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Bürkner, Hans Friedrich Hermann
Schiffskonstrukteur,
* 11.1.1864 Dresden,
† 29.10.1943 Ringelheim (Harz). (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Frdr. Herm. Ludw. (1829–72), Fabrikbesitzer,
S des
Frdr., Bürger zu Oranienbaum
b. Dessau,
u. der Wilhelmine Franke;
M Helene Camilla (1840–99),
T des
Gottfr. Heinr. Christoph Jordan, Fabrikbesitzer,
u. der Emilie Concordie Eisenstück;
⚭ Adolphine Emma Ernest. Anna,
T des
Herm. Wilh. Kaben
u. der Amalie Marie Thate; 5
T.
Leben ↑
Größere Seereisen weckten bei Bürkner schon in jungen Jahren das Interesse für Schiffbau und Schiffahrt. Zunächst studierte er in Heidelberg und Leipzig Mathematik und Naturwissenschaften, dann am Polytechnikum in Dresden und schließlich an der Technischen Hochschule Berlin in der Abteilung für Schiffbau. Danach trat er als Schiffbau-Ingenieur-Aspirant bei der Kaiserlichen Marine ein und wurde 1894 zum Schiffbaumeister ernannt. Bereits 1898 bis 1902 arbeitete er im Reichsmarineamt. 1905 wurde er schon im Alter von 41 Jahren als Marinebaurat endgültig in die Konstruktionsabteilung dieses Amtes berufen, wo er von Tirpitz mit der Konstruktion der Großkampfschiffe beauftragt wurde. 1905-18 entstanden unter Bürkners Leitung die Konstruktionen für 21 Großlinienschiffe, 14 Schlachtkreuzer und 22 kleinere Kreuzer, eine in der Geschichte des Schiffbaus außergewöhnliche Leistung. 1919 beendete Bürkner seinen Dienst im Reichsmarineamt als Geheimer Oberbaurat und stellvertretender Direktor des Konstruktions-Departements.
Die Entwürfe Bürkners wurden durch politische Bestimmungen kaum gehemmt. Er hat vielmehr die deutschen Kriegsschiffe nach den Forderungen der Marinefachleute entworfen. Insbesondere hat er klar erkannt, daß es zwecklos war, große Schiffe nur mit schwerer Artillerie auszustatten, ohne darauf Rücksicht zu nehmen, ob der Schiffskörper und seine Verbände die genügende Festigkeit aufwiesen, um der feindlichen Artillerie und anderen Angriffswaffen Widerstand zu leisten. - Durch wissenschaftliche Berechnungen und technische Versuche großen Stils erreichte Bürkner die Durchführung seiner Forderungen: Größtmögliche Sinksicherheit durch Unterteilung der Schiffe in zahlreiche wasserdichte Zellen, Schutz gegen Torpedos und Minen durch schwere Längsschotte aus Panzerstahl, Gewichtsersparnis am Schiffskörper zugunsten der Panzerdicke und des Umfanges der Panzerung auch bei den kleinen Kreuzern, Erhöhung der Stabilität und Manövrierfähigkeit, Verminderung der Brand- und Splittergefahr im Schiffsinnern durch Ausschaltung von brennbaren Werkstoffen, Verbesserung der Pumpen- und Rohrsysteme und zweckmäßige Anordnung der Maschinenanlagen.
Die Skagerrak-Schlacht zeigte, daß die Grundsätze, welche Bürkner für die Konstruktion der Kriegsschiffe aufgestellt hatte, richtig waren. Große englische Schlachtkreuzer fielen unverhältnismäßig schnell dem Feuer der deutschen Artillerie zum Opfer, während die deutschen Schlachtschiffe und Kreuzer eine unerhörte Standfestigkeit bewiesen. - Das hohe Ansehen, das der deutsche Kriegsschiffbau in jener Zeit in der Welt erworben hat, ist zum großen Teil auf die hervorragenden Leistungen Bürkners zurückzuführen. Von der Schiffbautechnischen Gesellschaft erhielt er die Goldene Denkmünze, die nur wenigen hervorragenden Ingenieuren verliehen worden ist. - Dr.-Ingenieur Ehren halber der Technischen Hochschule Berlin.
Werke ↑
Weitere W Der
dt. Kriegsschiffbau in engl. Beleuchtung, in: Schiffbau 22, 1921, S. 951-64; Erinnerungen
u. Gedanken eines alten Kriegsschiffbauers, 1940.
Literatur ↑
VDI-Zs. 88, 1944, S. 182;
Jb. d. Schiffbautechn.
Ges. 44, 1950, S. 20-22
(P).
Autor ↑
Georg SchnadelEmpfohlene Zitierweise ↑
Schnadel, Georg, „Bürkner, Hans Friedrich Hermann“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
2
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd126356513.html
Bürkner, Hans
Name: Bürkner, Hans
Namensvariante: Bürkner, Hans Friedrich Hermann
Lebensdaten: 1864 bis 1943
Geburtsort: Dresden
Sterbeort: Ringelheim (Harz)
Beruf/Lebensstellung: Schiffskonstrukteur
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Schnadel, GeorgPND: 126356513