<< Alfter, Bartholomäus Joseph Blasius
Alger von Lüttich >>
Algarotti, Francesco Graf von (seit 1740)
Schriftsteller,
* 11.12.1712 Venedig,
† 3.5.1764 Pisa. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V wohlhabender Kaufmann in Venedig.
Leben ↑
Durch sechsjähriges Studium bei dem Mathematiker Eustachio Manfredi und dem Philosophen Francesco Zanotti in Bologna, ferner auf Reisen nach Rom, Paris, London und Petersburg weltläufig gebildet, trat Algarotti durch sein Werk „Le Newtonianisme pour les dames“ (Paris 1736) in persönliche Beziehung zu Voltaire und durch diesen zu Friedrich dem Großen. 1739 an den Rheinsberger Hof berufen und 1740 in den Grafenstand erhoben, gehörte Algarotti als Kammerherr Friedrichs engstem Freundeskreis an; die gegenseitige Hochschätzung zwischen Friedrich und Algarotti offenbart der Briefwechsel vom Oktober 1739 bis zum Tode von Algarotti. Er war ein umfassender Geist und widmete sich bei aller Vielseitigkeit besonders der Poesie. Auch während seiner Dresdner Zeit (1742–47) am Hofe Augusts III. von Sachsen arbeitete er auf literarischem Gebiet, für die Aufführung von Opern in Hubertusburg und für die Dresdner Gemäldegalerie, die ihm manche wertvolle Bereicherung verdankt. Algarotti kehrte 1753 aus Gesundheitsgründen nach Italien zurück, wo Venedig, Bologna und Pisa seine Lebensstationen wurden. Friedrich ließ ihm in Pisa ein Grabmal mit der Inschrift
Hic jacet Ovidii aemulus et Newtoni discipulus errichten.
Werke ↑
Opere del conte
A.,
vollst. Ausg. v. C. Palese, 17
Bde., Venedig 1791–94.
Literatur ↑
ADB I;
M. Siccardi, L'
A. critico e scrittore di belli arte, Asti 1811;
F. Förster, Friedr.s II. Briefwechsel mit d.
Gf. A., in: Oeuvres de Frédéric le Grand,
hrsg. v. d.
Ak. d. Wiss. Berlin,
Bd. 18, 1847;
A. d'Ancona, Friedr.
d. Gr. u. d. Italiener, übers,
v. A. Schnell, 1902, S. 83 ff.;
H. Goldschmidt, Die Reform d.
ital. Oper d. 18. Jh.s u. ihre Be
|ziehungen zur musikal. Ästhetik, in: Wiener Kongreßber. d.
internat. Musik-
Ges. 1909, S. 196 ff.;
J. F. Treat, Un cosmopolite italien du XVIII ième siècle, Trévoux 1913;
K. Heyn,
Gf. F.
A. u. seine Beziehungen
z. Dresdner
Gem. Gal., in:
NA f.
sächs. Gesch.,
Bd. 34, 1913, S. 272-98;
E. Wellewz, F.
A. u. seine Stellung
z. Musik, in: Sammelbde. d.
Internat. Musik-
Ges. 15, 1914, S. 427 ff.;
A. Ambrogio, l'Estetica di F.
A., Syracus 1925;
H. Posse, Die Briefe d.
Gf. F.
A. an d.
sächs. Hof u. seine Bilderkäufe f. d. Dresdner
Gem.-
Gal. 1743–47, in:
Jb. d.
preuß. Kunstslgg., Beib.
z. 52.
Bd., 1931;
W. Bollert, in:
MGG;
Enc. Catt I, 1949.
Portraits ↑
Ölgem. v. J. E. Liotard (Amsterdam,
Mus.); Denkmal (Pisa, Campo Santo).
Autor ↑
Walter BußmannEmpfohlene Zitierweise ↑
Bußmann, Walter, „Algarotti, Francesco Graf von“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
199 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd119086395.html
<< Alfter, Bartholomäus Joseph Blasius
Algermann, Franz >>
Algarotti, Franz
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Algarotti: Franz
A.
, geb. 11. Dec.
1712, † 3. Mai 1764, "einer
der ersten Schöngeister des Jahrhunderts", wie die Markgräfin von
Baireuth, Schwester Friedrichs des Großen, von ihm sagt.
A.
ist der Sohn eines reichen venetianischen Kaufmanns,
welcher für die Ausbildung seines Sohnes keine Mühe und Kosten
scheuend, ihn zu Bologna studiren und demnächst große Reisen nach
Paris, London und Petersburg machen ließ. Während seines
Aufenthalts zu Paris (1736) schrieb
A.
sein Buch: "Le Newtonianisme pour
les dames". Zu Cirey in der Champagne lernte er Voltaire
kennen und wurde von diesem mit schmeichelhafter Anerkennung
ausgezeichnet. Hier mag auch zuerst der Briefwechsel mit dem
Kronprinzen von Preußen angebahnt sein, durch welchen er dem König
später so nahe trat. Noch als Kronprinz berief er
A.
an seinen Hof und so sehen wir ihn im Herbst in
Gemeinschaft mit dem Lord Baltimore vom 20. bis 25. Sept. in
Rheinsberg. Von dort aus begab er sich nach Belgien, aber schon
28. Juni 1740 traf
A.
wieder beim Könige ein, und im Herbst desselben Jahres
begleitete er den jungen König auf seiner Huldigungsreise über
Baireuth nach dem Rhein. Friedrich zeichnete seinen Freund in
jeder Hinsicht aus: am 20. Dec. 1740 erhob er ihn in den
Grafenstand und im April 1747 ernannte ihn der König zum k.
Kammerherrn und Ritter des Ordens pour le
mérite.
A.
blieb eine lange Reihe von Jahren am Hofe des großen
Königs, und als seine abnehmende Gesundheit, vielleicht auch
Ueberdruß des Hoflebens ihn nöthigten, in seine Heimath
zurückzukehren, hatte dieser Schritt auf den Freundschaftsbund mit
dem König keinen störenden Einfluß. Ihr Briefwechsel blieb sehr
rege, und häufig erwähnt der König seinen Freund in Briefen und
Gedichten mit Achtung und Liebe, widmete ihm auch zwei seiner "Épîtres". Als
A.
zu Pisa gestorben war, schmückte er sein Grab durch
ein schönes Marmordenkmal mit der Inschrift: "Hic jacet Ovidii aemulus et Neutoni
discipulus", welcher die Angehörigen noch einige den
Widmenden kennzeichnende Worte hinzufügten. In seinem Testament
vermachte Friedrich seiner Schwester, der Königin von Schweden,
ein schönes, von Pesne gemaltes Portrait, welches
A.
ihm hinterlassen hatte, gewiß ein Zeichen dafür, wie
nahe ihm der vorausgegangene Freund gestanden hatte!
Literatur ↑
Unter Algarotti's Schriften ist außer der genannten und vielen
Gedichten und Cantaten sein "Congrès de
Cythère", 1745, und "Saggio sopra l'Opera
in musica", Livorno 1763, zu erwähnen. Letzteres Werk ist
auch ins Englische und 1769 durch Raspe ins Deutsche übersetzt.
Biographische Notizen über ihn, sowie sein Briefwechsel mit dem
großen König stehen in den "Oeuvres de Frédéric
le Grand", Tome XVIII.
Autor ↑
Friedländer.
Empfohlene Zitierweise ↑
Friedländer, „Algarotti, Franz“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
340
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd119086395.html?anchor=adb
Algarotti, Francesco Graf von
Name: Algarotti, Francesco Graf von
Namensvariante: Algarotti, Franz Graf von
Lebensdaten: 1712 bis 1764
Geburtsort: Venedig
Sterbeort: Pisa
Beruf/Lebensstellung: Schriftsteller
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Bußmann, WalterAutor ADB:
FriedländerPND: 119086395