<< Martius, Carl Alexander von
Marty. >>
Martius, Heinrich
Gynäkologe,
* 2.1.1885 Berlin,
† 17.2.1965 Göttingen.
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Friedrich (1850–1923, s.
Einl.),
S d.
Sup. Fedor (1815–1912) in Erxleben u. d. Elisabeth Goetze (1825–1913);
M Martha (1861-n.1923),
T d. Justizrats Emil Leonhard in
B. u. d. Margarethe Gutike;
Ov Johannes (1847–1921),
D. theol.,
Geh. Konsistorialrat, Gottfried (Götz) (
† 1927, s.
Einl.);
Schw Hedwig (
† 1966. s.
Einl.);
Vt Georg (
† 1951, s.
Einl.);
† ⚭ Vilich 1919 Berta (1894–1965),
T d.
Gen.dir. Otto Weinlig u. d. Milly Gruyter; 5
S (2
⚔), 1
T ,
u. a. Gerhardt (
* 1924),
Prof. d. Gynäkol. in
B., Alexander 1
* 1928), Diplomat.
Leben ↑
|Nach dem Besuch der Großen Stadtschule in Rostock studierte
M. in Rostock, Freiburg und Leipzig Medizin. Seine weitere Ausbildung erhielt er durch den Pathologen Eugen Frankel und den Internisten Hermann Lenhartz in Hamburg-Eppendorf sowie den Chirurgen Friedrich Heinrich Rinne in Berlin. 1913 wurde
M. Assistenzarzt an der
Univ.-Frauenklinik in Bonn. Seine weitere Ausbildung zum Facharzt wurde durch die Teilnahme am 1. Weltkrieg unterbrochen, in dem
M. an der Ost- und Westfront als Truppenarzt eingesetzt wurde. Nach seiner Entlassung aus dem Heeresdienst habilitierte er sich 1919 in Bonn und war dort bis zu seiner Berufung nach Göttingen 1926 als Oberarzt tätig. In Göttingen übernahm
M. den Lehrstuhl für Geburtshilfe und Frauenheilkunde, den er bis zu seiner Emeritierung behielt. Danach leitete er noch die geburtshilflichgynäkologische Abteilung des dortigen Neu-Bethlehem-Krankenhauses.
M. vertrat die Einheit der Fächer Geburtshilfe und Gynäkologie und übte mit seinen Lehrbüchern bedeutenden Einfluß aus. Besonders befaßte er sich mit der Krebsbekämpfung, wobei er der Strahlentherapie große Bedeutung beimaß. Der Einsatz der Strahlenbehandlung in allen damals üblichen Formen wurde von ihm in der Frauenheilkunde untersucht und gefördert. Auch in der Geburtshilfe verwendete er in der Diagnostik Röntgenaufnahmen. Besondere Aufmerksamkeit schenkte
M. der gynäkologischen Urologie, wo er neue Operationsmethoden entwickelte,
z. B. die Fettlappenplastik zur Behandlung der Blaseninkontinenz. Außerdem untersuchte er Fragen der Sterilitätserkennung und -behandlung. Auch dem Abortproblem schenkte er Aufmerksamkeit. Neben seinen Lehrbüchern trat
M. mit zahlreichen Einzelveröffentlichungen hervor
|Auszeichnungen ↑
Dr. med. h.c;
Mitgl. d. Fédération Internationale de Gynécologie et d'Obstétrique;
Präs. d.
Dt. Ges. f. Gynäkologie u. Geburtshilfe;
Präs. d.
Dt. Zentralausschusses f. Krebsbekämpfung u. Krebsforschung.
Werke ↑
Einführung in d. gynäkolog. Strahlentiefentherapie, 1921;
Die geburtshilfl. Operationen, 1934,
111971;
Der Kampf gegen d. Gebärmutterkrebs, 1936;
Die gynäkolog. Operationen u. ihre
topograph.-anatom. Grundlagen, 1937;
Die Kreuzschmerzen d. Frau, 1939,
41953;
Lehrb. d. Geburtshilfe, 1943,
21948;
Lehrb. d.
Gynäkol., 1946;
Die Göttinger
Univ.-Frauenklinik 1751-1951, 1952.
Literatur ↑
W. Bickenbach, in:
Dt. Med. Wschr. 80, 1955, S. 1;
ders., in: Strahlentherapie 112, 1960;
H. Kirchhoff, in:
Naturwiss. 52, 1965, S. 1;
ders.,
ebd., S. 273;
S. Keck, in: Süddt. Hebammen-
Ztg. 62, 1965;
Die Göttinger
Univ.-Frauenklinik
v. 18.6.1926 bis 31.7.1954, 1963;
W. Ebel, Catalogus Professorum Gottingensium 1734-1962, 1962, S. 79;
Fischer;
Rhdb. (P).
Portraits ↑
Ölgem. im
Bes. v. Prof. Gerhart Martius, Berlin.
Autor ↑
Manfred StürzbecherEmpfohlene Zitierweise ↑
Stürzbecher, Manfred, „Martius, Heinrich“,
in: Neue Deutsche Biographie
16
(1990), S.
313 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd101791402.html