<< Altdorfer, Erhard
Altena, Grafen von >>
Alten, Carl August Graf von (seit 21.7.1815)
hannoverischer General und Minister,
* 20.10.1764 Wilkenburg (Hannover),
† 20.4.1840 Bozen. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
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| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
Niedersächsischer Adel;
V August Eberhard von Alten auf Wilkenburg und Sundern, Oberhauptmann in Burgwedel (Denkmal ebenda), Hof- und Kanzleirat;
M Henriette Philippine Marie Hedwig Freiin von Vincke-Ostenwalde; 4
B,
u. a. Adolf Victor Christian Jobst von Alten, hannoverischer Generalleutnant.
Leben ↑
Alten nahm mit Auszeichnung an den Koalitionskriegen 1793–95,
u. a. beim Durchbruch von Menin teil, zeigte als Kommandeur (Hauptmann) des 1. Grenadierbataillons seine Befähigung als Führer leichter Truppen, trat zu Scharnhorst in nähere Verbindung und avancierte sehr schnell 1802 zum Titulierten Oberstleutnant. Nach der Elbkonvention von 1803 trat er in die eben errichtete Königlich Deutsche Legion ein, erhielt als Oberst das 1. Leichte Bataillon und befehligte seit 1807 (Kopenhagen) die leichte Brigade (1. u. 2. Linien-Bataillon der Legion), kämpfte unter J. Moore 1808/09 in Portugal und Spanien, führte die leichten Truppen bei der Scheldeexpedition 1809, dann 1811 in der Heeresabteilung Beresford,
u. a. bei Badajoz und Albuera. Als einem der jüngsten Generale (1810 Generalmajor)
|übertrug ihm Wellington am 2.5.1812 die rein englische leichte Division, mit der er sich verschiedentlich auszeichnete,
z. B. bei Salamanca, Vittoria, beim Übergang über die Bidassoa, bei Toulouse. Als Generalleutnant kommandierte er seit September 1814 die Legionstruppen und das hannoverische Subsidienkorps in den Niederlanden und wurde im Januar 1815 zum Kommandeur des Bath-Ordens mit dem Titel Sir ernannt. Mit der 3. Division focht er ruhmvoll bei Quatrebras, deckte den Rückzug auf Mont
St. Jean und tat sich bei Waterloo im Zentrum hervor, wobei er schwer verwundet wurde. Als der beste der hannoverischen Generale geltend (erwähnt in der Dankadresse des Parlaments vom 23.6.1815), erhielt er von seinen englischen Offizieren einen Ehrendegen und wurde in den Grafenstand erhoben. Als General (1816) führte er bis 1818 das hannoverische Korps in Frankreich, vertrat dann 1820-25 als Deputierter die lüneburgische Ritterschaft, war 1820-32 Inspekteur der Infanterie, 1822-37 Vizepräsident des Generalkriegsgerichts, 1824-34 Inspekteur der Generalstabsakademie; 1832 übernahm er als Staats- und Kabinettsminister das Kriegsministerium, 1833 auch das Außenministerium, zugleich wurde er Generalinspekteur der Armee. Unter König Ernst August gab er das Außenministerium wieder ab, blieb Staats- und Kriegsminister und wurde Präsident des Kriegsgerichts.
Literatur ↑
ADB I;
NND,
Jg. XVIII, 1, S. 460-84;
V.
v. Alten, Stammtafeln d. uradl. Geschlechts
v. A. 1182-1889, 1889;
W.
v. Hassell,
Gesch. d.
Kgr. Hannover, 3
Bde., 1897–1901;
B.
v. Poten, Die
Gen. d.
Kgl. hannov. Armee, = Beih.
z. Militär-
Wbl. 6/7, 1903;
B. Schwertfeger,
Gesch. d.
Kgl. Dt. Legion, 2
Bde., 1907;
DNB I, 1908;
W. Rothert,
Allg. hannov. Biogr. III, 1916
(P). –
Qu.: Staatsarchiv Hannover: Ha. Des. 48a Stammrolle
Nr. 1-3, Staatshdb.
Portraits ↑
Denkmal
v. H.
A. G. Kümmel
b. Waterlooplatz in Hannover; Zeichnung
v. P. Heaphy (London,
Nat. Portrait
Gal.).
Autor ↑
Richard DrögereitEmpfohlene Zitierweise ↑
Drögereit, Richard, „Alten, Carl August Graf von“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
212 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118648365.html
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Adolf >>
Alten, Karl August
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Alten: Karl August
Graf von
A.
, geb. 20. Oct. 1764, †
20. April 1840, ein ausgezeichneter
hannoverischer General während der Zeit der Napoleonischen Kriege,
dessen Umsicht und Tapferkeit namentlich der Herzog von Wellington
einen großen Theil seiner militärischen Erfolge auf der
pyrenäischen Halbinsel zu verdanken hat. Er ward 1776 Page, 1781
Fähndrich, 1785 Lieutenant und 1790 Adjutant des
|kurhannöverischen Feldmarschalls v. Reden. Im J. 1793
ward er in gleicher Eigenschaft bei dem Feldmarschall v. Freitag,
welcher ein Corps von 13000 Hannoveranern befehligte, das zu der
in den Niederlanden gegen Frankreich aufgestellten Armee gehörte,
angestellt. Hier nahm er Theil an den Schlachten von Famars und
Handscoten, an der Belagerung von Valenciennes, und gehörte darauf
zu der Besatzung von Maine, die sich 1794 unter General v.
Hammerstein so ruhmwürdig durch das französische Belagerungsheer
durchschlug, wofür er 1795 zum Major und 1800 zum Oberstlieutenant
avancirte. Als Napoleon 1803 durch Mortier Besitz von dem
Kurfürstenthum Hannover nehmen ließ und die hannöverische Armee
nach den Capitulationen von Sulingen und Artlenburg vollständig
aufgelöst wurde, ging
A.
nach England, woselbst er nach Bildung der sog.
englisch-deutschen Legion als Oberst zum Befehlshaber einer
leichten Brigade ernannt wurde. Als solcher zeichnete er sich ganz
besonders aus bei den Expeditionen nach den Küsten des
nordwestlichen Deutschlands unter Lord Cathcart, nach Rügen und
nach Kopenhagen. Im J. 1808 ward er Generalmajor, und gehörte mit
seiner Brigade zu demjenigen Heere Wellingtons, welches Portugal
von dem Einfall der Franzosen unter Junot durch die Schlacht von
Vimieira 20. Aug. 1808 befreite. Von hier aus deckte sodann
A.
später mit großer Umsicht den nach der verfehlten
Expedition der Engländer nach Spanien nöthig gewordenen Rückzug
des Generals Moore nach Corunna. Im J. 1809 ward er mit seiner
leichten Brigade unter die Befehle des Lords Chatham gestellt,
welcher die völlig verunglückte Unternehmung gegen Vliessingen
commandirte, und befehligte dann, nach England zurückgekehrt,
diejenigen Truppen, welche in der Grafschaft Sussex gegen eine
beabsichtigte Landung der Franzosen in England aufgestellt waren.
Vom J. 1811 an, wo er seine Truppen wiederum mit dem Heere
Wellingtons in Spanien vereinigte, beginnt die ruhmwürdigste
Periode seines Lebens. Mit bei den Engländern ungewöhnlicher
Auszeichnung wird sein Name genannt wegen seines Verhaltens bei
der Belagerung von Badajoz unter Lord Beresford; in der Schlacht
bei der Albuera, 16. Mai 1811; bei Busaco; bei Salamanca, 22. Juli
1811; bei Vittoria, 21. Juni 1813; bei den Pyrenäen; bei Nivelle,
Nive, Orthez und Toulouse, 10. April 1814. Im J. 1814 ward
A.
Generallieutenant und befehligte als solcher das ganze
hannover'sche Contingent, welches nach dem mittlerweile
abgeschlossenen ersten Pariser Frieden dem großen
Beobachtungsheere einverleibt wurde, welches unter dem Herzoge von
Wellington in den Niederlanden aufgestellt war. In den
Entscheidungsschlachten des kurzen Feldzuges von 1815 deckte
A.
nach dem Gefechte von Quatrebras den Rückzug der sich
auf das Hauptheer zurückziehenden Corps, und ward dann in der
Schlacht von Waterloo 18. Juni im Centrum der Schlachtlinie
Wellingtons placirt. Durch die heldenmüthige Vertheidigung der vor
derselben belegenen Meierei La Haye Sainte durch das zweite
leichte Bataillon seiner Division unter dem Major Baring ward der
Hauptangriff Napoleons auf die Fronte der Engländer, der gerade
die Sprengung des Centrums beabsichtigte, um fast 3 Stunden
verzögert, — eine unschätzbare Zeit, — indem sie bezweckte, daß
man auf diese Weise bis zur rechtzeitigen Ankunft der Preußen
genug frische Kräfte ins Gefecht zu führen hatte, um allen
Bemühungen Napoleons zu widerstehen.
A.
, der allenthalben, wo es Noth that, persönlich zugegen
war, trug eine schwere Verwundung am Bein davon. Für sein
ausgezeichnetes Verhalten ward er von seinem Könige zum Grafen und
General der Infanterie erhoben, und zum Commandeur des bei der
Besatzungsarmee in Frankreich befindlichen hannover'schen
Contingents ernannt. In dieser Stellung verblieb er bis 1818; nach
seiner Rückkehr nach Hannover ward er Minister der auswärtigen
Angelegenheiten und General-Inspecteur der Armee. Als er in dieser
Stellung 24. Juli
|1831 sein 50jähr.
Militärdienst-Jubilänm feierte, erhielt er von allen Seiten die
schmeichelhaftesten Anerkennungen seiner Verdienste. Als 1837
Hannover von der Verbindung mit England gänzlich getrennt wurde,
und mit dem Herzog von Cumberland, Ernst August, seinen eigenen
König erhielt, nahm dieser
A.
auf dessen eigenen Wunsch das Portefeuille der
auswärtigen Angelegenheiten ab, behielt ihn jedoch zu seinem
Kriegsminister. Auf einer Reise, die er bald darauf seiner
Gesundheit wegen nach Italien antrat, starb er zu Botzen in Tirol.
Sein Standbild, in Erz gegossen, und am Eingange des
Waterlooplatzes zu Hannover aufgestellt, erhält sein Andenken bei
den Nachkommen.
Literatur ↑
Vgl. L. Beamish, Geschichte der königl. deutschen Legion. 2
Thle. 1837.
Autor ↑
Schaumann.
Empfohlene Zitierweise ↑
Schaumann, „Alten, Karl August“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
359-361
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118648365.html?anchor=adb
Alten, Carl August Graf von
Name: Alten, Carl August Graf von
Namensvariante: Alten, Karl August Graf von
Lebensdaten: 1764 bis 1840
Geburtsort: Wilkenburg (Hannover)
Sterbeort: Bozen
Beruf/Lebensstellung: hannoverischer General; Minister
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Drögereit, RichardAutor ADB:
SchaumannPND: 118648365