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NDB-Artikel

<< Algarotti, Francesco Graf von     Algoewer, David >>

Alger von Lüttich

theologischer und kanonistischer Schriftsteller, * um 1060 Lüttich, um 1131 Cluny.


LebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Leben  
Aus der Stellung als Scholastikus an St. Bartholomäus in Lüttich wurde Alger um 1100 von Bischof Otger in den Domklerus aufgenommen und zu seinem Sekretär berufen, was er auch unter Bischof Friedrich blieb. Nach dem Tode des letzteren (1121) trat Alger in Cluny ein, dessen Abt Petrus Venerabilis seiner rühmend gedacht hat. Die als Stilmuster geschätzten Briefe Algers sind verloren, erhalten ist dagegen eine Zusammenstellung über die Rechte der Lütticher Kirche aus seiner Feder. Gleichfalls aus der Lütticher Zeit stammen „De sacramento corporis et sanguinis Domini“, eines der reifsten Werke aus der Literatur des zweiten Abendmahlstreites (gegen Berengar von Tours), und „De misericordia et iustitia“, worin ausgewählte kirchenrechtliche Probleme (Simonie u. a.) in einer Weise behandelt sind, die methodisch das Dekret Gratians vorbereitet; ferner kleinere Schriften.

Werke  
J. P. Migne, Patrologiae cursus completus 180, Sp. 727-972; G. Monchamp, L'écrit d'Algerus sur la dignité de l'église liégeoise identifié avec l'appendice du über Officiorum eccl. Leod., in: Bull, de la Société d'art et d'histoire du diocèse de Liége 12, 1900, S. 207 bis 229.

Literatur  
ADB I (unter Algerus); S. Balau, Les sources de l'histoire de Liége, 1903, S. 304-07; Manitius III, 1931, S. 100-05; L. Brigué, A. de Liége, Paris 1936; ders., in: Studia eucharistica (1246-1946), 1946, S. 47-61; Wattenbach-Holtzmann I, S. 722 f.; E. de Moreau, Hist. de l'église en Belgique II, 21947, S. 261-63; Dictionnaire d’Histoire et de Géographie Ecclésiastiques II, 1914, Sp. 423 f.

Autor  
Bernhard Bischoff
Empfohlene Zitierweise  

Bischoff, Bernhard, „Alger von Lüttich“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 200 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118810561.html

ADB-Artikel

<< Algermann, Franz     Algoewer, David >>

Algerus von Lüttich

 LebenAutorLiteraturZitierweise

Leben  
Algerus von Lüttich, wahrscheinlich zu Lüttich geb. um 1055, als Diacon-Scholasticus bei St. Bartholomäus in Lüttich, vom B. Otbert (1092—1117) an die Kathedrale St. Lambert versetzt, wo er durch 20 Jahre der Domschule vorstand und die auswärtige Correspondenz führte. Verschiedene Anträge sächsischer Bischöfe, in ihre Dienste zu treten, lehnte er ab und trat nach dem Tode von B. Friedrich (1119—1121, 27. Mai) unter Abt Petrus Mauricius (Venerabilis) in das Kloster zu Clugny, wurde Priester und lebte hier noch etwa 10 Jahre, so daß sein Tod in den Anfang der Dreißiger Jahre fällt. Er schrieb zu Lüttich: "De misericordia et justitia", welches Buch von Gratian in dem "Tractatus de poenitentia" in großem Umfange benutzt worden und hierdurch, wie Richter zuerst gezeigt hat, für die Quellengeschichte des canonischen Rechts von Wichtigkeit ist; Ausg. von Martene "Thesaur. novus anecdotorum" V. p. 1019. — "De sacramento corporis et sanguinis Domini" gegen Berengar von Tours; Ausg. Basel 1530 (von Erasmus), "Bibl. patrum Col." T. XII., Lugd. T. XXI., Lovan. 1847 (von J. B. Malou). — "De gratia et libero arbitrio" Ausg. Pez "Thesaur. anecdot.", T. IV. P. II. — "De sacrificio missae", entdeckt von Theiner und edirt von Mai "Script. vet. nova coll.", Rom. 1837, T. IX. Alle in Migne's "Patrologie". — Verloren ist seine Correspondenz und Geschichte der Kirche von Lüttich. Einen bisher unbekannten "Liber sententiarum" vindicirt ihm Hüffer, Beitr. z. Gesch. d. Quellen des Kirchenrechts, Münster 1862, der ihn im Cod. Paris. ms. lat. Nr. 3881 entdeckt hat.

Literatur  
Man vgl. über ihn des Nicolaus Can. S. Mariae et S. Lamberti Leodiensis (gleichzeitig) praef. in libros magistri Algeri bei Mabillon Anal. I. 303 und Martene l. c. Petrus Venerabilis in Bibl. Cluniac. von Marrier und Quercetanus 794. 1174. 1274. Hist. litér. de France IX. 215, XI. 160. Oudin, Comment. II. c. 1118. Richter, Beitr. zur Kenntniß d. Quellen d. can. Rechts, Leipz. 1831, S. 7 ff. Hüffer a. a. O.

Autor  
v. Schulte.
Empfohlene Zitierweise  

Schulte, von, „Algerus von Lüttich“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 341 unter Algerus [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118810561.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S. 200
ADB 1 (1875), S. 341 unter Algerus

PND: 118810561
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Index

Alger von Lüttich

Name: Alger von Lüttich
Namensvariante: Algerus von Lüttich
Lebensdaten: um 1060 bis um 1131
Geburtsort: Lüttich
Sterbeort: Cluny
Beruf/Lebensstellung: theologischer und kanonistischer Schriftsteller; Scholastiker
Konfession: katholisch
Autor NDB: Bischoff, Bernhard
Autor ADB: Schulte, von
PND: 118810561

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Alger von Lüttich

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