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<< Bronsart von Schellendorf, Hans August Alexander     Brosamer, Hans >>

Bronsart von Schellendorf, Paul Leopold Eduard Heinrich Anton

preußischer General und Kriegsminister, ~ 25.1.1832 Danzig, 23.6.1891 Schettnienen. (evangelisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
B Hans s. (1), Walter (1833–1914), Dr. jur. h. c., preußischer General und 1893-96 Kriegsminister, verdient um die Ausrüstung der Armee, trat zurüde, weil er die Reform des Militär-Strafprozeßrechts gegen das Militärkabinett nicht durchsetzen konnte; Berlin 1853 Rosalie (1833–1913), T des Geheimen Hofkammerrats Heinrich Schmidt und der Rosalie von Knobelsdorff; 3 S, 1 T, u. a. Friedrich (1864 - nach 1942), preußischer General, Mitglied der Militärmission für die Türkei und Chef des Generalstabes des türkischen Feldheeres, Marie ( Ferdinand von Stülpnagel, 1842–1912, preußischer General).

Leben  
Nach dem Besuch des Gymnasiums zu Danzig und der Erziehung im Kadettenkorps wurde Bronsart von Schellendorf 1849 Leutnant im Garde-Grenadierregiment Nr. 2. 1855-58 besuchte er die Allgemeine Kriegsschule und wurde 1861 Hauptmann im Großen Generalstab und dann im Generalstab des II. Armeekorps. Er nahm 1866 an der Schlacht bei Königgrätz teil und als Chef der Operations-Abteilung im Großen Hauptquartier 1870/71 an einer Reihe von Schlachten sowie an der Belagerung von Paris. 1881 erfolgte seine Beförderung zum Generalleutnant. Im März 1883 wurde Bronsart von Schellendorf zum preußischen Staats- und Kriegsminister ernannt. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger, General von Kameke, zeigte er sich bereit, „jedem Versuch, die Rechte der Krone zu gefährden, sowie dem Streben parlamentarischer Parteien, irgendwelchen Einfluß auf die Kommandogewalt zu gewinnen, mit Ernst und Bestimmtheit entgegenzutreten“ (Tagebucheintragung, zitiert bei F. von Bronsart). Er hatte maßgeblichen Anteil an der Durchführung der Wehrvorlage von 1887/88 und brachte umfassende Organisationen im Heer, zahlreiche Bewaffnungsfragen (Verbesserung der Bewaffnung von Infanterie und Artillerie) und Verordnungen sowie Dienstvorschriften zum Abschluß, z. B. den Entwurf zur Felddienstordnung. In seinen Verantwortungsbereich fallen die Erhöhung der Friedensstärke des Heeres und die Verlängerung der Landwehr- und Landsturmpflicht sowie der Ausbau des Eisenbahnnetzes. - 1889 wurde Bronsart von Schellendorf auf eigenen Wunsch aus seiner Stellung als Kriegsminister entlassen. Er übernahm als Kommandierender General das I. Armeekorps.

Werke  
Der Dienst d. Gen.stabes, 1875–76, 41905; Die Gefechtsübungen d. Infanterie auf d. Exerzierplatze, 1882; Betrachtungen üb. eine zeitgenöss. Fechtweise d. Infanterie, 1891; Ein Rüdckblick auf d. „Takt. Rückblicke“ u. Entgegnung auf d. Schr. „Üb. d. preuß. Infanterie 1869“, 1870; Geh. Kriegstageb. 1870-1871, hrsg. v. P. Rassow, 1954 (wichtig f. d. Verhältnis zw. polit. u. militär. Führung).

Literatur  
F. v. Bronsart, Der alte Kaiser u. sein Kriegsminister v. B., in; HV 31, 1937/38; Hdb. d. neuzeitl. Wehrwiss. I, 1936; Priesdorff VIII, S. 416-23 (P); E. v. d. Ölsnitz, in: Altpreuß. Biogr. I, (L). -Zu B Walter: Priesdorff VIII, S. 423-29 (P); DBJ I (Totenliste 1914, L); E. v. d. Ölsnitz, in: Altpreuß. Biogr. I.

Portraits  
Holzschnitte in: Daheim 1894, Beilage Nr. 8; LIZ 80, 1883, S. 249, 101, 1893, S. 522.

Autor  
Walter Bußmann
Empfohlene Zitierweise  

Bußmann, Walter, „Bronsart von Schellendorf, Paul Leopold Eduard Heinrich Anton“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 636 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd117632295.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 2 (1955), S.  636 f.
Erwähnungen: 
NDB 2 (1955), S. 636*

PND: 117632295
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Index

Bronsart von Schellendorf, Paul

Name: Bronsart von Schellendorf, Paul
Namensvariante: Bronsart von Schellendorf, Paul Leopold Eduard Heinrich Anton
Lebensdaten: 1832 bis 1891
Sterbeort: Schettnienen
Beruf/Lebensstellung: preußischer Kriegsminister
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Bußmann, Walter
PND: 117632295

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Bronsart von Schellendorf, Paul

PND
117632295

Normdaten
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