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Alegambe, Philipp
Leben
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Leben ↑
Alegambe: Philipp
A.
, geb. zu Brüssel
22. Jan. 1592, † in Rom
6. Sept. 1652, hat sich als Sammler
und Herausgeber einer "Bibliotheca Scriptorum
Societatis Jesu" einen weit verbreiteten Namen erworben. Noch
als Jüngling, der kaum die Humanitätsstudien vollendet, trat er in
die Hofdienste des Herzog von Ossun in Spanien, den er auf seiner
Reise als Vicekönig von Sicilien begleitete. Allein des Hof- und
Pagenlebens bald überdrüssig, trat er am 7. Sept. 1613 zu Palermo
als Novize in den Jesuitenorden. Hier studirte er die Philosophie,
wurde aber dann nach Rom geschickt, um im Collegium Romanum die Theologie zu hören. Nach
deren Vollendung bestimmte ihn der Jesuitengeneral zum Professor
der Philosophie an der Universität Graz, an der er, später auch
zum Professor der Theologie ernannt, sich 1629 das Doctorat der
Theologie erwarb. Allein in derselben Zeit verlangte der Fürst
Eggenberg, ein einflußreicher Hofmann Kaiser Ferdinands II., von den Jesuiten einen geeigneten Mann,
der als Beichtvater und Erzieher den jungen Fürsten auf seiner
Reise durch die verschiedenen Staaten Europa's begleiten möchte.
Der Orden bestimmte den P.
A.
, der durch 5 Jahre sein Begleiter in Deutschland,
Frankreich, Spanien, Portugal und Italien sein mußte und so mit
den Völkern aller Zungen in Berührung kam, wobei er namentlich
alle hervorragenden Männer seines Ordens persönlich kennen lernte.
Nach Graz zurückgekehrt, lehrte er an der Universität die
Moraltheologie, bis er 1638 abermals mit dem jungen Fürsten eine
Reise nach Rom unternehmen mußte. In Rom behielt ihn der General
als seinen Secretär für Deutschland zurück, welche Stelle er 4
Jahre lang bekleidete, von da an als Spiritual im Profeßhause zu
Rom wirkend, in welchem er auch starb. Eben seine Reisen und seine
vielen Bekanntschaften mögen die Veranlassung zu seinem Hauptwerke
sein: "Bibliotheca Scriptorum Societatis Jesu,
post excusum
|anno 1608 Catalogum R. P. Ribadeneirae,
Societatis ejusdem Theologi; nunc hoc apparatu Librorum ad annum
1642 editorum concinnata, et illustrium virorum elogiis adornata.
Accedit Catalogus Religiosorum Societatis Jesu, qui hactenus pro
catholica fide et pietate in variis mundi plagis interempti sunt",
Antverpiae 1643. Es ist dies die Hauptquelle für alle
Schriften ähnlicher Art geblieben von der "Bibliotheca Scriptorum Societatis Jesu" des
Sotuellus anfangend, welcher in dieser (Romae
1676) S. 706 dem
A.
selbst ein Denkmal setzt und dort noch drei Schriften
desselben aufführt, bis herab zur "Bibliothèque
des Ecrivains de la Compagnie de Jésus ... par Augustin et Alois
de Backer", Liège 1853—61. VII Bde.
Autor ↑
Ruland.
Empfohlene Zitierweise ↑
Ruland, Carl, „Alegambe, Philipp“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
333-334
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd100008291.html?anchor=adb