Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Brun, Ritter Rudolf     Brunau, Andreas >>

Brun, Sophie Christiane Friederike, geborene Münter

Dichterin, * 3.6.1765 Gräfentonna (Thüringen), 25.3.1835 Kopenhagen. (evangelisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
Aus Lübecker Kaufmannsgeschlecht; V Balthasar (1735–93), Hauptprediger an der St. Petrikirche in Kopenhagen, geistlicher Liederdichter, S des Lorenz Münter ( 1758), Kaufmann, und der Christine Kaiser; M Magd. Ernestine Sophie Friederike, T des kurhessischen Gardekapitäns Georg Heinrich von Wangenheim; B Friedrich Münter (1761–1830), Theologe und Kirchenhistoriker, seit 1807 Bischof von Seeland; Kopenhagen 1783 Constantin Brun (1746–1836), Kaufmann, zuletzt Geheimer Konferenzrat, S des Arztes Johann Karl Brun und der Justine Katharina Twer; 1 S, 3 T, die jüngste, Adelaide (Ida, 1792–1857, 1816 Ludwig Philipp Graf Bombelles, 1780–1843, österreichischer Diplomat), Sängerin.

Leben  
Brun wuchs in dem deutschen Kreis heran, der sich in Kopenhagen durch Klopstock gebildet hatte. Ihre religiöse Entwicklung wurde pietistisch beeinflußt. Angeregt von der Lektüre Klopstocks, Ossians und Höltys, trugen schon ihre ersten dichterischen Versuche alle Merkmale der Empfindsamkeit, über die sie auch später nicht hinauszugelangen vermochte. Sie unternahm zahlreiche Reisen nach Deutschland, der Schweiz und Italien. Entscheidend wurde für sie die Begegnung mit F. von Matthisson: er gab ihrer Empfindsamkeit die klassizistische Form. Durch ihn lernte sie auch den Philosophen K. von Bonstetten kennen, in dessen Freundschaft und Liebe sie ihr stärkstes persönliches Erlebnis gewann. Als Goethe ihr Gedicht„ Ich denke dein" in Zelters Komposition hörte, bildete er es zur„ Nähe des Geliebten" um. Über ihr Zusammensein mit ihm in Karlsbad berichtet ihr Tagebuch von 1795. Unter ihren zahlreichen Reiseschilderungen sind die beiden Bände„ Römisches Leben“ (1833) die bedeutendsten. Sie gehörte in Rom dem dortigen deutschen Künstlerkreis an, ließ sich von A. Hirt, G. Zoëga und L. Fernow kunstgeschichtlich belehren, trat mit Entschiedenheit für J. A Carstens und Thorwaldsen ein, fühlte sich aber am stärksten zu der ihr wesensverwandten Angelika Kauffmann hingezogen. An den politischen Ereignissen der Jahre 1808/10 nahm sie lebhaften Anteil und schrieb darüber ihre „Briefe aus Rom“ (1816). 1810 kehrte sie für immer nach Dänemark zurück und schuf in Kopenhagen und Sophienholm gesellschaftliche Mittelpunkte des geistigen Lebens.
|
Werke  
u. a. Gedichte, hrsg. v. F. Matthisson, Zürich 1795; Prosaische Schrr., 4 Bde., ebenda 1799-1801; Lieder f. Hellas, 1821; Wahrheit aus Morgenträumen, mit Anh.: Idas aesthet. Entwicklung (Erziehungsgesch. d. Lieblingstochter), Aarau 1824 (Selbstbiogr.); Hs. Nachlaß auf d. kgl. Bibl. Kopenhagen.

Literatur  
ADB III; L. Bobé, Aus F. B.s Tageb. (Begegnung mit Goethe), in: Dt. Rdsch. 123, 1905; ders., Frederikke B. og hendes Kreds hjemme og ude, Kopenhagen 1910 (P); Goethe-Hdb., hrsg. v. J. Zeitler, I, 1916; A. Heers, Briefe Matthissons an F. B. u. Bonstetten, in: Euphorion, Erg.-H. 13, 1921; R. Olbrich, Die dt.-dän. Dichterin F. B., Diss. Breslau 1932 (Bibliogr.); Goedeke V, 1893, S. 430 f. (W, L); Dansk Leks. I, 1933; Kosch, Lit.-Lex. I (W, L). - Zu V Balth. Münter: ADB XXIII; Goedeke IV/1, 1916, S. 119 (W, L).

Portraits  
Gem. v. E. Pauelsen (mit T Charlotte), 1792; Miniaturgem. v. H. J. Aldenrath, 1818.

Autor  
Adalbert Elschenbroich
Empfohlene Zitierweise  

Elschenbroich, Adalbert, „Brun, Sophie Christiane Friederike, geborene Münter“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 676 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118516051.html

ADB-Artikel

<< Brun von Schönebeck     Brun, Heinrich >>

Brun, Friederike

 LebenAutorZitierweise

Leben  
Brun: Friederike B., geb. 3. Juni 1765 zu Gräfentonna in Thüringen, Tochter des damaligen Superintendenten Münter, der als Prediger an die deutsche St. Petrikirche in Kopenhagen ging. In einem Kreise lebend, dessen Verehrung für Klopstock sich bis zu einer Art von Cultus seiner Muse steigerte, begann sie schon als Kind, in Klopstock'schen Formen zu dichten. Sie heirathete 1783 den Kaufmann Etatsrath Brun. 1791 reiste sie nach der Schweiz und Italien; ihre Reiseerinnerungen veröffentlichte sie in mehreren Schriften. Ihre Gedichte gab 1795 ihr Freund Matthisson zuerst heraus, dessen Einfluß auf ihre Poesie unverkennbar ist. Erst 1810 kehrte sie dauernd nach Kopenhagen zurück, wo sie den 25. März 1835 starb. Ihrer Theilnahme für die Sache der Griechen gab sie in mehreren Gedichten Ausdruck (Goed., Grundr. Buch VIII. Nr. 32, 5). — Eine Selbstbiographie ist ihr Buch: "Wahrheit aus Morgenträumen und Ida's ästhetische Entwicklung." Aarau 1824.

Autor  
Weinhold.
Empfohlene Zitierweise  

Weinhold, „Brun, Friederike“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 438 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118516051.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S.  676 f.
ADB 3 (1876), S. 438
Erwähnungen: 
NDB 2 (1955), S. 440*

PND: 118516051
Artikel drucken

Index

Brun, Friederike

Name: Brun, Friederike
Namensvariante: Brun, Sophie Christiane Friederike
Namensvariante: Münter, Sophie Christiane Friederike
Namensvariante: Münter, Friederike
Lebensdaten: 1765 bis 1835
Geburtsort: Gräfentonna (Thüringen)
Sterbeort: Kopenhagen
Beruf/Lebensstellung: Dichterin
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Elschenbroich, Adalbert
Autor ADB: Weinhold
PND: 118516051

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Brun, Friederike

PND
118516051

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika
Historisches Lexikon der Schweiz (HLS)

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)
OPAC der BSB München

Nachlassdatenbank beim Bundesarchiv
Nachlässe der SLUB

Nachlässe
Kalliope