriums entbinden, verließ
1844 den Staatsdienst aufs neue gänzlich und lebte fortan meistens
auf Erxleben. Im J. 1848 wirkte er in seinem Kreise rastlos im
conservativen Sinn und ward hier 1849 in die erste Kammer gewählt,
wo er an der Spitze einer eigenen Fraction dahin strebte, zwischen
der neuesten Gesetzgebung und den altpreußischen
Verwaltungsmaximen zu vermitteln. Da seine politische
Grundüberzeugung ihn 1850 für die Verständigung mit Oesterreich
eintreten ließ, nahm er im December d. J. die Mission als
preußischer Bevollmächtigter zu den Dresdener Conferenzen an. —
1854 ward er zum lebenslänglichen Mitglied des Herrenhauses
ernannt und erhielt 1856 den schwarzen Adlerorden.
Literatur ↑
Unsere Zeit
1858, S. 412.
Empfohlene Zitierweise ↑
L., von, „Alvensleben, Albrecht“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
376
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116296143.html?anchor=adb
Alvensleben, Albrecht Graf von
Name: Alvensleben, Albrecht Graf von
Lebensdaten: 1794 bis 1858
Geburtsort: Halberstadt
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: preußischer Staatsmann
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Alvensleben, Udo vonAutor ADB:
L., vonPND: 116296143
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Alvensleben, Albrecht Graf von
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