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Bachoff von Echt, Reinhard
Leben
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Leben ↑
Bachoff: Reinhard
B.
, Bac-hof, Bakoven, mit dem Zunamen von
Echt, aus einer kölnischen Patricier-Familie,
welcher von Kaiser Karl V. im J. 1532 ein
Wappenbrief und später auch im J. 1683 der Reichsadel verliehen
wurde. Sohn eines Heinrich
B.
, geb. im J. 1544 zu Köln, †
24. Febr. 1614. Er erlernte die
Kaufmannschaft, ließ sich in den Jahren 1565—70 in Leipzig nieder
und heirathete daselbst. Er zeichnete sich durch besondere
Sprachkenntnisse aus, die sich außer dem Französischen auf das
Leiteinische, Griechische und Hebräische erstreckten. Als
Reformirter konnte er bei den damals herrschenden orthodoxen
Ansichten zu keinem bürgerlichen Ehrenamte gelangen. Erst in
Kurfürst Augusts letzten Regierungsjahren in das Rathscollegium
gewählt, ward er 1585 Mitglied des Schöppenstuhls, und als nach
des Kurfürsten Tode eine mildere Auffassung in Glaubenssachen
eintrat, im J. 1588 sowie 1591 Bürgermeister. Als jedoch nach
Christians I. Tode unter dem Administrator
Friedrich Wilhelm von Sachsen-Weimar die Unterdrückung der
calvinistischen Lehrmeinungen und die Verfolgung der ihnen
anhängenden Geistlichen und Beamten begann, wurde auch der
Bürgermeister Backofen (so wird er in den Leipziger Chroniken
stets genannt) vor die im Lande herumziehenden Kirchenvisitationen
gefordert und ihm Verantwortung darüber abverlangt, weshalb er als
Bürgermeister den Verkauf und das Lesen verschiedener lutherischer
Streitschriften verboten habe. Zugleich sollte er die als
Prüfstein der Rechtgläubigkeit dienenden vier Visitations-Artikel
unterzeichnen. Da er sich hierzu nicht entschließen konnte, mußte
er seine Aemter niederlegen. Auf Befehl des Landesadministrators
ward sogar der erst im J. 1591 unter Backof's Amtirung auf den
Thurm der Nikolaikirche neu aufgesetzte Knopf heruntergenommen, um
die hineingelegte Schrift genau zu prüfen, damit darin nichts
calvinistisches verewigt werden möchte. Trotz der Warnungen seiner
Freunde blieb
B.
im Bewußtsein seiner Unschuld nach Crell's und anderer
Calvinisten Verhaftung ruhig in Leipzig. Als aber 1593 ein
Volksaufruhr ausbrach, während dessen drei Tage lang der von
fanatischen orthodoxen Geistlichen aufgestachelte Pöbel die Häuser
vieler Calvinisten stürmte, plünderte und die Bewohner
mißhandelte, wobei auch ihm eines Abends die Fenster eingeworfen
wurden, und dann der Stadtrath, dem Drängen der Bürgerschaft
nachgebend, 18 namhaft gemachte Calvinisten, darunter
B.
, der Stadt verweisen mußte, so entfernte sich
B.
eiligst aus Leipzig. Er fand zunächst in dem
reformirten Anhalt, in Zerbst eine Zufluchtsstätte. Das plötzliche
Aufgeben seines Geschäfts war mit bedeutendem Vermögensverlust für
ihn verbunden. Auch kehrte er nicht wieder nach Leipzig zurück,
sondern begab sich noch im J. 1593 nach Heidelberg, wo er von dem
reformirten Kurfürsten wohl aufgenommen und mit ansehnlichen
Aemtern betraut wurde, denen er bis an seinen Tod vorstand.
Derselbe hat verschiedene lateinische Schriften in Druck gegeben,
darunter "Catechesin Palatinatus etc." Von
seinen 12 Kindern überlebten ihn 3 Söhne und 5 Töchter.
Literatur ↑
Marperger, Erstes Hundert gelehrter Kaufleute.
Autor ↑
Gautsch.
Empfohlene Zitierweise ↑
Gautsch, „Bachoff von Echt, Reinhard“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
755
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd100868673.html?anchor=adb
Bachof von Echt, Reinhard
Name: Bachof von Echt, Reinhard
Namensvariante: Bachoff, Reinhard
Namensvariante: Bac-hof, Reinhard
Namensvariante: Bakoven, Reinhard
Namensvariante: Bachoffen von Echt, Reinhard
Namensvariante: Bachoff von Echt, Reinhard
Namensvariante: Bakoven von Echt, Reinhard
Lebensdaten: 1544 bis 1614
Beruf/Lebensstellung: Bürgermeister von Leipzig und Heidelberg; Kaufmann
Konfession: reformiert
Autor ADB:
GautschPND: 100868673